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Stagnation des europäischen Schlachtschweinemarktes erwartet

Stagnation des europäischen Schlachtschweinemarktes erwartet
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
10.11.2016

Trotz des europaweit umfangreichen Angebotes an schlachtreifen Schweinen lagen die Preise 2016 fast durchweg über dem Niveau des vergangenen Jahres. Insbesondere der enorme Importbedarf aus China ermöglichte den Vermarktern steigende Absätze. Für 2017 erwarten die meisten Marktexperten hier nun allerdings allenfalls stagnierende Mengen und auch der Preis dürfte mehr oder weniger auf dem Niveau von 2016 liegen.

EU Produktion auf Höchststand

Mit voraussichtlich rund 260 Mio. Schweinen dürfte die Eigenproduktion in der EU im Jahr 2016 um rund 2 Mio. Tiere (bzw. +0,8 %) größer ausfallen als im vergangenen Jahr. In den meisten Ländern wird für das Jahr 2017, zumindest in der 1. Jahreshälfte, erneut eine fortgesetzt hohe Produktion erwartet. Selbst bei schrumpfenden Sauenbeständen werden durch beachtliche Zucht- und Leistungsfortschritte mehr Ferkel und leistungsfähigere Mastschweine produziert. Zugleich gehen die Marktexperten der meisten europäischen Länder aber davon aus, dass die Produktion des Staatenbündnisses für das gesamte Jahr 2017 erstmals seit 4 Jahren leicht schrumpfen könnte, da in der 2. Jahreshälfte ein Rückgang erwartet wird. Grund sind die verminderten Sauenbestände in vielen Ländern, allen voran Deutschland, Polen, Frankreich, Österreich und Ungarn.

Schweinepreise stagnieren

Obwohl das europaweite Angebot an Schlachtschweinen 2016 noch einmal zugenommen hat, lagen die Preise in fast allen Ländern mit durchschnittlich knapp 1,50 EUR/kg SG für Schweine der Hkl. E rund 7 % höher als im Jahr 2015. Antriebsfeder des Preisauftriebs war dabei die boomende Schweinefleischnachfrage aus Asien, speziell aus China. Für das Jahr 2017 erwarten die Marktexperten im Durchschnitt ein ähnliches Preisniveau. Der starke Anstieg wie im Frühsommer 2016 wird sich aber wohl nicht wiederholen, die Vorzeichen deuten auf einen zunehmenden nationalen und internationalen Wettbewerbsdruck hin. In der Summe sollten die Schweinepreise in der EU aber auf ähnlichem Niveau liegen wie im Jahr 2016.

Chinas Importsog lässt nach

Treibende Kraft hinter den umfangreichen Exporten aus der EU war China. Die Schweinefleischproduktion im Land der Mitte verringerte sich im Jahr 2015 schätzungsweise um 6 %, für 2016 erscheint ein vergleichbarer Rückgang realistisch. Ursachen waren seuchenbedingte Produktionsausfälle, verschärfte Umweltvorschriften sowie ein Abstocken der Sauenbestände der kleineren und unrentablen Tierhaltungen aufgrund unzureichender Wirtschaftlichkeit. Die Einfuhren haben sich dementsprechend innerhalb eines Jahres circa verdoppelt. Für 2017 wird nun allerdings mit einem Produktionswachstum in China von rund 4 % gerechnet und damit auch mit einem moderaten Rückgang der Importe.

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Marktexperten

Dr. Tim Koch - AMI Experte für Fleischwirtschaft

Dr. Tim Koch

Marktanalyst Fleischwirtschaft


Tel.: (0228) 33805-150
Kontakt: AMI Expertenseite

Autor von Fachbeiträgen zum Vieh- und Fleischmarkt, Referent auf Fachveranstaltungen, beste Kontakte zu Verarbeitern und Unternehmen des Fleischsektors.

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