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Sinkender Schweinefleischverzehr vermutlich auch im Jahr 2017

Sinkender Schweinefleischverzehr vermutlich auch im Jahr 2017
© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
19.01.2017

Die Inlandserzeugung von Schweinefleisch in Deutschland ist im Jahr 2016 gegenüber der leicht steigenden Entwicklung in den Jahren 2014 und 2015 wieder moderat gesunken. Die existenzbedrohende Krise der Sauenhalter, die fast zwei Jahre andauerte sowie deutlich anspruchsvollere Tierhaltungsvorschriften trugen in Form einer Produktionseinschränkung dazu bei.

Wider Erwarten ist jedoch das Schlachtaufkommen auf sehr hohem Niveau knapp stabil geblieben. Nennenswert erhöhte Einfuhren von ausländischen Schweinen, die zur Schlachtung in Deutschland hauptsächlich aus den Niederlanden und aus Belgien geordert wurden (ca. 0,4 Mio. Tiere), sorgten dafür, dass die Lücke von weniger zur Verfügung stehenden inländischen Tieren gefüllt wurde.

Zusätzlich wurden rund 1,0 Mio. Ferkel und Schweine aus Deutschland im Vergleich zum Vorjahr weniger jenseits der Landesgrenzen vermarktet. Dies zeigt einmal mehr, dass die Schlachtbranche am Limit ihrer hohen Kapazitäten arbeitet und großes Interesse hat, die Kapazitäten auszulasten.

Das Wachstum der Exporte, welches seit 2012 Zuwachsraten zwischen 1 bis 3 % hat, sollte auch wegen des zu erwartenden sinkenden Inlandskonsums im Jahr 2017 minimal steigen. Auf deutlichem Wachstumskurs waren im Jahr 2016 die Drittlandausfuhren nach China, während die Nachbarländer Deutschlands infolge eines höheren Schlachtaufkommens einen geringeren Einfuhrbedarf hatten. Die verstärkte Orientierung auf Schlachtschweine mit regionaler und nationaler Herkunft verstärkt diesen Trend.

Gleichzeitig dürfte 2017 der Pro-Kopf-Verzehr von Schweinefleisch in Deutschland das sechste Jahr in Folge sinken. Gründe sind neben den sich verändernden Verzehrgewohnheiten und dem stetig wachsenden Anteil älterer Bevölkerungsschichten, auch die immer mehr zunehmende kritische Betrachtung der Nutztierhaltung sowie der Fleischbranche in der Öffentlichkeit. Zudem trägt der Flüchtlingszustrom dazu bei, dass der Pro-Kopf-Konsum von Schweinefleisch stärker sinkt als der inländische Verzehr in der Summe insgesamt. Außerdem lässt das Image vom Schweinefleischkonsum in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen zu wünschen übrig.

Interessieren Sie sich auch für die aktuelle Marktlage und weitere Details auf dem deutschen und europäischen Schlachtschweinemarkt? Informationen finden Sie in unseren Markt aktuell Vieh und Fleisch.

Marktexperten

Herr Matthias Kohlmüller - AMI Experte für Fleischwirtschaft

Matthias Kohlmüller

Marktanalyst Fleischwirtschaft


Tel.: (030) 8109597-12
Kontakt: AMI Expertenseite

Intensive Kontakte zu europäischen Organisationen (IMPA Meeting) und Mitglied im EU-Prognoseausschuss, Mitarbeit in Fachgremien und im Bundesmarktverband. Referent auf nationalen und internationalen Veranstaltungen.