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Kosten für Treibstoff und Energie

Dieselpreise steigen wieder – AdBlue-Preise vervierfacht

ADBlue-tanken.
am Dienstag, 13.09.2022 - 09:55 (1 Kommentar)

Die Dieselpreise steigen wieder. Extrem teuer und knapp ist derzeit der Diesel-Zusatz AdBlue. Hier haben sich die Preise zuletzt vervierfacht.

Dieselpreise.

Die Dieselpreise steigen am Dienstag wieder, nachdem es zuletzt im Sog der fallenden Rohölpreise leicht nach unten ging. Nun steigen die Rohölpreise jedoch wieder leicht an und liegen für die europäische Sorte Brent im laufenden Handel bei 94,4 USD je Barrel.

Das sind zwar 0,4 USD mehr als am Vortag jedoch deutlich weniger als zum letzten Peak von Ende August von 103 USD je Barrel. Also eigentlich keine echte Begründung für einen deutlichen Anstieg der Dieselpreise.

Am heutigen Dienstagmorgen (13.09.) meldet das Online-Portal Benzin-Preis-aktuell.de einen bundesweiten Durchschnittspreis für Diesel von 2,17 Euro je Liter. Die Preisspanne lag zwischen 2,12 Euro und 2,25 Euro je Liter. Das sind immerhin 4 Cent mehr als am gestrigen Montag und etwa so viel wie vor einer Woche.

Außerdem kostet Diesel die deutschen Autofahrer rund 30 Cent mehr als zum letzten „Tiefpunkt“ der Preise Mitte August - vor dem Ende des Tankrabbats.

AdBlue extrem knapp und sehr teuer

Adblue.

Knapp und extrem teuer ist der Dieselzusatz AdBlue. Das hat mit den Produktionseinschränkungen der großen Hersteller und Düngerproduzenten Piesteritz und BASF zu tun. Die Preise an den deutschen Tankstellen liegen heute morgen für PKW-AdBlue je nach Region zwischen 1,60 Euro je Liter und 1,85 Euro je Liter und für LKW-AdBlue zwischen 1,50 Euro und 1,80 Euro je Liter.

Der Vorstandssprecher des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Dirk Engelhardt, sagt: "Der Preis für AdBlue hat sich von Januar 2021 bis Juli 2022 fast verdreifacht, und sich bis Ende August in etwa vervierfacht und dürfte im September zu weiteren 'Höhenflügen' ansetzen – wenn man überhaupt noch welches bekommt.

"Wir haben aber auch Mitgliedsunternehmen, bei denen sich die Einkaufspreise für AdBlue bis dato bereits verfünf- oder versiebenfacht haben", sagt Engelhardt.

Der ADAC sagt dazu: „Bevor eine flächendeckende Verknappung eintritt und viele Dieselfahrende ohne AdBlue nicht mehr fahren können, muss die Industrie auch bei hohen Gaspreisen eine Versorgung mit AdBlue sicherstellen.

Falls AdBlue an Tankstellen verfügbar ist, sagt der ADAC, soll man vor dem Kauf unbedingt die Preise vergleichen. Derzeit reicht die Spanne von rund 1,50 bis 4,0 Euro je Liter. Der Preis an Pkw-Zapfsäulen scheint demnach wesentlich günstiger zu sein als bei abgefüllten Kanistern.

Hamsterkäufe sind aufgrund der zum Teil extrem hohen Preise für Kanisterangebote nicht ratsam, eine kleine Reserve zu Hause ist aber sinnvoll, glaubt der ADAC.

AdBlue zersetzt sich nämlich im Lauf der Zeit zu Ammoniak. Der Prozess ist von der Lagertemperatur abhängig. Bei Lagertemperaturen unter plus 25 Grad beträgt die Haltbarkeit mindestens 18 Monate.

AdBlue-Hersteller warnen vor leeren Lägern - Logistik gefährdet

Die Lager bei einem der wichtigsten Produzenten des Dieselreinigers AdBlue sind so gut wie leer. "Wir laufen trocken", sagte ein Sprecher des Chemieunternehmens SKW Piesteritz zuletzt. Das Unternehmen gehört mit BASF und Yara zu den größten Herstellern von AdBlue in Deutschland. Ohne den Abgasreiniger fährt kaum ein LKW.

Die Stickstoffwerke Piesteritz  haben nach einem wochenlangen Betriebsstopp jetzt damit begonnen, ihre Maschinen wieder in Betrieb zu nehmen. Das Hochfahren der Anlage werde ungefähr eine Woche dauern, sagte Firmensprecher Christopher Profitlich am Montag gegenüber dem MDR.

Der Bundesverband Gütertransport und Logistik (BGL) hat inzwischen vor massiven Folgen wegen des wachsenden AdBlue-Mangels gewarnt. „Kein AdBlue bedeutet keine Brummis. Und das bedeutet keine Versorgung für Deutschland“, sagt BGL-Hauptgeschäftsführer Dirk Engelhardt gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Bereits in zwei Wochen könne es zu ersten Engpässen im Handel kommen.

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