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Rapspreise steigen ohne Umsätze kräftig

Rapspreise steigen ohne Umsätze kräftig
© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
20.10.2016

Feste Terminkurse treiben auch die Kassapreise, die je nach Liefertermin um bis zu 10 EUR/t gegenüber Vorwoche zulegten. Auch die Erzeugerpreise zogen an, zur Vorwoche um gut 8 EUR/t. Aber mit den genannten 370 EUR/t im Schnitt zogen sich die Anbieter noch weiter zurück.

Steigende Preise und anhaltend geringe Abgabebereitschaft charakterisieren den aktuellen Rapsmarkt. Die Notierungen der Terminbörse stiegen kräftig an und bescherten auch dem Kassamarkt feste Tendenz. Aber das Plus von gut 10 EUR/t am Terminmarkt setzten nicht alle Ölmühlen gleichermaßen um, zumal die Versorgungslage sehr unterschiedlich ausgeprägt ist. So werden nur noch im Norden Gebote für Lieferungen im Oktober 2016 genannt, die in den vergangenen Tagen um 5-8 EUR/t zulegten. Im Süden hingegen wird Raps erst ab Lieferung im Januar 2017 besprochen, hier findet sich auch das Plus von 10 EUR/t zur Vorwoche wieder. Mit der absehbar knappen Versorgung des europäischen Rapsmarktes, das USDA erwartet einen Nachfrageüberschuss von rund 4 Mio. t gegenüber 3 Mio. t im Vorjahr und 2,5 Mio. t in 2014/15, richtet sich der Fokus der Verarbeiter deutlicher als sonst auf Lieferungen aus dem Ausland. Die Analysten von Oil World erwarten für das laufende Wirtschaftsjahr ein Plus von rund 10 %. Bereits 2015/16 waren aufgrund der geringeren deutschen Ernte knapp 640.000 t aus Australien importiert worden, sieben Mal mehr als 2014/15. Und auch in den ersten beiden Monaten des laufenden Wirtschaftsjahres zeichnet sich bereits ein reges Interesse an ausländischer Ware ab.

 Aus den Balkanländern Ungarn, Rumänien und Bulgarien kamen knapp 345.000 t und damit gut drei Mal mehr als im Vorjahreszeitraum. Sogar Frankreich lieferte mehr, ebenfalls Dänemark und Großbritannien. Insgesamt erhielt Deutschland im Juli/August 2016 knapp 975.000 t Raps und so 14 % mehr als 2015. Daher sind die Käufer in Deutschland nicht bereit auf jede Preisforderung im Inland einzugehen.

Der Preisanstieg hat die Abgabebereitschaft der Erzeuger nicht angekurbelt – ganz im Gegenteil – die Preisvorstellungen der Parteien driften jetzt noch weiter auseinander. Die Landwirte wittern Morgenluft und hoffen nun wieder auf die 400 EUR/t. Davon sind die zuletzt genannten 386 EUR/t im Streckengeschäft aber noch weit entfernt.

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Marktexperten

Frau Wienke von Schenck - AMI Expertin für Getreide und Ölsaaten

Wienke von Schenck

Marktanalystin Getreide und Ölsaaten


Tel.: (0228) 33805-351
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen und Analysen zum Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenmarkt, Referentin auf Veranstaltungen des Agribusiness, Mitarbeit in Fachgremien