Wachstumsmarkt China – Eine Chance für deutsche Exporteure

von AMI-Experte am

In den vergangenen Jahren hat sich China mehr und mehr zu einem der wichtigsten Importländer für deutsches und europäisches Schweinefleisch entwickelt. Alleine im Jahr 2016 führte das Land der Mitte mehr als 2,9 Mio. t Schweinefleisch (inkl. Nebenprodukte) ein, rund 560.000 t davon stammten aus der Bundesrepublik.

Deutschland ist damit, wie schon 2015, der größte Lieferant für Schweinefleisch nach Asien. Insbesondere in der Kategorie frisches und gefrorenes Schweinefleisch stammten im vergangenen Jahr mehr als 20 % der Einfuhren aus der Bundesrepublik. Nach den Rückgängen in den Vorjahren konnten nun allerdings auch die USA wieder deutlich größere Mengen liefern und entwickelten sich erneut zum Hauptkonkurrenten. Auch Spanien und Dänemark stockten ihr Liefervolumen einmal mehr deutlich auf, bleiben aber mengenmäßig deutlich hinter Deutschland zurück.

Ursache für den deutlich gewachsenen Importbedarf ist dabei in erster Linie der Rückgang der inländischen Produktion im Zuge der angestrebten Modernisierungen der chinesischen Fleischerzeugung. Aktuell ist geplant, die Schweinehaltung bis 2020 technisch auf ein neues Niveau zu heben und auch die Schweinezucht zu verbessern. Auch strukturell soll sich einiges ändern. So werden etwa viele kleine Betriebe sowie Unternehmen, die sich in der Nähe größerer Städte befinden, geschlossen. Obendrein wurden die Umweltvorgaben und damit einhergehende Kontrollen deutlich verschärft. In der Summe führte dies im Jahr 2016 zu einem geschätzten Produktionsrückgang um rund 9 %, wobei hier auch Flutkatastrophen sowie die grassierende Ferkelseuche PED eine Rolle spielten.

Mit dem Ziel einer großflächigen Umstrukturierung stellt sich für viele potentielle Lieferanten immer wieder die Frage, wie es mit dem Absatzmarkt China weitergeht. Doch zumindest vorerst dürfte der Einfuhrbedarf weiter hoch bleiben. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium geht nach aktuellen Schätzungen von einem Wachstum der chinesischen Schweinefleischproduktion um 4 % im Jahr 2017 aus. Auch wenn dies den Einfuhrbedarf leicht schmälert, steigt die Nachfrage nach Schweinefleisch in China zeitgleich weiter an. Zusätzlich hat importiertes Schweinefleisch im Land der Mitte einen sehr guten Ruf bezüglich der Qualität und ist darüber hinaus auch noch kostengünstig. Unklar ist dagegen, wie sich die Lieferbeziehungen ansonsten entwickeln. Denn die recht kurzfristige Sperrung zweier Schlachtbetriebe der Firma Tönnies hat gezeigt, wie schnell ein solch großer Absatzmarkt wegbrechen kann. Dennoch dürfte China auch 2017 wieder einen Importbedarf von rund 2,8 Mio. t haben, der zu nicht unwesentlichen Teilen von Deutschland gedeckt werden wird.

Wie geht es 2017 weiter?
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Marktexperten

Dr. Tim Koch - AMI Experte für Fleischwirtschaft

Dr. Tim Koch

Marktanalyst Fleischwirtschaft


Tel.: (0228) 33805-150
Kontakt: AMI Expertenseite
Autor von Fachbeiträgen zum Vieh- und Fleischmarkt, Referent auf Fachveranstaltungen, beste Kontakte zu Verarbeitern und Unternehmen des Fleischsektors.