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Kosten für Gas

Gaspreise steigen steil an – arktische Kältewelle & teures Flüssiggas

Gaspreise.
am Donnerstag, 08.12.2022 - 13:32 (1 Kommentar)

Die Gaspreise steigen am Spotmarkt steil an. Der Verbrauch steigt kräftig und eine arktische Kältewelle dürfte für einen weiteren Verbrauchsschub sorgen. Die Preise für Flüssiggas (LNG) sind am Terminmarkt seit Mitte November um mehr als 50 % gestiegen. Das heißt: Auch der Nachkauf von Gas wird immer teurer.

Erdgaspreise.

Die Gaspreise steigen diese Woche am europäischen Spotmarkt steil an. Mittlerweile sind die Preise nicht weit von den 160 Euro je MWh entfernt. Damit ist Gas wieder viel teurer als Mitte November als die Preise zweitweise auf ein Sechsmonatstief von 95 Euro MWh gefallen waren.

Doch nun wird es in Deutschland und Europa wirklich Winter. Die Temperaturen fallen deutlich und Nachfrage und Verbrauch steigen kräftig. In den nächsten zwei Wochen wird Europa aufgrund einer arktischen Kaltluftwelle, die ganz besonders Großbritannien und die nordeuropäischen Länder treffen wird, mit sehr kalten Temperaturen konfrontiert sein.

Die Speicher in der EU waren am 6. Dezember zu 90,6 % gefüllt, verglichen mit 90,9 % am Vortag. Die Bundesnetzagentur meldet für Deutschland einen Gesamtspeicherstand von 96,40 %. Der Füllstand des Speichers Rehden beträgt 92,13 %. Der Gasverbrauch lag in der 47. Kalenderwoche 21 % unter dem durchschnittlichen Verbrauch der letzten vier Jahre, ist aber gegenüber der Vorwoche um 12 % gestiegen, sagt die Bundesnetzagentur.

Und der Verbrauch dürfte wohl weiter steil zunehmen. Obwohl die Reserven immer noch hoch sind und anhaltend große LNG-Importe den Rückgang der russischen Gasströme kompensieren, bleiben die Aussichten schwierig. Viele Analysten weisen darauf hin, dass die Nachfrage weiter sinken muss und mehr LNG-Importe erforderlich sein werden, um die Wintermonate zu überstehen. Erst recht, wenn es kalt ist.

Außerdem steigen auch die LNG -Preise steil an. Europa und das Vereinigte Königreich importierten im November eine Rekordhöhe von 11,14 Millionen Tonnen Flüssiggas (LNG) und sind auf dem besten Weg, im Dezember 12,2 Millionen Tonnen zu beziehen, sagen Analysten.  

Am Terminmarkt verteuerte sich Flüssiggas (Liquified Natural Gas) für den kritischen Februartermin von zuletzt 25,8 USD je mmBtu Mitte November auf aktuell 39,8 USD je mmBtu. Das ist ein Anstieg von über 50 Prozent. Gleichzeitig reduzieren reparaturbedingte Lieferausfälle in der Karsto-Anlage und im Oseberg-Feld in Norwegen das Angebot. Norwegen hat Russland als Europas größter Erdgaslieferant mittlerweile überholt.

Terminmarktpreise bei 15 Cent – Gaspreisbremse bei 12 Cent

Flüssigaspreise.

Am europäischen Terminmarkt EEX (21.11) lag der Erdgaspreis für Dezember bei 13,2 Cent je Kilowattstunde. Für den Januar-Termin kostete das Erdgas 14,9 Cent je Kilowattstunde und für den Februar mussten 15 Cent je kWh gezahlt werden. Damit sind die Terminmarkpreise aktuell noch etwas niedriger als die aktuellen Spotmarktpreise. Auch die späteren Termine kosten durchweg um die 15 Cent je kWh.

Damit sind diese Preise weiter um ein Vielfaches höher als die Preise vor der Gaskrise: 2019 lag der Importpreis für Gas nach Deutschland im Jahresschnitt bei 1,5 Cent je Kilowattstunde, berichtet Verivox. 2021, als die Preise bereits deutlich gestiegen waren, wurden 2,5 Cent je KWh gezahlt. Dennoch sind sowohl die Spotmarktpreise als auch die aktuellen Terminmarktpreise erheblich niedriger als die Gaspreise, die die Verbraucher mit rund 20 Cent je kWh zahlen müssen.

Bund und Länder hatten Anfang November eine Reihe von Maßnahmen beschlossen. Danach sollen Verbraucher eine Einmalzahlung im Dezember erhalten - auf Basis der Abschlagszahlung vom September 2022. Für Privatkunden und kleine Unternehmen soll außerdem von März an, ein Gaspreis von 12 Cent je KWh für 80 Prozent der üblichen Verbrauchsmenge gelten.

Die Bundesländer hatten auf einen früheren Start der Gaspreisbremse zum 1. Januar gedrängt. Nun wird eine Umsetzung für Februar 2023 angestrebt. Gelten soll die Gaspreisbremse dann bis April 2024.

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