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Börsentelegramm

Börsen leicht im Plus

Dr. Martin Ziegelbäck, Saatbau Preisgut GmbH
am
24.10.2017

Weizen in Paris konnte gestern um 0,5 Euro zulegen und schloss bei 161,75 Euro/t. Dieses Preisniveau spiegelt nicht ganz die Situation an den Kassamärkten wider, die insgesamt ein wenig fester sind. Vor allem auch, weil die Abgabebereitschaft sehr verhalten ist.

Die EU-Exporte kommen weiter nicht in Schwung. Schwarzmeerweizen sichert sich auch den jüngsten Exporttender nach Ägypten. Die Matif hält sich knapp über der 160-Euro-Marke. Um festere Niveaus rechtfertigen zu können, bräuchte es anhaltende, stärkere Exportnachfrage.

Etwas aufholen konnte auch Mais. Vor allem der Novembertermin erschien vielen Marktteilnehmern etwas unterbewertet.

Raps steigt und fällt in seiner Seitwärtsbewegung, der Novembertermin schloss gestern bei 367,50 Euro/t.

Sojaausfuhren laufen sehr gut

Die Sojabohnenernte auf der nördlichen Halbkugel lässt momentan keine signifikanten Preissteigerungen zu. Reichlich Soja in den USA und in China ist vorhanden. Besonders in den USA ist der Erntedruck sehr groß. Zusätzlich verstärkt etwas Regen in Brasilien den Druck auf die Märkte.

Auf der anderen Seite laufen die Exporte sehr gut. Ein privater Exporteur meldete den Verkauf von 198.000 t aus den USA nach China.

Insgesamt ist die Stimmung so, dass eine starke Nachfrage die Märkte weiter stützen kann. Besonders die Fonds sehen die Lage positiv. Diese erweiterten letzte Woche ihre Kaufpositionen um weitere 40.000 Kontrakte. Das ist eine Menge! Das erhöht zwar die Gefahr von kurzfristigen Rückschlägen bei Gewinnmitnahmen, doch es zeigt auch, dass es nicht viel braucht, um den Weg nach oben zu bereiten.

Noch keine Trendwende bei Mais

Bei Mais hingegen haben sich die Fonds auf der Verkaufsseite positioniert. Gezählte 170.000 Kontrakte haben die spekulativen Anleger bis jetzt verkauft. Der Maiskontrakt in Chicage erlebte letzten Freitag sein Kontrakttief.

Noch muss man sowohl bei amerikanischen als auch beim europäischen Mais von einem Abwärtstrend sprechen. Noch ist der Markt wohl nicht bereit für einen Trendwende.

Obwohl bei später ausgesätem Mais die Ertragserwartung deutlich niedriger ist, werden diese Meldungen allein wohl nicht ausreichen, um eine Trendwende herbeizuführen. Geduld wird gefragt sein.

Weizen könnte vor einer neuen Verkaufswelle stehen

Auch Weizen in Chicago nähert sich seinem Kontrakttief. Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass dieses durchbrochen wird. Während in China die Aussaat in diesem Jahr deutlich verzögert ist, schreitet Russland von einem Exportrekord zum nächsten. Die Exporte aus Russland seit Juli betragen schon 11,2 Mio. t, das sind um 16 % mehr als im letzten Jahr.

Die Fonds in Chicago sind 77.000 Kontrakte short – im April waren es 160.000. Das bedeutet, es besteht die Möglichkeit, dass nochmals eine Verkaufswelle auf uns zukommt und die Preise weiter nach unten treibt. Um von stabilen oder gar steigenden Preisen auszugehen, müssen sich die Marktbedingungen grundsätzlich ändern.

Die Kurse im Überblick

Das Kursblatt ist heute Morgen rot gefärbt. Die Getreidebörsen in den USA sind leicht im Minus, Rohöl notiert ebenfalls schwächer bei 51,82 (WTI). Der Euro wird im Vergleich zum US-Dollar wieder ein wenig stärker und steht nach dem starken Rückgang der vergangenen Tage bei 1,17910 Dollar/Euro.

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