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USDA-Report hilft Soja- und Maispreisen

© tom - Fotolia.com
von , am
13.10.2017

In den USA verarbeiteten die Märkte die Daten, vor allem bei Sojabohnen, aber auch bei Mais, zunächst mit einer bullischen Reaktion, während die Situation beim Weizen eher bärisch bis neutral eingeschätzt wurde.

Am Donnerstag Abend zogen die Preise für Sojabohnen jedenfalls kräftig an und lagen gegen 19:30 rund 2,4 % im Plus.

Auch der Mais wurde am Donnerstag in Chicago mit einem Plus von 1,2 % gehandelt. Lediglich der Weizen drehte ins Minus.

Am europäischen Terminmarkt hatte der Raps um 3 Euro auf 368 Euro zugelegt.Die europäischen Maispreise waren um 0,50 Euro auf 152 Euro gestiegen und der vordere Weizen beschloss den Handel weitgehend unverändert bei knapp 162 Euro.

Weizenernte nur noch knapp unter Rekord

Weizenbestände
© Olaf Zinke

Deutlich bärischer als von den Analysten erwartet, veränderte das USDA die Daten und Prognosen zum globalen Weizenmarkt. Zum einen wurde die neue globale Weizenernte deutlich nach oben korrigiert und erreicht nun fast das Rekordniveau vom vorigen Jahr.

Ein Grund ist die weitere Korrektur der russischen Ernte nach oben. Hinzu kommen jedoch ebenfalls nach oben gesetzte Produktionsmengen in Indien, der Europäischen Union und in Kanada. Leicht nach unten ging es mit der Produktion nur für Australien (nicht jedoch für die USA). Zum anderen wurden die globalen Weizen-Bestände für die Saison 2017/18 nochmals kräftig nach oben korrigiert.

Damit befinden sich die Bestände auf einem absoluten Allzeithoch und sind zudem erheblich höher als im Vorjahr. Die Analysten hatten zuvor sogar einen leichten Rückgang der globalen Bestände erwartet. Insgesamt bleibt der globale Weizenverbrauch im neuen Wirtschaftsjahr mit etwa 740 Mio. t deutlich der kräftig nach oben korrigierten Produktion von 751 Mio. t zurück.

Dabei wird der Verbrauch durch die erwartete Erntemenge um 11 Mio. t übertroffen. Gleichzeitig ist die neue Weizenernte mit erwarteten 751 Mio. t  (Vormonat: 745 Mio. t) nur noch 3 Mio. t kleiner als die globale Rekordernte aus dem Vorjahr mit 754 Mio. t.

Mehr Weizen in Russland, Indien und der EU

Nochmals leicht nach oben, auf einen neuen Rekordwert, schätzte das USDA die Weizenernte in Russland mit 82,0 Mio. t (Vormonat: 81 Mio. t), nach dem bisherigen Produktionsrekord von 72,5 Mio. t im vorigen Jahr. Die russischen Exporte werden vom USDA etwa bei 32,5 Mio. t (Vormonat: 32,5 Mio. t) erwartet und damit 4,7 Mio. t über der bisherigen Rekordmarke von 27,8 Mio. t in der vorigen Saison.

Damit sind die russischen Ausfuhren im neuen Wirtschaftsjahr deutlich höher als die Exporte der EU mit  28,5 Mio. t (wie im Vormonat) und der USA mit 26,0 Mio. t. Die russischen Bestände wachsen dennoch auf einen neuen Rekordwert von 17,3 Mio. t (Vormonat 16,8 Mio.t ) nach 10,8 Mio. t im vorigen Jahr.

Nach oben korrigiert hat das USDA außerdem auch die Weizenernten in Indien und der Europäischen Union. In Indien hoben die USDA-Experten die Produktion von zuvor 96,0 Mio. t auf den neuen Rekordwert von 98,4 Mio. t an. Das sind für Indien rund 11,3 Mio. t Weizen mehr als im vorigen Jahr.

