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Vieh- und Fleischmärkte – Spagat zwischen Preisdruck und steigenden Kosten

© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
13.05.2016

Wann können die Rinderhalter wieder mit steigenden Erzeugerpreisen rechnen? Sind die sehr hohen Öko-Schweinepreise nachhaltig? Boom am Bio-Schweinemarkt: Fakten und Trends. Wie tickt der Verbraucher wirklich zwischen Umfragen und tatsächlichem Einkaufsverhalten?

Am 10. Mai veranstaltete die AMI ein Markt Seminar im Fachgebiet Vieh und Fleisch. Unter der oben genannten Überschrift wurden Antworten zu den vorangegangenen Fragen gegeben und diskutiert. Die gestreute Teilnehmerstruktur ‑ von der Landwirtschaft, der Schlacht-und Zerlegebranche bis hin zum Lebensmitteleinzelhandel ‑ zeigte, dass das Themengebiet für alle Marktbeteiligten in der Wertschöpfungskette von großem Interesse ist. Dies wurde nicht zuletzt durch intensive Diskussionen unterstrichen. Es gibt viele Herausforderungen: Das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Ansprüchen und wirtschaftlichen Erfordernissen ist besonders in der Schweinehaltung ein großer Zielkonflikt. Das Jahr 2015 und auch die erste Hälfte des Jahres 2016 war nicht nur für die Schweinehalter wirtschaftlich stark angespannt. Auch die Schlacht- und Zerlegebranche hatte es unter dem Strich sehr schwer, Geld zu verdienen. Zudem sorgen Themen wie „Veggie-Boom“, Fleischverzicht, Fleischersatzstoffe und nicht zuletzt mehr Tierwohl für Verunsicherung hinsichtlich der zukünftigen Markteinschätzungen. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Die AMI bietet den Vorteil, durch objektive und anschaulich aufbereitete Auswertungen auf allen Stufen der Produktionskette bis hin zum Verbraucherverhalten, Licht in das vielschichtige Thema rund um Fleisch zu bringen. So war auch die einhellige Meinung der Seminarteilnehmer.

Wo geht die Reise hin?
Wie ein roter Faden stand während des AMI Markt Seminars die Frage im Raum: Wo geht die Reise hin? Welche Prognosen gibt es für die zweite Jahreshälfte 2016? Dieser Fragestellung widmete sich Matthias Kohlmüller, Marktanalyst für Vieh und Fleisch. Auf Basis der kürzlich stattgefundenen EU-Prognoseausschüsse für Rind- und Schweinefleisch lieferte der Marktexperte Abschätzungen, was im Jahr 2016 auf Seiten der Landwirte und der Schlachtbranche im Markt zu erwarten ist.

Bio-Schweinepreise auf Rekordhoch
Auf Seiten des Lebensmitteleinzelhandels gab es 2015 und gibt es im aktuellen Jahr einen starken Nachfragesog nach Bio-Schweinefleisch bei gleichzeitigen Lieferengpässen. Auch Rekordpreise können diese Lücke nur langsam schließen. Selbst in den Nachbarländern war nicht ausreichend Ware vorhanden. Diana Schaack, Marktanalystin Öko-Landbau, präsentierte dazu Fakten und Hintergrundinformationen. Die Schere zwischen den Erzeugerpreisen für konventionelle Schweine und für Bio-Schweine ist so weit auseinandergeklafft wie noch nie.

Wie tickt der Verbraucher?
Wie passen geäußerte Einstellungen und tatsächliches Einkaufsverhalten zusammen? Wer ist die Zielgruppe der Fleischvermarkter? Dieser spannenden Thematik widmete sich Thomas Els, Marktanalyst Verbraucherforschung.

Die Preisentwicklung auf den vorgelagerten Stufen im Fleischmarkt wurde nach Beobachtungen der AMI-Verbraucherforschung nur bedingt an die Endverbraucher weitergereicht. Auch die Preisrunde für Schweinefleisch und Wurstwaren im Einkauf im Februar 2016 blieb demnach ohne größeren Einfluss auf die Teuerung der Segmente im Laden.

Lediglich Rindfleisch konnte sich im vergangenen Jahr gegen den allgemeinen Trend einer rückläufigen Nachfrage nach Fleisch und Fleischwaren stemmen. Die Ergebnisse des ersten Quartals 2016 lassen hoffen. Allerdings dürften Kalendereffekte die Nachfrageentwicklung mitbestimmt haben. Die Grillsaison 2016 startete jedenfalls verspätet.

Auch die Marktentwicklung für Fleischersatzprodukte und der Vergleich zum Gesamtmarkt sind im Portfolio der Charts enthalten. Die Analysen zum Einkaufsverhalten nach Altersgruppen lassen darauf schließen, wohin die Reise geht, wenn die jungen Verbraucher 10 Jahr älter sind und sie ihr Fleisch-Konsumverhalten beibehalten oder auch weitergeben.

Die AMI-Markt Charts zu dem Seminar „Spagat zwischen Preisdruck und steigenden Kosten“ können Sie auch käuflich erwerben.

Marktexperten

Herr Matthias Kohlmüller - AMI Experte für Fleischwirtschaft

Matthias Kohlmüller

Marktanalyst Fleischwirtschaft


Tel.: (030) 8109597-12
Kontakt: AMI Expertenseite

Intensive Kontakte zu europäischen Organisationen (IMPA Meeting) und Mitglied im EU-Prognoseausschuss, Mitarbeit in Fachgremien und im Bundesmarktverband. Referent auf nationalen und internationalen Veranstaltungen.