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Nur Geflügelfutter erneut preisgünstiger

Nur Geflügelfutter erneut preisgünstiger
© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
21.10.2016

Der Preisrückgang scheint beendet. Im Vormonat verteuerten sich bereits die Schweinemastfutter, die auch im Oktober 2016 erneut fester bewertet werden. Zudem muss nun auch für Milchleistungsfutter und Sauenfutter mehr gezahlt werden. Demgegenüber bleiben die Geflügelfutterpreise schwach gestimmt. Kräftig zugelegt und damit erneut teurer geworden sind die Milchaustauscher und auch für Raufutter muss im Oktober 2016 mehr gezahlt werden als im Vormonat.

Für das Gros der Futtermischungen muss im Oktober 2016 mehr gezahlt werden als im Vormonat. Ausnahmen sind die Ergänzungsfutter für Mastschweine, die in den Wochen zuvor nur eine geringe Preisanpassung nach unten erfahren hatten und damit – jetzt im Oktober – wohl eine stärke Korrektur fällig wurde. Ebenfalls preisgünstiger als noch im September wurde Geflügelfutter verkauft. Demgegenüber müssen Schweinemäster und Milchviehhalter im aktuellen Monat mehr bezahlen.

Teurere Rohstoffe lassen Preise für Milchaustauscher steigen

Besonders kräftig im Preis sind die Milchaustauscher gestiegen. Magermilchpulver wurde im Schnitt im September rund 9 % höher notiert als im Vormonat, für Süßmolkepulver betrug der Anstieg sogar 14 %. Seit Ende September 2016 haben sich die Notierungen für Magermilchpulver und Molkenpulver allerdings nicht mehr bewegt, so dass weitere starke Preiserhöhungen eher unwahrscheinlich sind.

Kontrakte werden verhalten abgeschlossen

Aus den Regionen kommen in Bezug auf die Kontraktverhandlungen ganz unterschiedliche Meldungen. Allerdings bestätigen alle, dass die Kontraktverhandlungen äußert zäh verlaufen und nur ein Teil der sonst üblichen Mengen vertraglich abgesichert sind. Allerdings schwindet mit den nun langsam steigenden Preisen die Hoffnung auf günstigeren Futtermittelbezug und in den kommenden Wochen werden wohl mehr Landwirte Kontrakte abschließen. Limitierender Faktor bleibt dabei die Liquidität auf den Höfen. Doch auch die Lage an den Milch- und Fleischmärkten hatte sich zuletzt etwas verbessert. Die in jüngster Zeit abgeschlossenen Lieferverträge beschränken sich zumeist auf ein halbes Jahr. Vereinzelt wird der Bedarf aber auch bis Ende des Wirtschaftsjahres gedeckt.

Ölschrote haben Talfahrt beendet

Einige Betriebe zögerten den Einkauf aber auch deswegen hinaus, weil die Ölschrotpreise in den vergangenen Wochen kräftig nachgegeben hatten. Ab Werk kostete Rapsschrot zur prompten Lieferung in den vergangenen 10 Tagen nahezu unverändert 187 EUR/t. Im September mussten im Schnitt 6 EUR/t mehr angelegt werden. Da das vordere Angebot reichlich verfügbar ist, wird vordere Ware günstiger bewertet als spätere Liefertermine.

GVO-freies Sojaschrot teurer als im Vorjahr

Sojaschrot hat seinen Preisrückgang ebenfalls gestoppt. Die scharfe Aufwärtsbewegung der Börsennotierungen in den vergangenen Tagen hat eine Kehrtwende der Preise initiiert. Die aktuellen Börsennotierungen der verschiedenen Standorte für Schrote sind im Markt aktuell Futtermittelabgebildet. Mit den integrierten Multicharts können Zeitreihen der letzten drei Jahre angezeigt werden. Da immer mehr Molkereien eine gentechnikfreie Milchproduktion verlangen, entsteht eine höhere Nachfrage nach GVO-freiem Sojaschrot. Damit hat sich der Abstand zu konventionellem 48er Sojaschrot auf knapp 130 EUR/t ausgebaut, vor einem Monat waren es noch 106 EUR/t. Damit ist GVO-freies Sojaschrot auch das einzige Futtermittel, dass teurer ist als im Vorjahr.

Getreidepreise ziehen an

Auch die Getreidepreise haben ihre Talfahrt beendet. Allerdings kommen sie nur sehr langsam aus dem Saisontief. Die Nachfrage war in den vergangenen Wochen nicht besonders ausgeprägt, so dass viele Preise sogar nominellen Charakter hatten. Als erstes zeichnete sich ein reges Interesse an Futterweizen ab, wohl auch, um die Lücken aus der absehbar kleineren Maisernte zu schließen. Auch Gerste verzeichnete etwas Kaufinteresse, spiegelt dies aber nicht im Preis wider. Gerste ist eines der wenigen Getreidearten, dass bislang noch günstiger als im Vormonat ist. Aus der Maisernte heraus läuft die Andienung schleppend. Ware ist gesucht und Importe schließen die Lücken im Inlandsangebot.

Raufutter werden teurer

Im Norden wächst das Interesse an Raufutter und auch sonst wurden die Forderungen für Heu und Stroh angehoben. Dabei werden vor allem für qualitativ hochwertige Partien deutliche Aufgelder akzeptiert.

Die Preise und Notierungen für alle Futtermittel behalten Sie mit Markt aktuell Futtermittel im Blick. Nutzen Sie die Bewertungen und Analysen der AMI Marktexperten für Ihre Verhandlungen mit Lieferanten und Kunden. Markt aktuell Futtermittel können Sie unkompliziert im AMI-Webshop bestellen oder rufen Sie uns an.

Marktexperten

Frau Wienke von Schenck - AMI Expertin für Getreide und Ölsaaten

Wienke von Schenck

Marktanalystin Getreide und Ölsaaten


Tel.: (0228) 33805-351
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen und Analysen zum Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenmarkt, Referentin auf Veranstaltungen des Agribusiness, Mitarbeit in Fachgremien