Login

Weizenkurs in Paris rutscht auf 3-Wochentief

© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
16.06.2016

Weizen verliert kräftig an Boden, Verunsicherung der Märkte durch labilen Euro aufgrund des anstehenden Referendums im Vereinigten Königreich und der ungünstigen Vegetationsbedingungen, dabei zeichnet sich für Mais ein deutlicher Rückstand gegenüber Vorjahr ab, während die Entwicklung der Weizenbestände in Frankreich nur wenig hinter der üblichen Entwicklung hinterherhinken.

Weizen hat kräftig verloren. Mit 164,25 EUR/t für den Fronttermin September rutschte der Kurs in Paris nicht nur nachhaltig unter die Linie von 170 EUR/t und 7,50 EUR/t unter Vorwochenniveau, sondern erreichte damit auch ein 3-Wochentief. Neben den schwachen Vorgaben aus Chicago, wo Weizen in nur einer Woche 8 % an Wert verlor, sind es vor allem die Verunsicherung über die Entwicklung auf den Feldern und an den Finanzmärkten. Die starken Regenfälle der Vorwochen und die anhaltend feucht-warme Witterung könnten den Feldbeständen schaden. Vor allem in Frankreich wird von hohem Krankheitsdruck gesprochen, gegen den, aufgrund des Regens, nicht immer mit Maßnahmen reagiert werden kann. Das könnte zulasten der Qualität gehen. Daher halten sich Handelsunternehmen derzeit mit umfangreichen Engagements am Terminmarkt zurück, da auch am Kassamarkt wenig umgesetzt wird. Der umsatzstärkste Kontrakt in Paris ist ohnehin der Dezember 2016, der mehr als doppelt so viel Open Interest verzeichnet wie der Fronttermin.
Gleichzeitig belastet den gesamten Rohstoff- und Finanzmarkt das anstehende Referendum im Vereinigten Königreich. Jüngste Umfragen haben eine breite Mehrheit für den Brexit ausgemacht. Aber, wir wissen auch, Umfragen vor Wahlen sagen eigentlich gar nichts aus. Dennoch ist die Verunsicherung sehr groß. Das hat in den vergangenen Tagen vor allem der Euro zu spüren bekommen. Eine Schwächung der EU-28, und das wäre der Ausstieg auf jeden Fall, belastet massiv die Gemeinschaftswährung. Vorerst sind es nur die Spekulationen, die für Druck sorgen. So verzeichnet der Euro gegenüber dem Yen ein 3-Jahrestief, gegenüber dem Dollar verlor er in 4 Tagen 1,3 %.

Eine ausführliche Analyse über die Entwicklung der Notierungen in Chicago sowie die Maiskurse in Paris finden Sie hier. Auch die Entwicklungen am deutschen Kassamarkt werden für Sie kommentiert. Die ausführlichen Tabellen bieten einen umfassenden Überblick über die Märkte für Getreide. Sie sind noch kein Kunde? Dann abonnieren Sie am besten gleich den Onlinedienst Markt aktuell Getreide.

Marktexperten

Frau Wienke von Schenck - AMI Expertin für Getreide und Ölsaaten

Wienke von Schenck

Marktanalystin Getreide und Ölsaaten


Tel.: (0228) 33805-351
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen und Analysen zum Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenmarkt, Referentin auf Veranstaltungen des Agribusiness, Mitarbeit in Fachgremien