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Mühlen halten sich zurück, Rapsschrot wird knapper

Mühlen halten sich zurück, Rapsschrot wird knapper
© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
05.04.2017

Rapsschrot ist knapp und gesucht, was die Preise mit zusätzlicher Unterstützung festerer Vorgaben von der Pariser Börse steigen lässt. Der Sojaschrotmarkt zeigt sich belebter. Auf späteren Terminen im Sommer hat das Kaufinteresse angezogen und beschert Preisbefestigungen.

Am deutschen Rapsschrotmarkt wird so gut wie nichts umgesetzt. Ware aus der laufenden Saison ist so gut wie nicht zu bekommen, mancher Futtermittelhersteller sucht vergeblich. Aufgrund der unbefriedigenden Marge und des überschaubaren Rapsangebotes haben die Ölmühlen ihre Verarbeitung gedrosselt, viele spekulieren bereits mit einer frühzeitigen Verarbeitungspause bereits im Mai. Damit schwindet auch der Rapsschrotausstoß. Die knappe Verfügbarkeit hat zusammen mit zuletzt wieder festeren Rohstoffnotierungen die Rapsschrotforderungen steigen lassen. Gegenüber Vorwoche haben sie sich um 3 EUR/t auf 219 EUR/t ab Werk befestigt. Da sich die Situation noch weiter verschärfen könnte, sind weitere Preisbefestigungen nicht auszuschließen, zumindest solange, bis die Mühlen wieder eine bessere Marge erwarten können.

Am Sojaschrotmarkt kommt etwas Leben in die Geschäfte, zumindest auf den Terminen Mai bis Oktober. Hier zieht die Nachfrage an und es werden Kontrakte ausgehandelt, auch wenn der Nachfrageanstieg nicht so groß sein soll wie zur gleichen Zeit des vergangenen Jahres. Den womöglich letzten großen Impuls gaben die USDA-Zahlen vom vergangenen Freitag, denen zufolge die US-Sojabohnenanbaufläche zur Ernte 2017 steigen dürfte. Dies erzeugte zwar Druck auf die Sojakurse an der Chicagoer Börse, beeindruckte den Preisverlauf für deutsches Sojaschrot aber offenbar kaum. Nun kenne man alle Rahmendaten, heißt es, sodass deutliche Kursbewegungen in Chicago und in der Folge auch Preisbewegungen am deutschen Kassamerkt jetzt eigentlich nur noch durch unvorhergesehene Wetterereignisse ausgelöst werden können. Der Sojamarkt wird damit zu dem, was häufig als Wettermarkt definiert wird.

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Marktexperten

Herr Steffen Kemper - AMI Experte für Agrarrohstoffe

Steffen Kemper

Junior-Produktmanager Agribusiness


Tel.: (0228) 33805-517
Kontakt: AMI Expertenseite

Autor von Marktkommentaren und Fachbeiträgen zu Agrarrohstoffen