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Sojavorräte schrumpfen 2016/17 erneut deutlich

Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
12.05.2016

Bei kräftig steigendem Verbrauch und prognostizierter Rekorderzeugung könnten die globalen Sojavorräte 2016/17 gegenüber Vorjahr um fast 6 % schwinden, nachdem sie Ende 2015/16 voraussichtlich schon 5 % kleiner ausfallen. Das erwartete Niveau Ende 2016/17 entspräche allerdings immer noch dem vierthöchsten, jemals erreichten. Schrumpfen werden die Vorräte nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums, USDA, im Zuge der neuen Exporterleichterungen vor allem in Argentinien sowie in den USA.

Rekordernte in Brasilien erwartet
Die globale Erzeugung 2016/17 schätzt das USDA fast 8,3 Mio. t umfangreicher als im laufenden Wirtschaftsjahr. Das geht vor allem auf ein voraussichtlich deutliches Plus in Brasilien zurück, wo mit einer Rekordmenge von 103 Mio. t fast so viel wie im Haupterzeugungsland USA erzeugt werden könnte. Während die Sojaernte in Argentinien nur etwas über dem Niveau von 2015/16 gesehen wird, erzeugt Indien wohl ebenfalls deutlich mehr. Dort könnte so viel zusammenkommen wie seit 4 Jahren nicht mehr, vorausgesetzt die Witterungsbedingungen sind günstiger als im Vorjahr.

Chinas Nachfrage steigt deutlich
Den globalen Verbrauch schätzt das USDA 2016/17 um 10 Mio. t größer als im Vorjahr. So würde er die Erzeugung erneut deutlich übersteigen. Das geht maßgeblich auf eine weiter anziehende Nachfrage Chinas zurück. Mit geschätzten Importen von 87 Mio. t könnte ein neues Rekordniveau erreicht werden. Aber auch Indien fragt wohl deutlich mehr nach. Hauptexporteur am globalen Weltmarkt 2016/17 bleibt Brasilien, mit deutlichem Abstand vor den USA.

Die US-Sojakurse haben nach Veröffentlichung der aktuellen Versorgungsschätzung des USDA einen Satz nach oben gemacht. Der Fronttermin legte innerhalb eines Tages um 6 % zu und schloss bei 10,76 USD je Bushel. Das waren umgerechnet fast 348 EUR/t und so viel wie seit etwa 18 Monaten nicht mehr. Feste Vorgaben aus Übersee und eine voraussichtlich deutlich kleinere globale Rapserzeugung 2016/17 bescherten den Notierungen in Paris ebenfalls umfangreiche Gewinne. Diese konnten bis dato zum Großteil gehalten werden.

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Marktexperten

Frau Benita Burghardt - AMI Expertin für Ölsaaten und Biokraftstoffe

Benita Burghardt

Marktexpertin Ölsaaten und Biokraftstoffe


Tel.: (0228) 33805-355
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen, Mitarbeit am Projekt der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, gute Kontakte im Ölsaaten- und Bioenergiesektor.