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Steigende EU-Exporte von Pommes frites

Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
03.11.2016

Im Wirtschaftsjahr 2015/16 sind die Exporte von Pommes frites erneut deutlich gewachsen. Die Länder mit der größten Produktion sind bekanntlich Belgien und Frankreich. Unter zusätzlicher Berücksichtigung von Deutschland flossen aus diesen 3 Ländern im vergangenen Wirtschaftsjahr 3,56 Mio. t Pommes frites ab, 4,4 % mehr als im Jahr davor. 2014/15 hatten die Ausfuhren mit 10,6 % einen besonders großen Zuwachs erfahren und trotzdem setzte sich zuletzt der Anstieg so deutlich fort.

Weltmarkt gewinnt immer mehr an Bedeutung

Die größten Zuwachsraten beim Frittenexport sind am Weltmarkt zu verzeichnen. Dort kamen 2014/15 fast 26 % hinzu, vergangenes Jahr waren es dann nur 5 %. Das Geschäft mit Kunden in Drittstaaten spielt für die Verarbeiter in der EU eine immer wichtigere Rolle. Waren 2007/08 noch gut 86 % der Frittenexport der drei Länder in den Staaten der 28er Gemeinschaft geblieben, waren es zuletzt nur noch 69 %.

Die mit Abstand wichtigste Bestimmung für Pommes frites vom Kontinent ist Großbritannien. Allein dorthin flossen im vergangenen Wirtschaftsjahr 634.000 t. Es folgt Frankreich mit 440.000 t, Tendenz allerdings abnehmend. Aus Belgien und Deutschland gingen fast 300.000 t Fritten in die Niederlande. Möglicherweise handelt es sich dabei allerdings um Mengen, die anschließend weiter in andere Staaten verkauft wurden. Die großen Wachstumsmärkte für den Absatz in Europa sind im Süden zu finden: Italien (157.000 t), Spanien (185.000 t) und Portugal (47.000 t). Am Weltmarkt nehmen abwechselnd Saudi-Arabien und Brasilien die Spitzenplätze ein, wobei zuletzt das Arabische Land mit 183.000 t vorne lag. Der Verkauf nach Südamerika ist nun schon zwei Mal in Folge etwas geschrumpft und belief sich jüngst noch auf 155.000 t. Weitere Länder mit großer Absatzbedeutung sind in der EU, im arabischen und im asiatischen Raum zu finden. Mit 14.500 t wurde sogar nennenswerte Mengen in die USA verkauft. Deutschland nahm mit 152.000 t im vergangenen Jahr wieder ziemlich viele Fritten auf, vor allem aus den Niederlanden. Die bleiben meistens hier. Der Importanteil bei der Inlandsversorgung mit den goldenen Stäbchen kommt schließlich nur auf rund 50 %.

Neues Wirtschaftsjahr startet vielversprechend

Von Juli bis August 2016, dem Start ins neue Wirtschaftsjahr, wurde das hohe Mengenniveau bei den Ausfuhren gehalten. Am Weltmarkt wurde sogar etwas mehr verkauft, vor allem von den Niederländern. Belgier hielten sich im Juli etwas zurück, holten dann aber im August wieder etwas auf. Lebhaft war das Geschäft mit Südamerika, nach Saudi-Arabien ging etwas weniger, in die Arabischen Emirate dagegen mehr.

Für die Pommes frites-Anbieter in Europa steckt die größte Konkurrenz in Nordamerika. Wie dort die Ernte ausgefallen ist und wie sich die Preise für Verarbeitungskartoffeln entwickeln, beobachten die AMI Marktexperten und geben dazu Auskunft in der Markt Woche Kartoffeln und im Internet im Onlinedienst Markt aktuell Kartoffeln.

Marktexperten

Christoph Hambloch

Christoph Hambloch

Marktanalyst Kartoffeln


Tel.: (0228) 33805-352
Kontakt: AMI Expertenseite

Autor von Fachbeiträgen und Produktstudien, langjährige intensive Kontakte zu nationalen und internationalen Unternehmen der Kartoffelbranche. Mitglied von Fachgremien und Institutionen im Bereich Kartoffelanbau.