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Rapspreise ziehen kräftig an

Rapspreise ziehen kräftig an
© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
20.12.2016

Feste Notierungen für Sojabohnen, Palmöl und Rohöl ließen die Rapsnotierungen in den vergangenen Tagen kräftig steigen. An der Terminbörse in Paris schloss der Fronttermin am 15.12.2016 bei 419,75 EUR/t und damit auf dem höchsten Niveau seit April 2014. Zudem ist das Angebot in Europa knapp, besonders spürbar ist dies momentan im Vereinigten Königreich. Dort setzten sich die Inlandspreise zuletzt kräftig nach oben ab.

Raps hat in den zurückliegenden vier Wochen 8 % an Wert gewonnen und damit genau so viel wie die US-Sojabohnen. Diese profitieren vor allem vom unerwartet hohen Kaufinteresse aus China. Zudem verbesserte der zeitweise rückläufige Dollar die Perspektiven für weitere Exportgeschäfte. Gleichzeitig zeigen die beginnenden Wettermärkte in Südamerika Wirkung. So scheint es in Argentinien für die frisch gesäten Bohnen derzeit zu trocken zu sein und namhafte Analysten reduzierten bereits ihre Ernteschätzung. Damit könnte die Ernte sogar kleiner ausfallen als im Vorjahr. Das befestigte die Kurse und eröffnet den Fokus auf die Entwicklung in Südamerika. In Brasilien gibt es bisher allerdings keine Einschränkungen und die Ernteprognose bleibt auf der avisierten Rekordhöhe von 102 Mio. t. Im Online-Dienst Markt aktuell Ölsaaten werden nicht nur die täglichen Schlusskurse der Terminnotierungen in Chicago, Paris, Kuala Lumpur, Winnipeg und Budapest über die ganze Bandbreite der Kontrakte dargestellt, sondern auch die Historie steht zur Verfügung und lässt sich individuell grafisch darstellen.

Die Rapspreise in Deutschland profitieren zudem von den festen Notierungen für Palmöl in Malaysia. Das absehbar knappe Angebot hatte in den vergangenen Wochen bereits für Unterstützung gesorgt. Vor dem Hintergrund einer exportfördernden, schwachen Inlandswährung könnte sich die Schere zwischen Angebot und Nachfrage noch weiter schließen, zumal die Palmölproduktion im laufenden Monat unter Vormonatsvolumen geschätzt wird. In den genannten drei Wochen verteuerte sich Palmöl um knapp 13 %.

Vor allem im Vereinigten Königreich zeigt die kleine Rapsernte 2016, die 30 % unter Vorjahr ausfiel, Wirkung. Die enge Versorgungslage lässt die Kassapreise kräftig steigen. Mit zuletzt 428 EUR/t franko sind die Großhandelspreise seit Anfang November um 32 EUR/t gestiegen. Damit hat sich die Prämie gegenüber der Terminmarktnotierung auf 15 EUR/t erhöht. Auch in Deutschland müssen Ölmühlen mehr bewilligen, um an Ware zu kommen. Hier liegt die Prämie gegenüber Matif bei 10 EUR/t für Raps zur Lieferung im Januar 2017. Demgegenüber kann die ebenfalls katastrophale Rapsernte in Frankreich bei den Ölmühlen keine Aufschläge erzielen; die Gebote lagen am 13.12.2016 mit 409 EUR/t rund 5 EUR/t unter dem Terminkurs. Die aktuelle Marktlage und die Entwicklung der Ölsaatenpreise finden Sie in den wöchentlichen EU-Analysen.

Ob die Knappheit weiter anhält und die Preise weiter steigen, werden die kommenden Wochen zeigen. Mit dem Online-DienstMarkt aktuell Ölsaaten behalten Sie die Entwicklung der Preise in Deutschland und rund um den Globus im Blick.

Marktexperten

Frau Wienke von Schenck - AMI Expertin für Getreide und Ölsaaten

Wienke von Schenck

Marktanalystin Getreide und Ölsaaten


Tel.: (0228) 33805-351
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen und Analysen zum Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenmarkt, Referentin auf Veranstaltungen des Agribusiness, Mitarbeit in Fachgremien