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Dieselpreise steigen auf 2-Monatshoch – Was treibt die Preise hoch?

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am Mittwoch, 25.01.2023 - 09:23 (Jetzt kommentieren)

Die Dieselpreise steigen im Januar kräftig. Tanken wird wieder deutlich teurer. Dahinter stecken unterschiedliche Ursachen: Chinas Nachfrage, die Probleme der Raffinerie PCK und das Importstopp für russische Raffinerieprodukte ab Februar.

Dieselpresie aktuell.

Die Dieselpreise steigen weiter kontinuierlich an. Am Dienstag (24.01) kostete Diesel im Bundesmittel 1,85 Euro je Liter (Tagesdurchschnitt), zeigen die Daten des Branchendienstes benzinpreis-aktuell. Das ist der höchste Dieselpreis seit Anfang Dezember. Die Preise variieren aber von Region zu Region aber weiterhin sehr stark. Seit voriger Woche sind die Preise um rund 5 Cent gestiegen und seit Mitte Dezember gingen Dieselpreise um rund 10 Cent nach oben.

Der Grund: Die Rohölpreise sind ebenso wie die Gasölpreise im Januar kräftig gestiegen. Ein Barrel Rohöl der Sorte Brent kostete am Montag dieser Woche 88 US-Dollar und am Dienstag, nach einer Korrektur, noch reichlich 86 USD, das sind immerhin zehn Dollar mehr als Anfang Januar. Die Gasölpreise legten noch stärker zu, und stiegen am Montag sogar bis auf 1.012 USD je Tonne – den höchsten Stand seit Anfang November und ein Preisanstieg von 200 USD im Januar. Im laufenden Handel am Mittwoch kostet Gasöl 992 USD je Tonne.

Überraschenderweise haben sich die Heizölpreise – deren wichtigstes Vorprodukt ebenfalls Gasöl ist – indessen deutlich besser behauptet, bzw. wenig verändert. Analysten begründen die unterschiedliche Preiseentwicklung mit zwei Dingen. Zum einen haben sich die Heizölkunden zuletzt gut eingedeckt und kaufen derzeit wenig nach. Zum anderen ist die aktuelle Marktversorgung bei Diesel offenbar deutlich schlechter als bei Heizöl. Das hat offenbar auch mit der reduzierten Produktion der großen Raffinerien in Ostdeutschland zu tun und zum anderen mit angekündigten Streiks an französischen Raffinerien.

Kein russisches Öl fließt mehr zur PCK-Raffinerie, die weite Teile Ostdeutschlands mit Sprit versorgt. Jetzt kommt Rohöl aus einer kleinen Pipeline vom Rostocker Hafen – gerade einmal halb so viel wie bisher „Wir haben 56 Prozent Auslastung“, hatte PCK-Chef Ralf Schairer vor einer Woche bei einer Diskussion in Schwedt gesagt. Die Treibstoff-Versorgung von Berlin und Brandenburg ist damit nicht gesichert.

Polen liefert bislang kein Rohöl an die Raffinerie in Schwedt. Erst nach Ostern soll sich die Lage entspannen. Vorher steigt der Diesel-Preis. Laut ADAC zahlen Berlin und Brandenburg derzeit deutschlandweit die höchsten Preise für Diesel.

Chinas Nachfrage und das Ende der Dieselimporte aus Russland

Gasölpreise.

Aber es gibt noch zwei andere preisbestimmende Faktoren: Großen Einfluss auf den Ölmarkt und die Dieselpreise haben China und der komplette Wegfall der Dieselimporte aus Russland ab dem 05. Februar. Die Bank JP Morgan hob seine Prognose für die chinesische Rohölnachfrage an, behielt jedoch ihre Prognose für einen durchschnittlichen Preis von 90 USD pro Barrel für Brent-Rohöl im Jahr 2023 bei. „Ohne größere geopolitische Ereignisse wäre es für den Ölpreis schwierig, 2023 die 100-Dollar-Marke zu überschreiten, da es in diesem Jahr mehr Angebot als Nachfrage geben sollte“, hieß es in einer Analystennotiz.

Die Rohölpreise auf den physischen Märkten haben mit einer Rallye aufgrund verstärkter Käufe aus China nach der Lockerung der Pandemiekontrollen und der Besorgnis von Händlern begonnen. Hinzu kommt, dass die Sanktionen gegen Russland das Angebot deutlich einschränken werden. Das EU-Verbot für russische Rohölimporte, das im Dezember in Kraft getreten ist, wird ab dem 5. Februar auf raffinierte Kraftstoffe (Diesel, Gasöl) ausgeweitet. Es wird befürchtet, dass es zu einer starken Änderung der Handelsströme kommt und die Kosten für den Import von Diesel steigen.

Europäische Händler haben sich vor dem Verbot bemüht, so viel wie möglich an Diesel und Gasöl einzulagern, wobei die Lagerbestände in der Woche bis zum 12. Januar auf den höchsten Stand seit Oktober 2021 gestiegen sind, wie Daten des niederländischen Beratungsunternehmens Insights Global zeigten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die europäischen Dieselimporte aus Russland belaufen sich in diesem Monat bisher auf 770.000 Barrel pro Tag (bpd), die höchste Menge seit März letzten Jahres, berichtet Reuters unter Bezugnahme auf das Energieanalyseunternehmen Vortexa.

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