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Kosten für Treibstoff und Energie

Dieselpreise steigen steil an – Ölembargo frisst Tankrabatt

Diesel tanken.
am Montag, 30.05.2022 - 12:18 (1 Kommentar)

Die Dieselpreise steigen mit den Ölpreisen steil an. Da kann offenbar auch der erwartete Tankrabat ab 1. Juni nicht helfen. Grund ist die Angst vor einem bevorstehenden Ölembargo gegen Russland durch die EU.

dieselpreise.

Fakt ist: Ein Verbot von russischem Öl würde das Angebot auf einem bereits extrem angespannten Rohölmarkt weit nach oben jagen. Diesel kostete am Montag (30.05) an den deutschen Tankstellen im Schnitt wieder 2,06 Euro je Liter berichtete der Onlinedienst bezinpreis-aktuell.de. Die Preisspanne lag zwischen 2,00 und 2,23 Euro je Liter. Das waren 7 Cent mehr als am Montag der vorigen Woche und der höchste Preis seit Anfang Mai.

Leichtes Heizöl kostete die Verbraucher am Montag im Bundesmittel 134,1 Euro je 100 Liter. Das waren 5,20 Euro mehr als in der vorigen Woche. Die Rohölpreise stiegen am Montag weiter und erreichten den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten. Händler erwarteten offenbar, dass die Europäische Union eine Einigung über ein Verbot russischer Ölimporte erzielen könnte (siehe unten). Das würde die Treibstoffpreise weit nach oben treiben – und den für den 01. Juni angekündigten Tankrabatt wohl deutlich überkompensieren.

Die europäischen Erdgaspreise sind im Wochenvergleich hingegen nochmals leicht zurückgegangen. Der wichtigste europäische Indikatorpreis „Trading Natural Gas EU Dutch TTF“, notiere am Montagmorgen bei 87,70 Euro je Mwh und damit 2,80 Euro niedriger als in der vorigen Woche – als die Preise bei 92,50 Euro je MWh lagen.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der den Import von Rohöl und damit die Treibstoffpreise beeinflusst, ist der Euro-Dollar-Kurs. Der Euro hat nach einem drastischen Absturz von etwa 10 % zuletzt wieder leicht zugelegt und notierte im laufenden Handel am Montag bei 1,065 USD und damit 0,02 USD höher als vorige Woche, als die Kurse zeitweise unter 1,04 USD gerutscht waren.  

Markt erwartet weitere Embargo-Schritte

heizölpreise.

Die Ölpreise stiegen am Montag und erreichten den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten. Grund ist die Erwartung des Marktes, dass die Europäische Union eine Einigung über ein Verbot russischer Ölimporte erzielen könnte. Der Brent-Rohöl-Futures-Kontrakt für Juli, der am Dienstag ausläuft, stieg auf 120,20 USD pro Barrel. Der August-Brent-Kontrakt stieg auf 116,4 USD pro Barrel.

Vertreter der EU werden sich am Montag und Dienstag erneut treffen, um über ein sechstes Paket von Sanktionen gegen Russland zu beraten. Wenn man die jüngsten Preisbewegungen sieht, scheint es, als erwartet der Markt, dass die Europäische Union eine Einigung über irgendeine Form von Beschränkungen für russisches Rohöl erzielen könnte, sagte ein Analyst gegenüber Reuters.

Die EU-Regierungen hatten sich am Wochenende nicht auf ein Embargo für russisches Öl geeinigt, wollen die Gespräche über ein Abkommen aber fortsetzen. Dabei will man zunächst die Lieferungen von russischem Öl auf dem Seeweg verbieten und gleichzeitig jedoch Lieferungen per Pipeline zuzulassen, hieß es weiter. Analysten sagen jedoch, jedes weitere Verbot von russischem Öl würde einen bereits angespannten Rohölmarkt angesichts der steigenden Nachfrage nach Benzin, Diesel und Kerosin vor der Hauptnachfragesaison im Sommer in den Vereinigten Staaten und Europa deutlich nach oben treiben.

Bereits jetzt befinden sich die Margen der Ölraffinerien für Diesel und Benzin in Europa und den Vereinigten Staaten auf Rekordstand, berichten Ölhändler.

Die Organisation erdölexportierender Länder und Russland, die zusammen als OPEC+ bezeichnet werden, unterstreichen die knappe Versorgung und dürften nach Einschätzung von Analysten bei ihrem Treffen am kommenden Donnerstag die Forderungen zurückweisen, die Ölförderung deutlich schneller zu erhöhen, berichtet Reuters. Die Rohölpreise finden auch Unterstützung durch Chinas Lockerung der virusbedingten Beschränkungen, hieß es weiter.

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