Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Kosten für Treibstoff und Energie

Dieselpreise viel zu teuer, Heizölpreise steigen wieder

Tankstelle.
am Montag, 04.04.2022 - 13:49 (1 Kommentar)

Obwohl die Rohölpreise kräftig gefallen sind, bleiben die Preise für Diesel und Benzin sehr hoch. Heizöl und Erdgas waren zuletzt etwas billiger. Diese Woche steigend die Preise für Heizöl jedoch wieder. Wie lange allerdings überhaupt Gas und Öl durch die russischen Pipelines nach Deutschland fließen, ist unklar. Zum einen muss bald in Rubel gezahlt werden. Zum anderen könnten die Europäer selbst die Leitungen kappen.

Dieselpreise.

Die Rohölpreise schwankten am Montag im volatilen Handel hin und her. In der vorigen Woche hatte die Freigabe strategischer Reserven in den USA die Besorgnis über ein knappes Angebot angesichts der russischen Invasion und des Fehlens eines iranischen Atomabkommens zerstreut. Die Preise für Rohöl fielen vorige Woche um etwa 13 %, nachdem US-Präsident Joe Biden eine Rekordfreigabe von US-Ölreserven angekündigt hatte.

Rohöl war im März zeitweise bis auf knapp 140 USD je Barrel gestiegen. Das war der höchste Stand seit 2008. „Die massive Freisetzung von 1 Million Barrel pro Tag über einen Zeitraum von sechs Monaten allein in den USA dürfte dafür sorgen, dass der Ölmarkt im zweiten und dritten Quartal nicht mehr akut unterversorgt ist“, schrieb Carsten Fritsch von der Commerzbank in einer Mitteilung.

Brent-Rohöl notierte im laufenden Handel am Montag Mittag bei 104,6 USD pro Barrel. Das US-Leichtöl WTI Rohöl wurde mit 99,7 USD je Barrel notiert. Auch beim Erdgas hatte sich die Lage etwas entspannt. Russland hat auch am Montag den Gasfluss über wichtige Pipelinerouten nach Europa aufrechterhalten, trotz der Unsicherheit über die Zahlungsbedingungen und auch als die europäischen Staats- und Regierungschefs nach Vorwürfen von Kriegsverbrechen in der Ukraine weitere Sanktionen gegen Moskau forderten.

Der russische staatliche Energieriese Gazprom sagte, dass er im Einklang mit den Anfragen europäischer Verbraucher weiterhin Erdgas über die Ukraine nach Europa liefern werde. Angesichts der Forderung des Kremls, dass die Käufer beginnen sollen, Gazprom in Rubel zu bezahlen, bleiben jedoch viele Fragen über zukünftige Lieferungen.

Dieselpreise folgen Rohöl kaum nach unten, Heizöl wieder teurer

Heizölpreise.

 Autofahrer haben von gefallenen Ölpreisen bislang wenig gespürt. Das könne damit zusammenhängen, „dass die mineralölverarbeitende Industrie ihre Margen und damit ihre Gewinne erhöht hat“, sagte das Verbraucherportal Clever Tanken. Das Kartellamt soll laut Clever-Tanken-Chef Steffen Bock wegen dieses Verdachts künftig nicht nur die Tankstellen, sondern auch Großhändler und Raffinerien genauer beobachten.

Besonders Dieselfahrer müssen weiter tief in die Tasche greifen. Der Kraftstoff war in den vergangenen Wochen teurer als Super-Benzin geworden. Das hat aber nichts mit Margen, sondern indirekt mit dem Krieg und mit der Nachfrage und der Herstellung von Heizöl zu tun, das Diesel sehr ähnlich ist.

Diesel kostete am Montag (04.04) an den deutschen Tankstellen im Bundesmittel 2,07 Euro je Liter berichtet der Onlinedienst bezinpreis.de. Die Preisspanne lag zwischen 2,04 und 2,24 Euro je Liter. Leichtes Heizöl kostete den Verbraucher am heutigen Montag im Bundesmittel 138,4 Euro je 100 Liter. Das waren 2 Euro mehr als am Ende der vorigen Woche. Die bisherige Preisspitze von 204,50 Euro wird jedoch weit verfehlt.

„Der Abwärtstrend der letzten Woche ist gestoppt und die Heizölpreise legen am Montag (04.04) wieder zu. Das fünfte Sanktionspaket der EU gegen Russland wird in den nächsten Tagen beschlossen werden. Und es stellt sich die Frage, ob der vielfach geforderte Öl- und Gas-Importstopp doch noch kommt. An den Ölbörsen haben die Gasöl-Notierungen (Vorprodukt für Heizöl) bereits wieder kräftig angezogen. Zudem mehren sich auf dem inländischen Mineralölmarkt wieder die Sorgen hinsicht­lich Knappheiten“, sagt der Branchendienst tescon.de. Für die neue Woche werden erneut starke Preisturbulenzen erwartet, sagt tescon.

Die Erdgaspreise am wichtigsten europäischen Handelsplatz Trading Natural Gas EU Dutch TTF notieren am Montag Mittag bei 110,5 Euro je Mwh und damit niedriger am Ende der vorigen Woche – als die Preise bei 127 Euro je MWh lagen.

Kommentar

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...