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Preise für Diesel

Dieselpreise geben nach - Ölpreis gibt den Takt vor

Diesel tanken.
am Freitag, 28.10.2022 - 11:57 (1 Kommentar)

Die Dieselpreise haben diese Woche leicht nachgegeben. Trotz der zwischenzeitlich gestiegenen Rohölpreise. Doch die Dieselpreise werden noch von vielen anderen Faktoren beeinflusst. Am Freitag geben die Rohölpreise jedoch nach. Und auch auf lange Sicht zeigt die Preiskurve an den Terminmärkten nach unten. Die Dieselpreise dürften folgen.

Dieselpreise.

Die Dieselpreise haben im Wochenverlauf um etwa 3 Cent nachgegeben, auf rund 2,11 Euro je Liter, zeigen die Daten des Branchendienstes Benzinpreis.aktuell. Dabei waren die Rohölpreise zwischenzeitlich ebenso gestiegen wie die Preise für Gasöl - das wichtigste Vorprodukt für Diesel und Heizöl.

Doch auf der anderen Seite nahmen die meisten Raffinerien in Frankreich ihre Arbeit nach dem Streik wieder auf und sorgten für Nachschub an einem zwischenzeitlich doch sehr eng versorgten Markt.

Mittelfristig werden die Dieselpreise außerdem den Rohölpreisen folgen und die geben im vorbörslichen Handel am Freitag deutlich nach, nachdem es die Tage zuvor nach oben ging. Die Sorte WTI wird am Freitagvormittag (MEZ) mit 87,7 USD je Barrel gehandelt und damit 1,4 USD billiger als am Donnerstag – aber 3 USD teurer als am Montag.

Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor für die Dieselpreise (der den Preisrückang bremst) sind die Gasöl-Notierungen. Gasöl ist das wichtigste Vorprodukt bei der Herstellung von Heizöl und Diesel und deshalb entscheidend für die Preisentwicklung beider Produkte. Am Freitagmorgen kostete Gasöl (Gasoil Low Sulphur) am Terminmarkt rund 1.117 USD je Tonne. Das waren gut 40 USD mehr als zum Beginn der Woche - und zeigt die sehr engen globalen Raffinerie-Kapazitäten.

Ein weiterer Grund für die steigenden Gasölpreise ist die anhaltende Dieselknappheit in den USA. Analysten der Investmentbank Goldman Sachs sagen, dass zu geringe Investitionen in die US-Kraftstoffproduktionskapazität, die durch Raffinerieschließungen und -unterbrechungen noch verschärft wird, zu einem Mangel an raffinierten Produkten führen, insbesondere bei Diesel, wo die Lagerbestände auf „beispiellos niedrigem Niveau“ sind.

Ölpreisedeckel für Russland – knappe Raffinerie-Kapazitäten

Die Rohölpreise werden weiter von den geplanten Sanktionen gegen Russland und den damit verbundenen Ölpreisdeckel beeinflusst. Allerdings war zu hören, dass die USA den Plan zur Begrenzung der russischen Ölpreise abschwächen wollen und den angestrebten Begrenzungspreis erhöht haben.

Die Gruppe der Länder, die sagen, an dem Plan teilnehmen zu wollen, ist Berichten zufolge auf die G-7-Staaten und einige andere Länder beschränkt. China, Indien und die Türkei haben angedeutet, dass sie nicht teilnehmen würden, was die Auswirkungen erheblich abschwächt.

Die europäischen Sanktionen, die den Import von russischem Rohöl nach Europa auf dem Seeweg blockieren, treten am 5. Dezember in Kraft. Enge globale Raffineriekapazitäten und weltweite Dieselknappheit können indessen dazu führen, dass Raffinerien zwischen dem Hochfahren der Produktion von Diesel, Heizöl oder Benzin hin und her gerissen werden, sagen Analysten.

Je mehr wir uns dem Winter nähern, desto stärker könnten Diesel und Heizöl gewinnen, aber das bedeutet, dass die Volatilität bei den Treibstoffpreisen und den Heizölpreisen zunimmt.

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