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Ölschrote verteuern Futtermittel

© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
18.05.2016

Die Entwicklung der Mischfutterpreise war in den vergangenen Wochen gekennzeichnet vom scharfen Preisanstieg für Sojaschrot. Das hat vor allem die proteinhaltigen Mischungen spürbar verteuert. Rapsschrot als günstige Alternative stand nicht zur Verfügung und die gleichzeitig leicht gestiegenen Getreidepreise unterstützten den Aufwärtstrend der Mischfutterpreise.

Sojaschrotpreise auf 10-Monatshoch
Der Aufwärtstrend für Sojaschrot ist nicht zu stoppen. Seit dem 07.04.2016 ziehen die Großhandelspreise in Deutschland stetig an und erreichten zuletzt 357 EUR/t für 44er Ware und 382 EUR/t für 48er fob Hamburg. Damit ist Sojaschrot so teuer wie seit Ende Juli 2015 nicht mehr. Auslöser für diesen scharfen Preisanstieg, der vor allem im April Tagesgewinne von bis zu 8 % bescherte, war die ungünstig verlaufende Sojaernte in Argentinien. Weitreichendere Informationen finden Sie im AMI Markt aktuell Ölsaaten. So stehen in diesem Monat die Ölschrote an der Spitze, wenn es um Preiskorrekturen für Mischfutter und Komponenten geht. Landwirte zahlten gut 17 % mehr für Sojaschrot und 14 % mehr für Non-GMO-Sojaschrot als im Vormonat. Rapsschrot frei Hof verteuerte sich um 9,5 %. Damit bleiben die Forderungen für Ölschrote im Schnitt allerdings 7 % unter Vorjahrslinie.

Futtermischungen bis zu 3 % teurer
Ergänzungsfutter für Aufzuchtkälber kostete etwas mehr als im Vormonat. Insgesamt haben sich die Futtermischungen für Kühe und Rinder verteuert. Dabei richteten sich die Preisanpassungen vor allem nach dem Proteingehalt und spiegeln so den sehr starken Preisanstieg für Ölschrote wider. Milchaustauscher verteuerten sich je nach Proteingehalt um 0,5-1,1 % gegenüber Vormonat, bleiben so aber immer noch gut 15 EUR/t günstiger als vor einem Jahr. Sauenhalter und Schweinemäster mussten im Mai 2016 ebenfalls für ihre Futtermischungen mehr anlegen als zuvor. Dabei verteuerten sich vor allem die Ergänzungsfutter, die von den Futtergruppen am meisten Proteine enthalten, um 2,2-3,2 %. Mastfutter legte im Schnitt um über 1 % zu, während sich Sauen- und Ferkelfutter mit einem Plus von 0,4 % moderat verteuerten. Geflügelfutter wird ebenfalls höher bewertet. Eine Ausnahme macht Hähnchenfutter, das im Schnitt um marginale 70 Cent/t (0,2 %) nachgab, da in Südbaden mit 4 EUR/t größere Preiskorrekturen stattfanden. Hennenfutter kostet 0,5 % mehr als im April, Mastfutter für Puten je nach Stufe 0,4-0,9 % mehr. Detaillierte Preise nach Futtermittel und Regionen finden Sie im AMI Markt aktuell Futtermittel.

Heu ist gefragt
Die Nachfrage nach Heu konzentriert sich zunehmend auf Angebote aus dem 1. Schnitt, der in vielen Regionen gerade beendet wurde. Allerdings gibt es noch keine Offerten, so dass Käufer noch etwas Geduld benötigen oder auf alterntige Ware zurückgreifen müssen. Hierfür sind nur in Schleswig-Holstein die Forderungen zurückgenommen worden, aus allen anderen Regionen wurde stabile, leicht festere Preise genannt. Im Schnitt wurden für Großballen 1,5 % mehr verlangt. Das Interesse an Stroh lässt nach, das spiegeln auch die Preise wider, die im Mai knapp 3 % unter Vormonatslinie lagen. Die Forderungen für das absehbar schwindende Angebot an Silomais steigen leicht. Gegenüber Vormonat werden bundesweit 0,7 % mehr verlangt. Die Silomaisfläche zur Ernte 2016 wurde nach ersten offiziellen Angaben gegenüber Vorjahr um knapp 27.000 ha auf 2,127 Mio. t ausgedehnt. Das ist ein Plus von 1,2 %, während die Körnermaisfläche um rund 13 % vergrößert worden sein soll.

Wie lange die Unterstützung von den festen Sojanotierungen anhält, wird sich in den kommenden Wochen entscheiden. Mit den Onlinediensten Markt aktuell Getreide oder Ölsaaten können Sie die Entwicklungen an den Produktenmärkten behalten, und sich tagesaktuell über die Terminkurse, Großhandelspreise und Marktlage informieren.

Marktexperten

Frau Wienke von Schenck - AMI Expertin für Getreide und Ölsaaten

Wienke von Schenck

Marktanalystin Getreide und Ölsaaten


Tel.: (0228) 33805-351
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen und Analysen zum Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenmarkt, Referentin auf Veranstaltungen des Agribusiness, Mitarbeit in Fachgremien