Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Preise für Diesel und AdBlue

Dieselpreise fallen nicht mit den Ölpreisen – Warum?

Diesel tanken.
am Montag, 24.10.2022 - 13:30 (1 Kommentar)

Die Dieselpreise geben nur leicht nach, während die Heizölpreise deutlich fallen. Zum Wochenbeginn folgen die Dieselpreise den fallenden Ölpreisen nicht nach unten. Was ist los?

dieselpreise.

Die Dieselpreis haben vorige Woche leicht nachgegeben. Im Wochenverlauf ging es um etwa 2 Cent auf rund 2,14 Euro je Liter nach unten. Damit sind die Dieselpreise deutlich weniger stark gefallen als etwa die Heizölpreise, die deutlich nach unten rutschten.

Gut zu erklären ist dieser Unterschied nicht – denn beide Produkte hängen eng am Ölpreis und am GasölpreisUnd da ging es zuletzt nach unten.  

Angesichts der zum Beginn der Woche weiter kräftig fallenden Ölpreise könnte sich der Preisrückgang bei Diesel jedoch verstärken. Dagegen spricht allerdings der sehr schwache Euro, der den Einkauf von Rohöl und Gasöl immer teurer macht. Gleichzeitig könnten die Ölpreise wegen der neuerlichen Sanktionen gegen Russland und der Förderbeschränkungen der OPEC auch wieder steigen.

Am Montagmorgen folgen die Dieselpreise dem fallenden Rohölpreis jedenfalls nicht. Im Schnitt müssen zum Beginn der aktuellen Woche (24.10.) 2,18 Euro für den Liter Diesel bezahlt werden, zeigen die Daten des Informationsdienstes benzinpreis.aktuell. Im Vergleich zum Freitag ist ein Preisanstieg von 4 Cent.

Allerdings sind die Dieselpreise am Morgen immer am höchsten und dürften im weiteren Tagesverlauf mindestens auf das Vortagsniveau zurückgehen.

Ein weiterer Grund für einen Preisrückgang, dürfte das Ende des Raffinerie-Streiks in Frankreich sein. Nur noch zwei Raffinerien werden dort bestreikt und die Versorgunglage in Westeuropa verbessert sich dadurch deutlich. Allerdings wird ein bis zwei Wochen vergehen, bis die Anlagen landesweit wieder unter Volllast produzieren können, sagen Analysten.

Knapp und teuer bleibt der Dieselzusatz AdBlue. Die Preise an den deutschen Tankstellen liegen diese Woche für LKW-AdBlue je nach Region und Bundesland überwiegend zwischen 1,50 Euro je Liter und 1,80 Euro je Liter. Für PKW-AdBlue liegen die Preise ebenfalls zwischen 1,60 Euro und 1,86 Euro je Liter.

Sanktionen gegen Russland – wirkungslos oder Preistreiber?

Der Monatsbericht der Bundesbank vom Freitag war für die Energienachfrage und die Rohölpreise bärisch, sagen Analysten. Die Bundesbank hatte prognostiziert, dass „die deutsche Wirtschaft wahrscheinlich an der Schwelle einer Rezession steht“.

Ein bärischer Faktor für die Rohölpreise war die Ankündigung von Präsident Biden, dass die USA 15 Millionen Barrel Rohöl aus der staatlichen Reserve freigeben werden, um die Märkte auszugleichen und zu verhindern, dass die Benzinpreise (in den USA) weiter steigen. Präsident Biden sagte auch, seine Regierung könne bei Bedarf zusätzliche Rohölfreigaben genehmigen.

Insgesamt bleibt jedoch unklar, wie der Ölmarkt – und damit auch die Preiseentwicklung bei Diesel - im Winter aussehen werden. Eine weltweite Rezession dürfte jedenfalls für eine schwache Ölnachfrage sorgen und die Preise drücken.

Auf der anderen Seite könnten die fehlenden bzw. sanktionierten russische Ölexporte die Preise in Europa oben halten. Die Ölpreise folgen im Moment dem ersten Szenario und geben zum Beginn der Woche trotz eines starken Dollars deutlich nach.

Wenige Wochen vor dem Start der neuen EU-Sanktionen gegen Russland sind viele Details noch unklar. Analysten glauben jedenfalls, dass Russland den Ölpreisdeckel umgehen kann. Anscheinend stehen genügend russische, chinesische und indische Tanker zur Verfügung, um die russischen Exporte zum großen Teil abwickeln zu können.

Kommentar

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...