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Analyse

USDA-Report überrascht die Märkte

Dieser Artikel ist zuerst im Agrarmanager erschienen.

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© agrarfoto.com
von , am
13.09.2017

Wieder einmal hat das USDA mit seinem aktuellen Septemberreport die Märkte überrascht und einige grundsätzliche Einschätzungen zur Markentwicklung und zu den wichtigsten Eckdaten entgegen den zuvor von Analysten gemachten Prognosen getroffen.

Dabei  dürfte vor allem die Korrektur der Mais- und Sojaerträge in den USA und damit auch der entsprechenden Ernteschätzungen und Bestände nach oben, die meisten Markteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt haben. Hier war hatten die Analysten zuvor mit einer ertragsbedingten Absenkung der US-Mais und Sojaernte gerechnet.

Beim Weizen gab es hingegen keine großen Überraschungen. Während die Daten für die USA diesmal unverändert blieben und wohl erst mit dem Spezial-Report Ende September (Small Grains Annual Summary) endgültig angepasst werden, setzte man die russische Weizenernte auf einen neuen Rekordwert nach oben und die erwartete Weizenernte in Australien wurde wegen der extrem widrigen Witterungsbedingungen noch weiter abgesenkt.

Auch für die europäische Weizenernte ging es überaschenderweise nochmals etwas nach unten.

Weizenbestände bleiben auf Rekordniveau

Nicht viel anders als zuvor von den Analysten erwartet veränderte das USDA die Daten und Prognosen zum globalen Weizenmarkt. Zum einen wurde die neue globale Weizenernte leicht nach oben angepasst. Grund ist die erneute Korrektur der russischen Ernte nach oben. Zum anderen wurden jedoch die globalen Weizen-Bestände für die neue Saison 2017/18 leicht nach unten korrigiert.

Dennoch befinden die Bestände damit weiterhin auf einem absoluten Allzeithoch und sind deutlich höher als im Vorjahr. Die Analysten hatten zuvor ebenfalls einen leichten Rückgang der Bestände erwartet. Insgesamt bleibt der globale Weizenverbrauch im neuen Wirtschaftsjahr mit etwa 737 Mio. t deutlich hinter der leicht nach oben korrigierten Produktion von 745 Mio. t zurück.

Dabei wird der Verbrauch durch die erwartete Erntemenge um 8 Mio. t übertroffen. Gleichzeitig ist die neue Weizenernte mit erwarteten 745 Mio. t (Vormonat: 743 Mio. t) etwa 8 Mio. t kleiner als die globale Rekordernte aus dem Vorjahr mit 753 Mio. t.

Rekordernte in Russland ist noch größer

Nochmals kräftig nach oben, auf einen neuen Rekordwert, schätzte das USDA die Weizenernte für Russland mit jetzt 81,0 Mio. t (Vormonat: 77,5 Mio. t), nach dem bisherigen Produktionsrekord von 72,5 Mio. t im vorigen Jahr.

Die russischen Exporte werden vom USDA derzeit bei 32,5 Mio. t (Vormonat: 31,5 Mio. t) erwartet und damit 4,7 Mio. über der bisherigen Rekordmarke von 27,8 Mio. t in der vorigen Saison. Damit sind die russischen Ausfuhren im neuen Wirtschaftsjahr auch deutlich höher als die Exporte der EU.

Weiter nach unten korrigiert hat das USDA, wegen der bislang sehr ungünstigen Witterungs- und Aufwuchsbedingungen (Trockenheit und Kälte), die Weizenernte in Australien von zuvor 23,5 Mio. t auf nur noch 22,5 Mio. t.  Im Vorjahr gab es Australien die bisherige Rekordernte von immerhin 33,5 Mio. t (!!!). 

Korrektur der US-Maisernte nach oben

Ursache für den Preisrückgang beim Mais ist die entgegen den Analysten-Erwartungen nach oben korrigierte neue US-Maisernte von knapp 360,3 Mio. t. Das sind 0,8 Mio.t mehr als bei der vorigen Prognose und 24,5 Mio. t Mais weniger als die Rekordernte aus dem vorigen Jahr von 385 Mio. t.

Die Analysten hatten allerdings einen deutlichen Rückgang der Produktion um 4 Mio. t auf 355,7 Mio. t erwartet. Die US-Bestände schrumpfen im neuen Wirtschaftsjahr fast gar nicht, von 59,6 Mio. t auf 59,3 Mio. t (Vormonat: 57,5 Mio. t) in der neuen Saison. Die Analysten hatten zuvor einen Rückgang auf  nur noch 54,2 Mio. t erwartet. Gleichzeitig gehen die US-Exporte von 55,0 Mio. t auf „nur“ noch 47,0 Mio. t (Vormonat: 47,0 Mio. t) in der neuen Saison zurück.

Die globale Maisernte schrumpft dennoch relativ deutlich von 1.070 Mio. t in der vorigen Saison auf 1033 Mio. t (Vormonat: 1033 Mio. t). Dies wäre jedoch immer noch die bislang zweitgrößte Ernte überhaupt. Gleichzeitig geht der globale Verbrauch von Mais jedoch leicht (außer in China) von 1058 Mio. t auf 1057 Mio. t zurück (Vormonat: 1061 Mio. t).

Dennoch wird die Verbrauchsmenge von der Produktion nicht gedeckt. Die globalen Maisbestände schrumpfen deshalb von 227 Mio. t auf 202 Mio. t (Vormonat: 201 Mio. t) und damit auf den kleinsten Wert seit dem Wirtschaftsjahr 2013/14.

US-Sojaernte erneut nach oben korrigiert

Einen Grund für rückläufige Sojapreise lieferte die entgegen den Analystenerwartungen nochmals um 1,3 Mio. t nach oben korrigierte Schätzung für die neue US-Sojaernte mit 120,6 Mio. t (Vormonat: 119,2 Mio. t). Damit würde die Rekordernte aus dem Vorjahr von 117,2 Mio. t um rund 3,4 Mio. t übertroffen.

Die Analysten hatten zuvor einen Rückgang der Produktion um 1,6 Mio. t auf 117,6 Mio. t erwartet. Die US-Bestände wachsen im Jahresvergleich, trotz der ebenfalls steigenden US-Exporte, von 9,5 Mio. t auf 12,9 Mio. t  und sind im Vergleich zum Vormonat (12,9 Mio. t) unverändert.

Die Analysten hatten zuvor einen Wachstum der Bestände im neuen Jahr auf nur 11,9 Mio. t erwartet bzw. einen Rückgang zur vorigen Schätzung. Die nächste globale Sojaernte 2017/18 bleibt mit rund 348,4 Mio. t (Vormonat: 347,4 Mio. t) nur ganz geringfügig unter dem Rekordwert des zurückliegenden Jahres (351 Mio. t).

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