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Weizen tendiert schwächer

Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
25.05.2016

Weizen unter Druck, neue Prognosen bestätigen zunehmend Aussicht auf reichliches Angebot 2016/17, Mais demgegenüber leicht fester, Aussaatbedingungen in den USA nicht optimal.

Die Weizenkurse in Chicago legten in den vergangenen Tagen einen stetigen Abwärtstrend hin. In einer Woche verlor der Fronttermin knapp 4 % an Wert und das obgleich die Kurse aufgrund von lebhaften Short-Eindeckungen zuletzt fester schlossen. Es gab zuletzt kaum bullische Argumente. Es bestätigen sich derzeit zunehmend die bisherigen Annahmen auf ein weltweit sehr komfortables Weizenangebot 2016/17. Stetig werden Ernteprognosen nach oben revidiert, das belastet die Kurse. So sorgte die jüngste offizielle Schätzung der argentinischen Weizenanbaufläche auf 9-Jahreshoch für kräftigen Kursrückgang.

Zusätzlich belastet die Notierungen in Chicago der sehr starke Dollarkurs, der jüngste gegenüber dem Euro ein 2-Monatshoch erreichte. Am exportorientierten US-Markt, der 2015/16 einen massiven Rückgang der Weizenausfuhren verzeichnete, sind die Aussichte auf das Potenzial 2016/17 ohnehin gedämpft. Die Schätzung liegt bei 24,5 Mio. t. Das wären zwar 3,2 Mio. t mehr als im sehr schwachen Vorjahr, verfehlte aber das langjährige Mittel immerhin noch um knapp 2 Mio. t. Um das Ziel zu erreichen, wäre ein schwacher, exportfördernder Dollar wichtig.

Mit den derzeit laufenden Aussaaten von Mais und Sojabohnen steht die Witterung im Fokus der Spekulanten. Und die scheint alles andere als optimal zu sein. Auch in Übersee ist es, wie in weiten Teilen Europas, zu nass und zu kühl. Im sonst eher trockenen Südwesten verbessern die angesagten kräftigen Niederschläge die Vegetationsbedingungen für Winterweizen, im ohnehin zu nassen Süden ver-schlechtern sich zusehends die Bedingungen, so dass sich Bedenken hinsichtlich Quantität und vor allem Qualität einstellen. Das konnte den Weizenkursen am Dienstag immerhin leichten Auftrieb bescheren. Zuletzt schloss der Fronttermin mit 4,64 USD/bu (153 EUR/t) auf dem tiefsten Stand seit 2 Wochen.

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Marktexperten

Frau Wienke von Schenck - AMI Expertin für Getreide und Ölsaaten

Wienke von Schenck

Marktanalystin Getreide und Ölsaaten


Tel.: (0228) 33805-351
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen und Analysen zum Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenmarkt, Referentin auf Veranstaltungen des Agribusiness, Mitarbeit in Fachgremien

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