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Preise für Diesel

Dieselpreise im freien Fall – 1,80 Euro werden unterboten

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am Donnerstag, 24.11.2022 - 18:00 (Jetzt kommentieren)

Die Dieselpreise fallen erstmals seit Februar unter 1,80 Euro je Liter. Im Bundesmittel kostet Diesel am Donnerstagnachmittag aber noch 1,84 Euro je Liter. In einigen Regionen wurde die Marke von 1,80 Euro aber schon deutlich unterschritten. Grund für scharfen Preisrückgang sind die gefallenen Rohölpreise und der Preisrückgang beim wichtigsten Vorprodukt Gasöl.

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Die Dieselpreise fallen diese Woche bis an die Marke von 1,80 Euro – mancherorts auch schon darunter und folgen damit den abstürzenden Preisen für Rohöl und Gasöl. Ein Grund für den Preissturz bei Rohöl, ist die coranabedingt wegbrechende Energienachfrage aus China. Analysten schätzen, dass bereits 20 % der chinesischen Wirtschaft in irgendeiner Form von den Corona-Sperrmaßnahmen betroffen sind. Ein weiterer Grund ist offenbar der erwartete Preisdeckel für russische Ölimporte durch die EU (siehe unten).

Am Donnerstagnachmittag (24.11) kostete Diesel im Bundesmittel 1,84 Euro je Liter, zeigen die Daten des Branchendienstes Benzinpreis.aktuell. Das ist der niedrigste Preis seit Februar. In etlichen Regionen waren die Diesel-Preise auch schon unter die 1,80-Euro-Marke gefallen. Seit Montag voriger Woche sind die Dieselpreise damit um 14 Cent zurückgegangen und seit Monatsbeginn ist das Tanken 29 Cent billiger geworden.

Die europäische Öl-Sorte Brent wurde am Donnerstagmittag (MEZ) im laufenden Handel mit 84,63 USD je Barrel notiert und damit 0,60 USD billiger als am Mittwoch – und 5,15 USD je Barrel billiger als vor einer Woche. Die Rohölpreise sind damit auf das tiefste Preislevel seit Januar gefallen, also vor Ausbruch des Ukraine-Kriegs.

Gasöl kostete am Donnerstagmittag am Terminmarkt 908 USD je Tonne. Das waren 10 USD weniger als am Mittwoch, und 72 USD weniger als vor einer Woche.

Ölpreisdeckel für Russland und Chinas wegbrechende Nachfrage

Die Rohöl- und die Dieselpreise sind bereits am Mittwoch stark gefallen. Ein Grund ist, dass die Länder der Europäischen Union (EU) einen Preisdeckel für russisches Rohöl einführen wollen. Dieser soll zwischen 65 und 70 Dollar pro Barrel liegen.

Die Obergrenze soll nach dem 5. Dezember in Kraft treten, wobei es eine Schonfrist bis zum 19. Januar für Schiffe gibt, die vor Inkrafttreten der Obergrenze beladen wurden. Das Price-Cap-Embargo könnte die globalen Ölpreise mittelfristig jedoch stützen, da es die russischen Ölexporte und das weltweite Ölangebot deutlich verringern könnte, glauben Analysten.

Massiver Preisdruck kommt weiterhin von der einbrechenden chinesische Energienachfrage. Das belastet schon seit Tagen die Rohölpreise, denn die Covid-Infektionen in China sind auf ein 7-Monats-Hoch gestiegen. China meldete am Dienstag 28.183 neue Covid-Infektionen, die meisten seit fast sieben Monaten und nur knapp unter dem bisherigen Rekordwert von 28.793 vom April.

Das führt wie in der Vergangeheit auch, zu ausgedehnten Pandemie-Sperren. Analysten schätzen, dass Covid-Beschränkungen jetzt 20 % der chinesischen Wirtschaft betreffen.

Steigende Transportkosten könnten den Rückgang der Ölpreise allerdings abbremsen, glauben Analysten. Die Frachtkosten stiegen diese Woche auf 100.000 US-Dollar pro Schiff und Tag, berichten Analysten, denn die Sanktionen gegen russisches Öl zwingen die Ölhändler, längere Routen zu nehmen, was die Schiffe länger auf See hält und den Pool verfügbarer Schiffe für die weltweite Lieferung von Rohöl verringert. 

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