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Insolvenz

Chinesen kaufen Vogler-Schlachthof in Steine

Vogler Fleisch
© Brayoo/flickr
von am
15.12.2017

Ein chinesischer Großinvestor hat den Standort Steine des insolventen Schlachtunternehmens Vogler-Fleisch gekauft.

Die Huarong-Group Deutschland GmbH, ein Tochterunternehmen eines chinesischen Großinvestors, soll das Eigentum am Betriebsgelände des ehemaligen Schlachtunternehmens Vogler-Fleisch in Steine aus der Insolvenzmasse gekauft haben. Das berichtet die Elbe-Jeetzel-Zeitung. Bei dem Kauf sollen nicht nur die Produktionsgebäude, sondern auch die Verwaltungsgebäude sowie Gebäude im Dorf Steine, in denen die Personalvermittlungsgesellschaften ihre Mitarbeiter unterbrachten, an den chinesischen Investor gehen.

Chinesen von Huarong investieren in Hotels

Vertreter der Huarong-Gruppe hätten sich schon vor geraumer Zeit vor Ort einen Überblick verschafft. Frühestens im Januar werde sich Huarong laut Geschäftsführerin Yang zu dem geplanten Projekt äußern, beruft sich die Elbe-Jeetzel-Zeitung auf eine Aussage des ehemaligen Verkaufsleiters bei Vogler-Fleisch, Lutz Rudnick.

Die Huarong Group Deutschland GmbH wurde nach Firmenangaben im April 2005 in Frankfurt am Main gegründet und hat dort ihren Sitz. Anteilseigner seien ausschließlich chinesische Investoren, die im Großraum Peking als Immobilienprojektentwickler tätig sind. Zweck der Firma ist die Errichtung von gewerblichen Immobilien und deren Verwaltung. Im Vordergrund steht der Hotelbereich der gehobenen Kategorie. In Europa soll eine Hotelkette entstehen, deren erstes Projekt in Frankfurt/Main realisiert wird. In Frankfurt am Main habe das Unternehmen 2008 mit dem Bau eines Fünf-Sterne-Hotels in der Nähe der Zentrale des Deutschen Fußballbundes begonnen. Der Bau sei noch nicht fertig gestellt.

Hintergrund: Vogler Fleisch

Vogler Fleisch im wendländischen Steine gehörte einst zu den Top 5 der fleischverarbeitenden Betriebe Deutschlands. Vor gut einem Jahr beantragte das Unternehmen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Mit Material von ISN, Huarong

Deutsche Schlachtindustrie: Die 10 größten Schweine-Schlachter

Lkw von Düringer Fleisch
Platz 10: Düringer Fleisch: 2016 taucht erstmals das Düringer Fleischkontor in den Top 10 auf. Hier stiegen die Schlachtungen nach turbulenten Jahren um über 15 Prozent (%) auf 0,96 Mio. Tiere. © Werkbild
Gelände von Simon-Fleisch
Platz 9: Simon-Fleisch: Simon-Fleisch aus Wittlich in Rheinland-Pfalz steigerte seine Schweineschlachtungen 2016 um 1 Prozent auf 1,04 Mio. Tiere. © Werkbild
Metzger zerlegen Fleisch
Platz 8: Tummel: Moderat wachsen konnte das Familienunternehmen Tummel aus dem westfälischen Schöppingen. Tummel schlachtete 2016 1,55 Mio. Schweine. Das waren 2,6 Prozent mehr als 2015. © Fotolia/industrieblick
Gebäude mit Logo von Böseler Goldschmaus
Platz 7: Böseler Goldschmaus: Positiv entwickelte sich die Erzeugergemeinschaft Böseler Goldschmaus aus Garrel und steigerte die Anzahl der geschlachteten Tiere auf 1,77 Mio. © Werkbild
Schweinehälften im Kühlraum
Platz 6: Vogler Fleisch: 2016 zeichnete sich das Schicksal von Vogler Fleisch bereits ab mit einem Schlachtminus von 12 Prozent. Nachdem das Unternehmen in Insolvenz ging, wird es wohl 2017 nicht mehr im Ranking auftauchen. © agrarfoto
Logo Müllerfleisch
Platz 5: Müller Gruppe: Mit einer Steigerung der Schlachtungen um beachtliche 12 % auf 2,1 Mio. Schweine konnte auch die süddeutsche Müller Gruppe gegen den Trend wachsen. © Werkbild
Fleischzerlegung bei Danish Crown
Platz 2: Die Silbermedaille unter den weltweit größten Schlachtbetrieben sicherte sich Danish Crown mit 25 Millionen geschlachteten Schweinen im Jahr 2016. © Werkbild
Westfleisch Industriegebäude
Platz 3: Westfleisch: In 2016 konnte Westfleisch die Verlustzone wieder verlassen. Insgesamt wurden die Schlachtungen auf 8 Mio. Schweine gesteigert. © Creative Commons/Stahlkocher
Vion-Gebäude
© Creative Commons/Thomas Nugent
Werksgebäude des Unternehmens Tönnies
Unangefochten auf Platz 1: Tönnies ist der größte Schweineschlachter Deutschlands. © Werkbild
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