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Verhaltene Nachfrage nach Mischfutter

Verhaltene Nachfrage nach Mischfutter
© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
20.01.2017

Obgleich es aufgrund der Niedrigwassersituation in weiten Teilen Deutschlands zu Engpässen in der Belieferung kommt, scheinen alle Veredelungsbetriebe noch ausreichend mit Mischfutter versorgt zu sein. Der Abruf aus bestehenden Kontrakten erfolgt stetig, Versorgungslücken sind nicht aufgetreten, so dass noch keine unvorhergesehenen Lieferungen vonnöten sind.

Auch die Kälte hat die Nachfrage noch nicht angekurbelt. In einigen Regionen läuft Ende Februar 2017 eine Vielzahl von Kontrakten aus, so dass das Interesse an Anschlussverträgen zunimmt. Abschlüsse wurden aber bislang kaum getätigt. Damit zeigt die aktuelle Preiserhöhung der Mischfutterpreise wenig Wirkung. Ohnehin warten viele Landwirte mit längerfristigen Kontrakten vorerst ab und spekulieren auf günstigere Offerten.

Leicht festere Mischfutterpreise

Mischfutterhersteller haben ihre Forderungen im Januar 2017 erneut angehoben und geben damit die gestiegenen Futtergetreidepreise an die Käufer weiter. Mittlerweile konnten zwar auch die Großhandelspreise für Ölschrote, besonders Sojaschrot, zulegen, dennoch fielen die Preisanhebungen für Mischfutter sehr uneinheitlich aus und schwankten zwischen 0,2-2,2 % plus zum Vormonat.

Futtergetreideeinsatz im Mischfutter stabil

Während die Erzeuger zuletzt wieder etwas mehr für ihre Futtergetreidepartien erzielten, zeigen die Großhandelspreise wenig Bewegung. Futtergerste kostete zuletzt 145 EUR/t franko Südoldenburg und damit gerade einmal 2 EUR/t mehr als vor einem Monat. Auch für Futterweizen wurden unlängst die Forderungen um 2 EUR/t auf 174 EUR/t angehoben. Demgegenüber sind die Maispreise wie betoniert. Seit Wochen werden franko Westdeutschland 180 EUR/t genannt. Das liegt am impulslosen Markt. Das Angebot ist ausreichend, denn die knappe inländische Ware wird mit umfangreichen Lieferungen aus der Ukraine und Russland vervollständigt. Weitere Entwicklung der Großhandelspreise für Getreide finden Sie tagesaktuell im Onlinedienst Markt Aktuell Getreide. Ohnehin wurde im laufenden Wirtschaftsjahr weniger Mais im Mischfutter verwendet. In Deutschland wurden bis November 2016 rund 10 % weniger Körnermais verarbeitet, demgegenüber allerdings 11 % mehr Weizen und 5 % mehr Gerste. Die Verarbeitung von Roggen zu Mischfutter sank um 18 %, die von Triticale sogar um 19 %. Summa summarum wurden mit 3,8 Mio.t Getreide allerdings genau so viel verwendet wie im Vorjahreszeitraum. Damit stieg bei einer gleichzeitig 1,2 % kleineren Mischfutterproduktion der Getreideanteil um 0,5 Punkte auf 48,5 %.

Ölschrotpreise aktuell sehr fest

Die Sojaschrotpreise haben ihre Richtung gewechselt. Herrschte bis Mitte Januar 2017 für Sojaschrot Preisschwäche vor, haben sie sich zuletzt kräftig nach oben entwickelt. Auslöser für die Befestigung sind die steigenden Sojanotierungen in Übersee. Analysen der Sojamärkte und die tagesaktuellen Notierungen in Europa und Übersee finden Sie um Onlinedienst Markt aktuell Ölsaaten.

Ausführliche Analysen über die Entwicklung auf den Komponentenmärkten sowie die Marktlage der verschiedenen Mischfutter und auch Raufutter können Sie im Markt aktuell Futtermittel nachlesen. Sie sind noch kein Kunde? Sie möchten den Onlinedienst kennenlernen? Bestellen Sie hier Ihr Abonnement.

 

 

Marktexperten

Frau Wienke von Schenck - AMI Expertin für Getreide und Ölsaaten

Wienke von Schenck

Marktanalystin Getreide und Ölsaaten


Tel.: (0228) 33805-351
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen und Analysen zum Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenmarkt, Referentin auf Veranstaltungen des Agribusiness, Mitarbeit in Fachgremien