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Holzpreis-Diskussion

Aufreger Holzpreise: Ist ein Sägestreik sinnvoll?

Ein Waldarbeiter sägt einen Baum um
am Mittwoch, 05.05.2021 - 05:05 (4 Kommentare)

Die Holzpreise in Deutschland gehen durch die Decke. Doch bei den Waldbauern kommt davon nicht viel an. Unsere Facebook-User diskutierten einen möglichen Sägestreik.

Um die Holzpreise in Deutschland ist mächtiger Krach entstanden. Schnittholz wird immer teurer, ebenso wie Bauholz. Doch von diesen Rekordpreisen kommt bei den Waldbauern kaum etwas an. Nun ruft die deutsche Forstwirtschaft zu Gegenmaßnahmen auf. Der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, Georg Schirmbeck, forderte die Waldbesitzer in Deutschland zum „Sägestreik“ auf.

Auf der Facebook-Seite von agrarheute.com wurde diese Maßnahme heftig diskutiert.

Holzeinschlag: Wer genau macht eigentlich die Arbeit?

So schreibt Matthias G.: Richtig! Warum sollen nur andere dran verdienen und nicht auch die, die die Arbeit machen?!“

Harald J. aber sieht das etwas anders: „Jetzt mal ehrlich, wo genau macht der Durchschnittswaldbauer die Arbeit? Oder glauben Sie, die stehen jeden Tag in Wald und machen Bäume um? Wenn wir über nennenswerten Holzeinschlag sprechen, machen das Lohnunternehmen…“

Holz: Zum Lohnschneider und dann selbst vermarkten

Auch Bernhard N. meint: „Es ist wie überall, wo der Handel mitspielt ..... Allerdings muß man insbesondere beim Wertholz schon beachten, dass nach der Schlägerung noch ein imenser Aufwand mit Transport, Sägekosten, Trocknungskosten, Sortierung etc. ansteht, bis es zum Endverbraucher ausgeliefert werden kann. Wer etwas vom Kuchen haben möchte, muss es zum Lohnschneider bringen, lufttrocknen, und selbst vermarkten. Dann stimmt der Erlös.“

Knappheit und Preise: Holz nach China

Kevin J.gibt zu bedenken: „Denkt auch jemand an die ganzen Zimmereien und anderen holzverarbeitenden Betriebe, die Angst haben müssen, in Kurzarbeit zu gehen, weil kein Material für den Deuschen Markt zur Verfügung steht? Ich glaube, da hängen mehr Existenzen dran, als bei den armen Waldbesitzern…“

Diane S. aber meint: „Die Knappheit in der Baubranche ist schon da. Das liegt aber nicht am Sägestreik, sondern daran, dass subventioniertes Holz nach China zum doppelten Preis verschifft wird!“

Mögliche Folgen eines Sägestreiks: Stammware aus Osteuropa

Im Falle eines Sägestreiks sieht Roman S. die Folgen schon vor sich: „Dann kommt halt noch mehr Stammware aus Osteuropa…“

Auch Sepp K. sieht den Aufruf äußerst kritisch: „Dass die großen Sägewerke mit dem Export ihren Reibach machen, ist sicher nicht in Ordnung. Aber mit einem Sägestreik trifft man die nicht. Die regionalen Kreisläufe werden aber getroffen.“

Angebot und Nachfrage bei Holz: zu Lasten der Schwächeren

Rupert L. meint: „Das Grundschul-Sprüchchen, dass Angebot und Nachfrage den Preis regle, wird leider immer zu Lasten des Schwächeren vorgebracht! Es geht bei der Preisbildung doch um so viel mehr: Marktmacht. Steigen die Preise, wird das nur mit erheblicher Verspätung und nie in dem Maße an die Urproduktion weitergegeben. Anders verhält es sich bei Preisrückgängen, die werden sofort und voll weitergereicht. Außerdem sind die „großen“ meist in der Lage, Nachrichten bzw Schlagzeilen für ihre Zwecke zu nutzen.“

Waldbauer kann sich Einschnitts-Stop nicht leisten

Zuletzt gibt Guido B. aus dem Sauerland noch seine Erfahrung weiter: „Ihr Lieben, habt ihr denn euer Kalamitätsholz von der Fläche? Ich bin froh um jeden Festmeter, den mir das Sägewerk abnimmt. Dennoch muss ich viel Rundholz als Exportholz verkaufen. Somit kann ich mir einen Einschnitts-Stop gar nicht leisten! Ferner ziehen die Preise leicht an.“

Darauf meint Andreas T.: „Scheint viel Ähnlichkeit mit dem Lebensmittelhandel zu haben. Solange der Milchbauer so gerade überleben kann, wird er alles tun, den Milchtank voll zu haben, um Rechnungen zahlen zu können. Sobald die Ware im Vertrieb ist, gehen die Gewinne durch die Decke und jeder Preis ist auf einmal möglich…“

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