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Preise für Diesel

Dieselpreise fallen auf 4-Wochentief – Ausblick: Preise fallen weiter

dieselpreise.
am Mittwoch, 09.11.2022 - 09:05 (Jetzt kommentieren)

Die Dieselpreise geben weiter nach. Am Mittwoch kostete Diesel im Bundesmittel so wenig wie zuletzt Anfang Oktober – also vor vier Wochen. Grund sind die deutlich nachgebenden Rohölpreise und der Preisrückgang beim wichtigsten Vorprodukt: Gasöl. Gleichzeitig hat sich der Euro etwas erholt und macht den Einkauf von Rohöl am Weltmarkt günstiger. Und es gibt noch andere Gründe.

Dieselprelpreise.

Dennoch fallen die Dieselpreise deutlich langsamer als die Rohölpreise. Am Dienstag (08.11) kostet Diesel im Bundesmittel noch 2,07 Euro je Liter, zeigen die Daten des Branchendienstes Benzinpreis.aktuell. Das ist der niedrigste Preis seit Anfang Oktober.

Seit Montag sind die Dieselpreise allerdings nur um 3 Cent zurückgegangen und gegenüber der Vorwoche ist das Tanken etwa 7 Cent billiger. Gleichzeitig sind die Rohölpreise im Wochenverlauf deutlich gefallen - ebenso wie die Preise für Gasöl - das wichtigste Vorprodukt für Diesel und Heizöl.

Auch das Angebot an Raffinerie-Produkten hat sich nach dem Ende des Streiks in Frankreich am europäischen Markt wieder deutlich verbessert. Grundsätzlich werden die Dieselpreise außerdem den Rohölpreisen weiter folgen und die geben im vorbörslichen Handel am Donnerstag erneut nach, nachdem es seit Montag kontinuierlich nach unten ging.

Die europäische Sorte Brent wird am Mittwochmorgen (MEZ) im vorbörslichen Handel mit 95,25 USD je Barrel notiert und damit 2,69 USD billiger als am Montag dieser Woche. Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor für die Dieselpreise sind die Gasöl-Notierungen.

Gasöl ist das wichtigste Vorprodukt bei der Herstellung von Heizöl und Diesel und deshalb entscheidend für die Preisentwicklung beider Produkte. Am Mittwochmorgen kostete Gasöl (Gasoil Low Sulphur) am Terminmarkt rund 1.041 USD je Tonne. Das waren gut 56 USD weniger als zum Beginn der Woche.

Dennoch sind die Gasölpreise noch immer 160 USD höher als im September als die Kurse nur bei 880 USD lagen. Hintergrund ist die anhaltende Dieselknappheit in den USA.

Analysten der Investmentbank Goldman Sachs sagen, dass zu geringe Investitionen in die US-Kraftstoffproduktionskapazität, die durch Raffinerieschließungen und -unterbrechungen noch verschärft wird, zu einem Mangel an raffinierten Produkten führen, insbesondere bei Diesel, wo die Lagerbestände auf „beispiellos niedrigem Niveau“ sind.

Ölnachfrage in China bricht ein – Preise zeigen nach unten

Auch in den USA gehen die Rohöl- und Benzinpreise am Dienstag zurück, aus Sorge, dass zunehmende Covid-Fälle in China dazu führen werden, die Pandemie-Sperren auszuweiten. Das dürfte die die Wirtschaftstätigkeit und den Energiebedarf erneut nach unten drücken.

Analysten sagen jedoch, dass die Rohölpreise am Dienstag durch die Dollarschwäche Unterstützung erhielt. Schaut man einmal nach vorn geht der Markt für die nächsten Monate eher von fallenden Rohölpreisen aus – und damit auch von rückläufigen Preisen für Diesel und Heizöl.

So wird der Rohölkontrat der Sorte Brent für den Januar mit 95,2 USD je Barrel gehandelt, der Märt kostet 92,3 und ab Juni fallen die Preise unter die Marke von 90 USD je Tonne – bis auf 85 USD im November 2023. Das ist natürlich nur eine Momentaufnahme – zeigt aber die rückläufigen Preiserwartungen des Marktes.

Vor allem die Bedenken hinsichtlich der chinesischen Energienachfrage wirken sich derzeit negativ auf die Rohölpreise aus, nachdem China am Montag 7.323 neue Covid-Infektionen gemeldet hatte, die meisten seit über sechs Monaten. Chinesische Gesundheitsbeamte sagten am Samstag, das Land werde „unerschütterlich“ an seiner Covid-Zero-Strategie festhalten, die in China zu Abriegelungen und einer schwachen Energienachfrage geführt habe.

Analysten berichten auf Barchart.com, dass mehr als 10 % des gesamten chinesischen Bruttoinlandsprodukts in irgendeiner Form von Sperrungen betroffen sind. Die Flugreisen in China während der Feiertage in der ersten Oktoberwoche gingen im Vergleich zum Vorjahr um -42 % zurück, und die Autoreisen chinesischer Touristen während der einwöchigen Ferien gingen im Vergleich zum Vorjahr um etwa -30 % zurück. Der Transport macht etwa die Hälfte des Ölverbrauchs in China aus.

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