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Unerwartet hohe US-Maisernteschätzung drückt Kurse

Unerwartet hohe US-Maisernteschätzung drückt Kurse
© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
11.11.2016

USDA prognostiziert Rekordernten an Mais und Sojabohnen, belässt die Weizenversorgungsschätzung nahezu unverändert, Kurse reagieren auf die unerwarteten Korrekturen mit Schwäche, US-Wahlsieg verunsicherte Märkte, blieb bislang aber ohne nennenswerte Kurswirkung.

Der Weizenkurs in Chicago zeigte sich im Wochenverlauf unentschlossen, mitunter deutliche Verluste als auch Gewinne wechselten sich von Tag zu Tag ab. Am vergangenen Donnerstag musste Chicagoer Weizen aufgrund enttäuschender US-Exportzahlen und der wachsenden Unsicherheit hinsichtlich des Ausgangs der US-Präsidentschaftswahl deutliche Verluste hinnehmen. Letzteres war dann auch in den folgenden Tagen das Topthema sowohl an den Termin- wie auch an den Kassamärkten, nicht nur in den USA. Zudem bremste die anstehende Veröffentlichung des USDA-Landwirtschaftsberichts den Handel. Zwischenzeitlich ließ sich der Kurs von der festen Entwicklung für Mais und Soja nach oben ziehen.

Zuletzt erhielten die Weizennotierungen an der Chicagoer Börse aber einen deutlichen Dämpfer. Der Wahlsieg Trumps war für diese Entwicklung, entgegen den Erwartungen, nur kurzfristig verantwortlich. Selbst der US-Dollarkurs, für den im Vorfeld ein deutlicher Rückgang im Falle eines Wahlsiegs Trumps prognostiziert worden waren, verlor nur leicht und machte die Verluste später sogar wieder wett. Der entscheidende Druck auf die Weizennotierungen kam vom USDA-Bericht. Zwar zeigten die Weizenzahlen kaum Veränderungen gegenüber Vormonat, aber die unerwarteten Korrekturen bei Soja und Mais sorgten für Kursrutsch, der auch Weizen erfasste.

Im Gegensatz zu Weizen konnten die Maiskurse in Chicago von soliden US-Exportzahlen profitieren, die etwas über den Erwartungen lagen. Darüber hinaus sorgten US-Wahl und anstehender USDA-Bericht für Verunsicherung und es konnte sich keine eindeutige Kursrichtung durchsetzen. Die kam dann mit der Versorgungsprognose des USDA, das mit seiner Einschätzung der US-Maisernte die Erwartungen der Marktteilnehmer deutlich übertraf. Die Kurse verloren kräftig und lagen zuletzt mit umgerechnet 122 EUR/t rund 1 EUR/t unter Vorwochenlinie.

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Marktexperten

Herr Steffen Kemper - AMI Experte für Agrarrohstoffe

Steffen Kemper

Junior-Produktmanager Agribusiness


Tel.: (0228) 33805-517
Kontakt: AMI Expertenseite

Autor von Marktkommentaren und Fachbeiträgen zu Agrarrohstoffen