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Kosten für Treibstoff und Energie

Dieselpreise steigen immer weiter – AdBlue bleibt sehr teuer

Diesel tanken.
am Montag, 17.10.2022 - 12:16 (1 Kommentar)

Die Dieselpreise steigen auf den höchsten Stand seit zwei Monaten. Die Marke von 2,20 Euro wird im Bundesmittel nur noch knapp verfehlt. Und es sieht nach weiter steigenden Preisen aus.

Dieselpreise.

Der Dieselpreis hat sich vorige Woche weiter verteuert. Im Schnitt müssen zum Beginn der aktuellen Woche (17.10.) 2,19 Euro für den Liter Diesel bezahlt werden, zeigen die Daten des Informationsdienstes benzinpreis.aktuell. Im Vergleich zur Vorwoche ist das ein weitere Preisanstieg von 5 Cent – nachdem die Dieselpreise in der Vorwoche schon um 13 Cent gestiegen waren.

Gleichzeitig ist das der höchste Dieselpreis Anfang September als die Dieselpreise kurzfristig auch schon mal an der 2,20 Euro-Marke- gekratzt hatten. Die regionalen Preisunterschiede sind jedoch kleiner als zuletzt. So melden die Informationsdienste am Montagmorgen regionale Dieselpreise zwischen 2,13 und 2,25 Euro je Liter. Und die Dieselpreise steigen weiter, obwohl die Rohölpreise Ende der Vorwoche zunächst deutlich gefallen waren.

Doch diese Woche steigen die Ölpreise schon wieder kräftig an und ziehen auch Diesel und Heizöl mit nach oben. Ein Grund dürfte die extrem angespannte Versorgunglage durch den Ausfall mehrerer großer Raffinerien in Frankreich und zuletzt in Rotterdam sein sowie die zweitweise Unterbrechung der des Ölflusses in der Ölpipeline Druschba.

Hinzu kommen die sehr hohen Gasölpreise, die ebenfalls schon wieder steigen. Diese bestimmen als Vorprodukt für Diesel und Heizöl die Preise maßgeblich mit. Gasöl kostet am Montagmorgen rund 1.107 USD je Tonne und damit bereits wieder 60 USD je Tonne mehr als am Freitag – als die Preise bei 1.047 USD je Tonne lagen. Seit Anfang Oktober (880 USD) hat sich Gasöl am Terminmarkt damit um 25 % verteuert.

Knapp und teuer ist weiter der Dieselzusatz AdBlue. Die Preise an den deutschen Tankstellen liegen diese Woche für LKW-AdBlue je nach Region und Bundesland überwiegend zwischen 1,60 Euro je Liter und 1,80 Euro je Liter. Für PKW-AdBlue liegen die Preise ebenfalls zwischen 1,60 Euro und 1,86 Euro je Liter.

Markt auf lange Sicht knapp versorgt

Die Fundamentaldaten für Diesel und Flugzeugtreibstoff haben sich nach Einschätzung von Analysten letzte Woche auch weltweit verschärft, da die Destillatvorräte in den USA stark gefallen sind und die Nachfrage zugenommen hat. Infolgedessen ging die Tagesdeckung stark zurück und liegt nahe am 10-Jahres-Tief.

Mit dem anhaltenden Streik in den französischen Raffinerien verliert Europa knapp 1 Millionen bpd an Raffinerieprodukten, berichten Analysten. Das ist natürlich an den Tankstellen massiv zu spüren. Infolgedessen wird erwartet, dass sich die Kerosin- und Dieselpreise (und Heizölpreise) weiterhin überdurchschnittlich entwickeln werden.

Die Rohölpreise stiegen vorige Woche stark, nachdem die OPEC+ am vergangenen Mittwoch zugestimmt hatte, ihre Gesamtproduktion für November und Dezember um -2,0 Millionen bpd zu kürzen: Analysten hatten „nur“ eine Kürzung von -1,0 Millionen bpd erwartet. Voraussichtlich will die US-amerikanische Regierung unter Präsident Joe Bidden diese Woche eine Reaktion gegenüber Saudi-Arabien bekanntgeben, berichten Analysten.

Saudi-Arabien verteidigt die Maßnahme als rein wirtschaftlich motivierten Markteingriff, welcher die volatile Preisentwicklung stabilisieren sollte. Allerdings wurde durch die Maßnahme vorerst nur bewirkt, dass die Preise, wie zu erwarten, wieder steigen.

Eine weitere Freigabe von den strategischen Ölreserven der USA, wird zwar diskutiert, ist nach Einschätzung von Analysten jedoch eher unwahrscheinlich. Die strategischen US-Reserven befinden sich nämlich bereits auf einem historischen Tiefststand.

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