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Schweinefleischexporte steigen weiter

© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
28.07.2016

Während die Nachfrage nach Schweinefleisch in weiten Teilen Europas zurückgeht, steigen die Ausfuhren aus der EU weiterhin deutlich. Wie bereits im vergangenen Jahr, deutet sich auch für 2016 wieder ein neuer Spitzenwert an. So wurden alleine bis Ende Mai rund 1,6 Mio. t Schweinefleisch (+40 %), Nebenerzeugnisse und deren Fleischwaren an Ziele außerhalb des Staatenbündnisses geliefert. Der dabei umgesetzte Betrag lag mit rund 2,9 Mrd. EUR ebenso rund 40 % über den Werten des Vorjahres.

Als Ursache dafür wird in erster Linie die enorme Nachfrage im asiatischen Raum genannt. Alleine die Liefermengen nach China haben sich bislang annähernd verdoppelt. Rund die Hälfte der aus der EU ausgeführten Mengen an Schweinefleisch finden ihr Ziel im Land der Mitte. Als Ursache für den enormen Importbedarf wird dabei insbesondere das Schließen vieler Betriebe mit Schweinehaltung in China genannt. Deutlich strengere Umweltschutzvorgaben führten in den vergangenen Monaten und Jahren dazu, dass viele kleine und mittelständische Unternehmen den Betrieb einstellen mussten. Alleine im 1. Quartal 2016 wird dadurch ein Produktionsrückgang von fast 5 % vermeldet, während die Nachfrage zugleich  weiter ansteigt. Insbesondere die Verschiffungen von gefrorenem Fleisch nach China konnten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum annähernd verdreifacht werden. Damit ist China auch finanziell der wichtigste Handelspartner der EU im Bereich Schweine und Schweinefleisch. Bis einschließlich Mai wurden hier insgesamt gut 1,1 Mrd. Euro umgesetzt, was einem Plus von annähernd 40 % entspricht.

Mit einem Anteil von 26 % ist Deutschland im EU-Vergleich der wichtigste Drittlandsanbieter und dabei nach wie vor Hauptlieferant vor Spanien und Dänemark. Erstmals übertraf das spanische Exportvolumen zu Jahresbeginn das von Dänemark. Grund dafür ist die expansiv erhöhte Schweinefleischerzeugung sowie unschlagbar niedrige Offerten gegenüber potenziellen Kunden. Gegenüber 2015 konnte auch die Bundesrepublik deutlich mehr Ware außerhalb Europas absetzen. Mit rund 414.000 t lagen die an Drittstaaten gelieferten Mengen 43 % über dem Vorjahr. Noch stärker von dieser Entwicklung konnte dank relativ starker preisaggressiver Offerten Spanien (+72 %) profitieren. Auch Polen konnte nach langer Zeit von Handelsbeschränkungen im Zuge der Afrikanischen Schweinepest wieder mehr Waren außerhalb Europas absetzen.

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Marktexperten

Dr. Tim Koch - AMI Experte für Fleischwirtschaft

Dr. Tim Koch

Marktanalyst Fleischwirtschaft


Tel.: (0228) 33805-150
Kontakt: AMI Expertenseite

Autor von Fachbeiträgen zum Vieh- und Fleischmarkt, Referent auf Fachveranstaltungen, beste Kontakte zu Verarbeitern und Unternehmen des Fleischsektors.