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Agrarexport

Deutsche Agrarexporte markieren neuen Rekord

Exportcontainer auf Stapel
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Josef Koch, agrarheute
am
18.01.2018

Die deutschen Agrarexporte haben 2017 einen neuen Rekord erzielt, schätzt die GEFA. Allerdings zählte Asien nicht mehr zu den Boomregionen.

Grafik-Agrarexporte Deutschland-2017

Für die Ausfuhren deutscher Agrarprodukte und Lebensmittel sowie Landtechnik prognostiziert die GEFA (German Export Association for Food and Agriproducts) für 2017 mit 78,3 Mrd. Euro einen neuen Rekordwert.

Dieser liegt damit um 3,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Trotz des vor allem zu Beginn des Jahres schwierigen Wettbewerbsumfelds ist es der Branche erneut gelungen, ihre Position im internationalen Vergleich zu halten. Bereits 2016 konnten die Unternehmen der Branche ihre Wettbewerbsposition als drittgrößter Ex- und Importeur der Welt ausbauen.

Politik muss aktiver Handelsabkommen abschließen

Mit deutlichen Erwartungen blicken die deutschen Exporteure auf die weitere Öffnung von Märkten sowie auf den Abbau bestehender Restriktionen.

„Die Verabschiedung von multilateralen Abkommen kommt seit Jahren nur sehr zögerlich voran. Somit sind auch künftig intensivierte Verhandlungen zu bilateralen Abkommen oder Freihandelszonen erforderlich, wie seitens der EU mit Singapur und Vietnam oder das angestrebte Abkommen mit Australien und Neuseeland. Wir erwarten von der Politik, diese Anstrengungen weiter zu forcieren, dazu zählen für uns auch das Erreichen von Abkommen im Veterinär- und Phytosanitär-Bereich sowie die stärkere Berücksichtigung der wertschöpfenden Veredelungserzeugnisse“ verlangt Bernd Wirtz, stellvertretender Sprecher des GEFA e.V. und Exportleiter der Vion GmbH.

Exportmengen sind aber geringer

Die Ausfuhren der Branche erhöhten sich, ohne Landtechnik, von Januar bis Oktober 2017 im Wert um 4 Prozent auf 60,4 Mrd. Euro. Gleichzeitig reduzierten sich die mengenmäßigen Ausfuhren um 5,9 Prozent auf 51,9 Millionen Tonnen. Verantwortlich für diese mengenmäßigen Rückgänge sind vor allem geringere Ausfuhren von Erzeugnissen pflanzlichen Ursprungs, wie Weizen, bei dem die Exporte um 16,9 Prozent zurückgingen.

Erstmals seit Jahren sind die Ausfuhren in die EU von Januar bis Oktober 2017 mit 4,4 Prozent auf 64,6 Mrd. Euro wieder überproportional gestiegen, anders als die Exporte in Drittländer. Sie kletterten nur um 2,9  Prozent auf 13,9 Mrd. Euro.
 

Russen nehmen wieder mehr aus Deutschland ab

Erfreulich sind die wieder deutlichen Steigerungen der Ausfuhren in die Russische Föderation. Trotz der seit März 2013 umgesetzten und im August 2014 verschärften Einschränkungen der Einfuhren deutscher Produkte nach Russland zeigt sich bei nicht von den Sanktionen betroffenen Waren in den ersten zehn Monaten dieses Jahres eine Steigerung von 12,8 Prozent auf 781 Mio. Euro.

In der Menge entsprechen die Ausfuhren bis Oktober 2017 allerdings gerade einmal 36,1 Prozent der deutschen Ausfuhren von vor fünf Jahren.
 

Asienexport stagniert

Die wertmäßigen Ausfuhren nach Asien, zu denen man in den letzten Jahren konstant ungebremstes Wachstum verkünden konnte, sind aktuell mit Minus 1,8 Prozent leicht rückläufig. Das hängt zum einen auch mit dem seit Jahren erstmaligen Rückgang der Ausfuhren nach China (-11,7%) sowie mit dem Rückgang der Exporte nach Saudi-Arabien (-17,2%) zusammen.

Fast 90 Mio. Euro oder 37,7 Prozent Exportrückgang verzeichnet aber auch der Iran. Sehr positive Steigerungen der Ausfuhren in die ASEAN-Länder von plus 16,4 Prozent auf 818,5 Mio. Euro konnten diese Rückgänge nicht ausgleichen.

Erfreulich konstant positiv entwickeln sich die für unsere Unternehmen so wichtigen Ausfuhren in die nordamerikanischen NAFTA-Staaten (+6,8%), im Übrigen zeigen auch die Exporte in die USA mit einem Plus von 90 Mio. Euro (+6,0%) aktuell einen erfreulich konstanten Zuwachs.

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