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Dieselpreise und Heizöl auf Rekordhoch: Preisexplosion nicht zu Ende

Diesel.
am Mittwoch, 19.01.2022 - 09:40 (3 Kommentare)

Die Preise für Diesel und Heizöl gehen durch die Decke. Das heißt auch: Die Kosten für Landwirte und Verbraucher steigen weiter. Und ein Ende der Preisrallye ist nicht in Sicht.

rohölpreise.

Ein Grund für den erneuten Preisanstieg: Die globalen Rohölpreise haben den höchsten Stand seit mehr als 7 Jahren erreicht. Das Barrel Rohöl der Sorte Brent kostete am Dienstagabend gut 87 USD je Barrel. Das US-Leichtöl WTI wurde mit 85 USD je Barrel gehandelt. Auch die Preise für Erdgas gehen am Terminmarkt in den USA und in Europa wieder steil nach oben.

Das alles bleibt nicht ohne Folgen für die Dieselpreise und für Heizöl. Die Analysten der Großbank Goldman Sachs sagten am Montag außerdem, dass sie davon ausgehen, dass die Preise für Brent-Rohöl bis zum dritten Quartal 2022 auf 100 USD pro Barrel steigen werden: Erklärt wurde das unter damit, dass die Rohölvorräte in den OECD-Ländern auf den niedrigsten Stand seit 2000 gefallen sind.

In ihrem Monatsbericht schreibt die Organisation der erdölfördernden Länder OPEC, dass sie erwartet, dass die globalen Ölmärkte in diesem Jahr durch die robuste Nachfrage „gut unterstützt“ bleiben werden, da „die Auswirkungen der Omicron-Variante voraussichtlich mild und von kurzer Dauer sein werden“. Das globale Rohölangebot wird dadurch jedoch noch knapper, was die Preise weiter nach oben treibt. Daten des Analyseunternehmens Kayross zeigen außerdem, dass die Rohölvorräte im vergangenen Jahr in vielen Ländern stark abgenommen haben, angeführt von Rückgängen in China und den USA.

Die OPEC+ einigte sich am 4. Januar zwar darauf, ihre Rohölproduktion im Februar um 400.000 bpd zu steigern. Die Rohölpreise stiegen jedoch auch nach der Entscheidung der OPEC+, die Produktion zu erhöhen, da die Produktionssteigerungen wahrscheinlich geringer ausfallen werden als geplant, denn einige Länder haben große Schwierigkeiten, ihre Produktionsziele zu erreichen.

Dieselpreise steigen auf Rekordhoch – bis zu 1,72 Mitte Januar

Dieselpreise.

Mit dem rasanten Anstieg der Rohölpreise verteuern sich natürlich auch Diesel, Benzin, Heizöl und andere wichtige Energieträger drastisch. Und angesichts der steigenden Preiserwartungen bei Rohöl dürften die Diesel- und Benzinpreise in den nächsten Wochen auf immer neue Rekordmarken klettern.

Am Dienstagabend (18.01) meldet das Onlineportal Benzinpreis.de einen durchschnittlichen Dieselpreis von 1,601 Euro je Liter – in einer großen regionalen Spannbreite von 1,54 bis 1,72 Euro! Außerdem müssen Landwirte und andere Diesel-Einkäufer etwa 30 Prozent bzw. 36 Cent mehr für den Treibstoff ausgeben, als im Januar 2021, als sich die Preise durch die neue CO2-Steuer bereits deutlich verteuert hatten.

Mitte Januar 2022 klettern die Dieselpreise auf einen neuen Preisrekord. Doch das dürfte angesichts der anhaltenden Verknappung von Rohöl, Erdgas und anderen fossilen Energieträgern nicht das Ende des Höhenflugs bei den Treibstoffpreisen sein. Dabei treiben nicht nur hohen Rohöl- und Erdgaspreise die Kosten für Diesel nach oben. Auch die CO2-Steuer hat ihren Anteil an den sehr hohen der Diesel- und Treibstoffpreisen in Deutschland. Dieser Anteil liegt einschließlich des 2022 weiter gestiegenen CO2-Preises bei Diesel etwa bei 9,5 Cent Pro Liter.

Aber auch ohne die CO2-Abgabe sind die Steuern bei Diesel schon sehr hoch: Bei einem Preis von 154 Cent je 100 Liter, betrug die Mineralölsteuer nach Berechnungen des Verbandes der Mineralölwirtschaft immerhin 47 Cent und die Mehrwertsteuer 24,6 Cent. Das sind zusammen 71,5 Cent je Liter bzw. fast die Hälfte der Kosten!

Heizölpreise auf neuem Höchststand – 93 Euro je 100 Liter

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Für Heizöl sind die Preise ähnlich stark gestiegen wie für Diesel. Mitte Januar meldet der Branchendienst tecson Heizölpreise von 93,3 Euro je 100 Liter. Das sind 2,3 Cent mehr als die bisherigen Rekordpreise von November von 91 Euro je 100 Liter. Im Vergleich zum vorigen Jahr als etwa 57,7 Euro gezahlt wurden – müssen die Einkäufer etwa 36 Euro bzw. 62 Prozent mehr ausgeben als im Januar 2021.

Tescon erwartet außerdem weiter steigende Heizölpreise. Die zurückliegenden Hochs der Heizölpreise vom Herbst 2019 wurden Anfang der Woche ebenfalls übertroffen. Aufgrund des sehr hohen Preisniveaus laufen derzeit nur wenige Bestellungen bei den Heizölhändlern ein, berichtet der Branchendienst außerdem. Und wer bestellt, der ordert lediglich geringe Mengen, sodass er erst mal gerade über die Heizperiode hinkommt.

Derzeit sind die Lieferzeiten ungewöhnlich kurz für den Wintermonat Januar. Bei einem Teil der Verbraucher geht der Heizölvorrat absehbar zu Ende, sodass diese versuchen müssten, eine nächste Preisdelle halbwegs gut zu erwischen.

Zuletzt noch die Steuern, die Verbraucher und Landwirte bei Heizöl auch ohne die CO2-Abgabe von jetzt rund 9,5 Cent  je Liter zahlen muss: Bei einem Preis von 85 Cent je Liter beträgt die Mineralsteuer 6,14 Cent und die Mehrwertsteuer 13,59 Cent.

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