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Wettervorhersagen bestimmen Sojakurse

Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI),
29.06.2016

Sojakurse beenden Abwärtstrend ausgelöst durch Brexit, der Währungsunsicherheiten, Rohölschwäche und Rückgang der Rohstoffnotierungen mit sich brachte; Schätzung der US-Vorräte und US-Anbaufläche steht im Fokus, zudem rücken die Wettermärkte wieder in den Vordergrund.

Die Sojanotierungen legten in der aktuellen Woche eine stramme Aufwärtsperformance hin und kletterten am 28.06.2016 auf die Linie von 15 USD/bu (381,75 EUR/t). Damit war die Schwäche ausgelöst durch den Brexit und die Währungsunsicherheiten, vorerst wieder ausgeglichen. Soja steht aktuell ganz im Bann der Wettermärkte. Die Aussichten auf einen La Niña-Sommer unterstützen unterschwellig die Notierungen und die Prognose von 38 Grad C am Wochenende treiben aktuell die Kurse an. Allerdings gibt es auch bremsende Faktoren. So legen die Spekulanten derzeit den Rückwärtsgang ein und lösen sich von Risikopositionen. Zum einen steht am 30.06.2016 die Quartalsschätzung der Vorräte sowie – und das ist viel wichtiger – die Halbjahresschätzung der Anbauflächen an. Die Erwartungen liegen bei 34 Mio. ha hinsichtlich der Anbaufläche und damit knapp 2 Mio. ha über der monatlichen USDA-Schätzung. In Bezug auf die Sojavorräte wird mit 22,5 Mio. t gerechnet. Sollten sich diese Schätzungen nicht bestätigen, werden größere Kursausschläge erwartet. Allerdings bleibt den Spekulanten nicht viel Zeit auf diese Prognosen zu reagieren. So steht zum anderen am Montag, 04.07.2016, der US-Nationalfeiertag an und die Börsen sind geschlossen. Bereits im Vorfeld des langen Wochenendes und aufgrund des Monatswechsels haben viele Anleger ihre Positionen aufgelöst, damit das Geld wieder auf die Konten kommt. Mittelfristig wird den US-Exporteuren allerdings der relativ hohe US-Dollar die Exporthoffnungen bremsen. Aufgrund der Ausstiegsunterhandlungen wird der Euro und das Pfund weiterhin labil notiert werden. Das Vertrauen in diese beiden Währungen wird für längere Zeit gestört sein – den Dollar stützen. Daher ist die Euphorie hinsichtlich der Produktionsausfälle in Südamerika leicht getrübt. Zumal die jüngste Schätzung der Vorräte möglicherweise zusätzlich für sehr hohe Sojapreise bis zur nächsten Saison stehen könnte.

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Marktexperten

Frau Wienke von Schenck - AMI Expertin für Getreide und Ölsaaten

Wienke von Schenck

Marktanalystin Getreide und Ölsaaten


Tel.: (0228) 33805-351
Kontakt: AMI Expertenseite

Autorin von Fachbeiträgen und Analysen zum Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenmarkt, Referentin auf Veranstaltungen des Agribusiness, Mitarbeit in Fachgremien