Login

Weniger Angebotsdruck am globalen Milchmarkt

Weniger Angebotsdruck am globalen Milchmarkt
© AMI
Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
23.08.2016

Am globalen Markt für Milchprodukte hat zur Jahresmitte eine gewisse Entspannung eingesetzt. Angebotsseitig haben sich die expansiven Tendenzen im Verlauf der ersten Jahreshälfte als Reaktion auf die niedrigen Erzeugerpreise für Milch abgeschwächt, im Juni fiel das Rohstoffangebot der mengenmäßig bedeutendsten Exporteure von Milchprodukten auf den Weltmarkt, der USA, der EU sowie Australiens und Neuseelands in der Summe sogar niedriger aus als ein Jahr zuvor.

Abnehmender Angebotszuwachs am Weltmarkt
Im ersten Quartal war das Gesamtangebot der mengenmäßig bedeutenden Exporteure von Milchprodukten auf den Weltmarkt nach wie vor hoch. Im Zuge der teils kräftigen Produktionsausweitungen einiger Mitgliedstaaten in der EU nach dem Quotenende fiel der Mengenanstieg in der Gemeinschaft größer aus als die Einschränkungen in den anderen Erzeugerregionen. Dadurch bewegte sich das Exportangebot zunächst deutlich über dem Vorjahresniveau. Die Zuwachsraten betrugen dabei im Mittel mehr als 3 %. Ab April hat sich das Wachstum jedoch verlangsamt, vornehmlich durch die Entwicklungen in der EU und Australien. Zur Jahresmitte kehrte sich das Mengenwachstum im Vorjahresvergleich sogar erstmals seit Anfang 2015 wieder in einen Rückgang um. Im zweiten Quartal bewegte sich die Gesamtproduktion in den zuvor genannten Staaten in etwa auf dem Vorjahresniveau. Dennoch war das Milchaufkommen von Januar bis Juni 2016 in der Summe im Tagesschnitt um 1,7 % umfangreicher als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem zusätzlichen Exportangebot von 2,4 Mio. t.

Internationale Nachfrage zumeist lebhafter
Die internationale Nachfrage hat sich im Verlauf der ersten Hälfte von 2016 erholt. In der Summe wurde von Januar bis Juni bei Vollmilchpulver sowie Butter und Käse auf Basis der Ausfuhren der zehn größten Exporteure mehr Ware ausgeführt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Lediglich Magermilchpulver blieb unter den Vorjahresmengen. Im ersten Quartal zeigten sich noch bei Voll- und Magermilchpulver sowie Käse rückläufige Entwicklungen, Zuwächse gab es nur bei Butter. Damit zeichnet sich, nach einer Beruhigung der Nachfrage im Jahr 2015, in diesem Jahr eine erste Belebung ab. China stellt dabei nach wie vor am Weltmarkt den mengenmäßig bedeutendsten Abnehmer von Milch und Milchprodukten dar. Ob hier kurzfristig wieder das Niveau aus den beiden Vorjahren 2013 und 2014, als es zu einem sprunghaften Anstieg der Importe Chinas kam, erreicht wird, bleibt jedoch noch abzuwarten. Daneben wurden auch aus Russland wieder mehr Milchprodukte vom Weltmarkt nachgefragt.

Handelt es sich bei den jüngsten Entwicklungen bereits um eine Trendwende oder doch nur um ein Zwischenhoch? Eine Einschätzung dazu finden Sie in einer ausführlichen Analyse zu diesem Thema in unseremMarkt aktuell Milchwirtschaft.

Sie sind noch kein Kunde und möchten vom Expertenwissen der AMI profitieren? Dann nutzen Sie die Bestellmöglichkeiten in unserem Shop, und sichern Sie sich noch heute Ihren persönlichen Zugang zum Markt aktuell Milchwirtschaft.

Marktexperten

Herr Andreas Gorn - AMI Experte für Milch und Milchprodukte

Andreas Gorn

Marktanalyst Milch und Milchprodukte


Tel.: (0228) 33805-100
Kontakt: AMI Expertenseite

Intensive Kontakte zu Milcherzeugern, Molkereien und dem Handel. Mitarbeit in Fachgremien, Referent auf Fachveranstaltungen.