Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Kosten für Treibstoff und Energie

Dieselpreise fallen mit Rohöl – Heizöl wird teurer

Diesel tanken.
am Montag, 11.07.2022 - 12:16 (Jetzt kommentieren)

Diesel kostete am Montag (11.07) an den deutschen Tankstellen regional weniger als 1,90 Euro. Mitunter waren die Dieselpreise zuletzt unter 1,85 Euro gefallen. Verursacht wird der Preisrückgang bei Diesel und Benzin durch die zum Wochenbeginn erneut nachgebenden Rohölpreise. Die Heizölpreise können davon nicht profitieren. Sie steigen zum Wochenbeginn - und die Gaspreise bleiben weiter sehr hoch.

dieselpreis.

Diesel kostet am Montagmorgen (11.07) an den deutschen Tankstallen im Schnitt 1,96 Euro je Liter, berichtete der Onlinedienst bezinpreis-aktuell.de. Die Preisspanne lag am Vormittag zwischen 1,88 und 2,11 Euro je Liter. In einigen Regionen waren die Preise zuletzt auch unter 1,85 Euro je Liter gefallen.

Leichtes Heizöl kostete die Verbraucher am Montagmorgen im Bundesmittel 147,4 Euro je 100 Liter. Das waren rund 6 Euro mehr als in der vorigen Woche. „Die Heizölpreise in Deutschland sind in den letzten Tagen wieder etwas gestiegen. Zum Wochenstart nannten die Heizölhändler meist um 1,5 bis 3,0 Cent/l höhere Preise gegenüber Freitag. Der starke Bestellschub von Donnerstag und Freitag hat sich inzwischen wieder normalisiert,“ erklärt der Branchendienst Tecson die Entwicklung.

Die Rohölpreise sind nach einem scharfen Rückgang am Ende der vorigen Woche zunächst wieder gestiegen. Die neue Woche beginnt jedoch erneut mit fallenden Öl-Preisen. Brent-Rohöl notierte im laufenden Handel am Montag bei 105,7 USD pro Barrel. Das sind 1,33 USD je Barrel weniger als Freitag. Das US-Leichtöl WTI fällt am Montag um 1,88 USD auf 102,9 USD pro Barrel.

Die Erdgaspreise bleiben vor dem Hintergrund der heutigen Abschaltung vom Nordstream 1 und der erwarteten Gaskrise sehr hoch. Am wichtigsten europäischen Handelsplatz „Trading Natural Gas EU Dutch TTF“, notieren die Preise am Montagmorgen bei 174,43 Euro je Mwh und damit etwa so hoch wie am Freitag – und damit rund 100 Euro höher als Anfang Juni – als die Preise bei 78 Euro je MWh lagen.

Putin: Weitere Sanktionen hätten katastrophale Folgen

heizölpreise.

Die Ölpreise fielen am Montagmorgen und gaben einen Teil ihres Anstiegs vom Ende der Vorwoche wieder ab. Händler begründen die neuerliche Schwäche unter anderem damit, dass China neue Corona-Massen-Tests vorbereitet, was die globale Öl-Nachfrage spürbar beeinträchtigen dürfte. Berichtet wurde außerdem, dass China seinen ersten Fall einer hoch übertragbaren Omicron-Subvariante in Shanghai entdeckt hat und dass die Zahl der Neuerkrankungen in der größten Stadt des Landes von 52 am Tag zuvor auf jetzt 63 gestiegen war.

Händler berichten außerdem, dass die Netto-Long-Positionen von WTI-Rohöl-Futures (also die Wetten auf steigende Öl-Preise) auf den niedrigsten Stand seit März 2020 gefallen sind, als die Nachfrage nach Rohöl während des ersten Ausbruchs von COVID-19 drastisch einbrach. Und die Öl-Preise fallen trotz der anhaltenden Nachrichten über erhebliche Engpässe bei der globalen Versorgung und über extrem niedrige Bestände weiter. Ds hält auch die Diesel- und Benzinpreise in Schach.

Um die Angebotssituation zu verbessern, will US-Präsident Joe Biden Gespräche mit Saudi-Arabien führen, berichtet Reuters. Der Markt bleibt jedoch sehr angespannt, weil die westlichen Nationen, - insbesondere Europa - vorhaben, die russischen Ölpreise zu deckeln (also Preisobergrenzen einzuführen) und die russischen Importe streng zu regulieren.

Russlands Präsident Wladimir Putin warnt deshalb, dass weitere Sanktionen zu „katastrophalen“ Folgen auf dem globalen Energiemarkt führen könnten. „Sanktionen gegen Russland fügen den Ländern, die sie verhängen, viel mehr Schaden zu“, sagte Putin.

Gas-Pipeline ab heute außer Betrieb – Extrem hohe Gaspreise

Ein weiterer wichtiger Faktor, den Händler im Blick haben, ist die Wartung der Nord Stream 1-Pipeline, der größten Einzelpipeline, die russisches Gas nach Deutschland transportiert. Diese soll vom 11. bis 21. Juli gewartet werden soll. Regierungen, Märkte und Unternehmen befürchten, dass die Abschaltung verlängert werden könnte.

Wenn die Pipeline nicht wie geplant wieder in Betrieb genommen wird, könnte dies katastrophalen wirtschaftlichen Folgen in Europa haben, sagen Analysten. Deutschland, Europas größte Volkswirtschaft, ist sehr abhängig von russischem Gas. Zuletzt verlangsamten sich die russischen Gasflüsse durch die Nord Stream 1-Pipeline immer weiter, und Wirtschaftsminister Robert Habeck verkündete die zweite von drei Phasen seines Notfallplans.

„Wir wissen, dass die Europäer versuchen, russische Energieressourcen zu ersetzen“, sagte Putin. "Allerdings erwarten wir als Ergebnis solcher Maßnahmen eine Erhöhung der Gaspreise auf dem Spotmarkt und eine Verteuerung der Energieressourcen für die Endverbraucher."

In den letzten Monaten hat Russland bereits die Gaslieferungen nach Bulgarien, Polen, Finnland und Dänemark unterbrochen, nachdem diese Länder die Forderung abgelehnt hatten, das Gas in Rubel zu bezahlen.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...