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Kosten für Treibstoff und Energie

Dieselpreise steigen steil an – Heizölpreise gehen durch die Decke

Diesel tanken.
am Dienstag, 30.08.2022 - 09:52 (4 Kommentare)

Die Dieselpreise steigen wieder steil an – auf 2,10 Euro je Liter. Die Heizölpreise befinden sich fast auf dem Rekordstand von März – bei 173 Euro je 100 Liter.

Dieselpreise.

Kurz vor dem Monatswechsel kostet Diesel an den deutschen Tankstellen wieder 2,10 Euro je Liter und damit so viel wie zuletzt im Frühjahr. Seit Mitte August – als die Preise bei 1,88 Euro je Liter lagen - ging es im Bundesmittel um 22 Cent nach oben.

Am heutigen Dienstagmorgen (30.08.) meldet das Online-Portal Benzin-Preis-aktuell.de einen bundesweiten Durchschnittspreis von 2,10 Euro je Liter. Die Preisspanne liegt ziemlich eng beieinander, nämlich zwischen 2,06 Euro und 2,17 Euro. Der Preis für Superbenzin lag im bundesdeutschen Mittel bei 1,84 Euro je Liter – das sind knapp 10 Cent mehr als Mitte August.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag endet der Tankrabatt, also die reduzierte Energiesteuer auf Benzin und Diesel wird wieder einkassiert. Doch schon jetzt gehen die Preise durch die Decke! Ein Grund für den Preisanstieg an den Tankstellen dürfte die höhere Nachfrage vor dem Ende des Tankrabatts sein.

„Immer mehr Menschen kommen mit Kanistern zur Tankstelle, um noch schnell so viel günstigen Sprit wie möglich zu kaufen“, sagt Hans-Joachim Rühlemann vom Verband des Garagen- und Tankstellengewerbes Nord-Ost, gegenüber der Zeitung BZ. Laut dem Verband „Fuels und Energie“ bestehen außerdem auch Lieferschwierigkeiten „durch das Rheinniedrigwasser, eine hohe Belastung bei der Güterbahn sowie den Teilausfall einer für die Versorgung Süddeutschlands wichtigen Raffinerie in Österreich“.

Teures Rohöl, Logistikprobleme, Nord-Süd-Gefälle

Die höheren Spritpreise gehen zum Teil aber auch auf das teurere Rohöl zurück, sagt der ADAC. Die Rohölpreise haben in den letzten Tagen deutlich zugelegt. Allein am Montag ging es um 3,50 USD nach oben.  Ein Barrel der Sorte Brent kostet am Dienstagmorgen wieder fast 105 US-Dollar, das sind rund zehn Dollar mehr als vor Wochenfrist.

Besonders beim Blick auf die Dieselpreise zeigt sich zudem ein massives Nord-Süd-Gefälle, berichte der ADAC. Neben Bayern und Baden-Württemberg zählen auch Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland zu den teureren Regionen innerhalb Deutschlands. Vom Niedrigwasser am Rhein, das auch den Transport von Kraftstoffen erschwert, sind Verbraucher, Wirtschaft und Landwirte im Süden besonders stark betroffen.

Das ist nach ADAC-Einschätzung aber nicht der einzige Grund für die extremen regionalen Preisunterschiede. Deshalb sind die laufenden Untersuchungen des Bundeskartellamts besonders wichtig, sagt der ADAC.

Unklar ist noch, was am Donnerstag wirklich passiert. „Nach Einschätzung des ADAC sollte sich die Aufhebung des Tankrabatts nicht über Nacht an den Zapfsäulen niederschlagen“, sagte der ADAC-Präsident Hillebrand. Schließlich können die Betreiber ihre Tanks noch am Mittwoch mit dem (etwas) billigeren Sprit füllen

Tankverbands-Chef Rühlemann rechnet hingegen damit, dass die Preise um Punkt Mitternacht sprunghaft um 35 Cent für Benzin und um 17 Cent für Diesel steigen. Kartellamts-Präsident Andreas Mundt sagt, man werde „ganz genau hinsehen, was passiert, wenn die Steuerermäßigung zum 1. September wegfällt“.

Heizölpreise gehen durch die Decke

heizölpreise.

Bei Heizöl liegen die Preise am Dienstagmorgen im Bundesmittel bei gut 172 Euro je 100 Liter. Das sind nicht nur 23 Euro mehr als Mitte August – sondern Heizöl kostet fast wieder so viel wie zur bisherigen Preisspitze im März. Die rege Kaufaktivität der Verbraucher ließ in den letzten Tagen jedoch etwas nach, weil die Preise inzwischen so sehr hoch geklettert sind, berichtet der Branchendienst Tecson.

In einigen südlichen Landesteilen bestehen zudem auch echte Knappheiten, so dass manche Händler gar keine Angebotspreise nennen und Lieferungen nur unter Vorbehalt zusagen können, heißt es weiter. Angetrieben werden die Heizölpreise natürlich auch von den steigenden Rohölpreisen sowie von den steigenden Preisen für Gasöl (Heizölvorprodukt), die sich bereits seit längerem abgekoppelt habe, sagt Tecson.

Zudem scheinen die wichtigen Ölförderländer der OPEC nicht gewillt zu sein, Rohölpreise unter­halb von 100 Dollar je Barrel zu akzeptieren. Die Opec-Führung kündigte an, entsprechende Maß­nahmen zu ergreifen.

Hinzu kommt: Viele Großverbraucher suchen Alternativen zum extrem teuren Gas. Deshalb ist die Nachfrage sehr hoch - und gleichzeitig  sind die Destillat- und Produktbestände in den USA und in Europa außer­gewöhnlich niedrig, sagt Tecson.

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