Von zuvor 148,9 Mio. t auf jetzt 151 Mio. t korrigierte das USDA die Produktion in der Europäischen Union nach oben und ließ die möglichen Exporte mit 28,5 Mio. t auf dem Stand des Vormonats.

US-Maisernte größer, globale Bestände kleiner

Maisbestände
© Olaf Zinke

Entgegen den Analysten-Erwartungen korrigierte das USDA die US-Maisernte auf 362,7 Mio. t nach oben. Das sind 2,4 Mio.t mehr als bei der vorigen Prognose und 22,1 Mio. t Mais weniger als die Rekordernte aus dem vorigen Jahr von 385 Mio. t.

Die Analysten hatten zuvor einen ganz leichten Rückgang der US-Produktion auf 359,9 Mio. t erwartet. Die US-Bestände nehmen im neuen Wirtschaftsjahr (trotz der kleineren Ernte) von 58,3 Mio. t auf 59,4 Mio. t (Vormonat: 59,3 Mio. t) in der neuen Saison zu. Zuvor hatten die US-Analysten einen Rückgang der Bestände auf 57,1 Mio. t erwartet. Gleichzeitig gehen die US-Maisexporte von 55,0 Mio. t auf „nur“ noch 47,0 Mio. t (Vormonat: 47,0 Mio. t) in der neuen Saison zurück.

Die globale Maisernte schrumpft im Jahresvergleich relativ deutlich von 1.075 Mio. t in der vorigen Saison auf 1.039 Mio. t (Vormonat: 1.033 Mio. t). Dies wäre immer noch die bislang zweitgrößte Mais-Ernte überhaupt und zudem 6 Mio. t mehr als im Vormonat. Gleichzeitig nimmt der globale Verbrauch von Mais (auch in China) von 1.062 Mio. t auf 1065 Mio. t zu (Vormonat: 1057 Mio. t). und und geht nicht wie zuvor erwartet zurück.

Zudem wird die Verbrauchsmenge von der Produktion nicht gedeckt. Die globalen Maisbestände schrumpfen deshalb von 227 Mio. t auf 201 Mio. t (Vormonat: 203 Mio. t) und damit auf den kleinsten Wert seit dem Wirtschaftsjahr 2013/14. Der im Vergleich zum Vormonat nach oben korrigierte Verbrauch und der Bestandsabbau stützen am Donnerstag Abend zunächst die Maispreise.  

US-Sojaernte unverändert, Bestände nicht so groß

Sojabestände
© Olaf Zinke

Gründe für kräftig steigenden Sojapreise lieferten die entgegen den Analystenerwartungen unveränderte Schätzung für die US-Sojaernte mit 120,6 Mio. t (Vormonat: 120,6 Mio. t) sowie die deutlich geringer als erwartet wachsenden US-Bestände. Dennoch würde die US-Rekordernte aus dem Vorjahr von 117,2 Mio. t um rund 3,4 Mio. t übertroffen. Die Analysten hatten zuvor indessen einen ganz leichten Anstieg der US-Produktion um 0,2 Mio. t auf 120,8 Mio. t erwartet.

Die US-Bestände wachsen im Jahresvergleich, trotz der ebenfalls steigenden US-Exporte, von 8,2 Mio. t auf 11,7 Mio. t. Damit sind die neuen Bestände im Vergleich zur vorigen Schätzung (12,9 Mio. t) jedoch 1,2 Mio. t kleiner. Das hat der Markt offenbar ausgeprochen bullisch interpretiert. Die Analysten hatten zuvor einen Wachstum der Bestände auf 12,3 Mio. t erwartet bzw. damit einen stärkeren Zuwachs als das USDA (11,7) unterstellt hat.

Die neue globale Sojaernte 2017/18 bleibt mit rund 347,9 Mio. t (Vormonat: 348,4 Mio. t) nur geringfügig unter dem Rekordwert des zurückliegenden Jahres (351 Mio. t). Dr. Olaf Zinke

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