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US-Sojakurse volatil – Rekorderzeugung versus Rekordnachfrage

© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
17.08.2016

Eine lebhafte Nachfrage aus dem In- und Ausland beschert den Sojanotierungen Gewinne, die Aussichten auf eine US-Rekordernte wirken aber dagegen. Die monatliche USDA-Schätzung August 2016 brachte viele weitere Rekorde mit sich.

Die Sojabohnennotierungen in Chicago finden keine klare Richtung. Die Aussicht auf eine Rekorderzeugung in den USA im Herbst wirkt gegen eine anhaltend lebhafte Nachfrage. Letztere soll die Ausfuhren 2015/16 voraussichtlich schon auf ein Rekordniveau von 51,2 Mio. t erhöhen und im kommenden Jahr weiter anziehen. Nahezu täglich werden umfangreiche Verkäufe zur Lieferung 2016/17 gemeldet. Gesteigert wird das Kaufinteresse derzeit noch von einem anhaltenden schwachen US-Dollar, der US-Ware am Weltmarkt konkurrenzfähiger macht. Aber auch die Nachfrage aus dem Inland ist lebhaft. US-Ölmühlen haben im Juli 2016 zwar weniger Sojabohnen verarbeitet, dafür aber umfangreich Sojaöl verkauft, so dass sich die Margen verbessert und der Rohstoffbedarf vergrößert haben.

US-Sojaernte 2016 – Rekorde, Rekorde, Rekorde
Die Vegetationsbedingungen für Sojabohnen sind in den USA weiterhin sehr gut, Befürchtungen um trockenheitsbedingte Ernteeinbußen sind Geschichte. Auf einer Rekordanbaufläche von 33,6 Mio. ha könnte so viel geerntet werden wie noch nie zuvor. Nach aktueller Schätzung des USDA werden in den USA im Herbst rund 110,5 Mio. t Sojabohnen geerntet. Das würde den Rekord von 2014/15 um 3,6 Mio. t übertreffen. Günstige Vegetationsbedingungen, auch in der maßgeblich ertragsbestimmenden Entwicklungsphase im August, haben die Aussichten deutlich verbessert. Der nun prognostizierte Rekordertrag von durchschnittlich 33 dt/ha führte zur kräftigen Anhebung der Ernteschätzung gegenüber Vormonat von 4,5 Mio. t.

Die diesjährige Sojabohnenernte in den USA steht schon in den Startlöchern. Bis dato sollen schätzungsweise 10 % der Feldbestände reif sein. Ergiebige Regenfälle verzögern jedoch den Erntestart. Wird es statt des lange befürchteten „hot & dry“-Scenarios nun zu feucht? Mit einem Abonnement des AMI Onlinemonitors Markt aktuell Ölsaaten können Sie sich täglich über die Entwicklung in Übersee sowie am europäischen Ölsaatenmarkt informieren. Bestellen können Sie Ihren persönlichen Zugang schnell und unkompliziert im Shop.

Marktexperten

Frau Benita Burghardt - AMI Expertin für Ölsaaten und Biokraftstoffe

Benita Burghardt

Marktexpertin Ölsaaten und Biokraftstoffe


Tel.: (0228) 33805-355
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen, Mitarbeit am Projekt der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, gute Kontakte im Ölsaaten- und Bioenergiesektor.