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Heizkosten und Heizölpreise

Heizölpreise geben nicht nach – Verbraucher kaufen nicht

heizölpreise.
am Montag, 17.10.2022 - 10:08 (Jetzt kommentieren)

Die Preise für Heizöl bleiben weiter sehr hoch. Zum Beginn der Woche gaben die Heizölpreise nur ganz leicht nach. Dabei hatte es bei Rohöl vorige Woche deutliche Preiskorrekturen gegeben. Die Rohölpreise starten jedoch wieder mit Preisaufschlägen in die neue Woche. Gleichzeitig bleibt Gasöl, das wichtigste Vorprodukt für die Herstellung von Heizöl und Diesel, sehr teuer.

Heizölpreise.

Am Montagmorgen (17.10.) kostete Heizöl im Bundesmittel rund 168 Euro je 100 Liter, berichtet der Branchendienst Tecson. Damit sind die Heizölpreise im Wochenvergleich um 4 Euro je 100 Liter zurückgegangen. Aus Sicht von Marktbeobachtern sieht aber alles nach einem erneuten Preisanstieg aus.

Der Grund: Die Preise für Rohöl und für Gasöl (das wichtigste Vorprodukt für Heizöl und Diesel), steigen nach einem Rückgang in der Vorwoche bereits wieder an. Das dürfte wohl auch bei Heizöl rasch für einen erneuten Preisanstieg sorgen.

Im Bundesmittel meldete der Branchendienst Tecson am Montagmorgen einen Heizölpreis von 168,2 Euro je 100 Liter Heizöl. Gegenüber der vorigen Woche ist Heizöl damit 4 Euro günstiger – gegenüber den Preisen von Anfang Oktober kostet Heizöl jedoch 13 Euro mehr. Im Vergleich zum vorigen Jahr (90 Euro je 100 Liter) ist Heizöl rund 86 % teuer.

Der Branchendienst Tecson empfiehlt den Heizölkäufern: „Den Verbrauchern raten wir, noch abzuwarten, denn das Preisniveau ist außergewöhnlich hoch. Entsprechend war die Heizöl-Bestellaktivität sehr niedrig.“

Gasöl kostet am Montagmorgen rund 1.107 USD je Tonne und damit bereits wieder 60 USD je Tonne mehr als am Freitag – als die Preise bei 1.047 USD je Tonne lagen. Seit Anfang Oktober (880 USD) hat sich Gasöl am Terminmarkt damit um 25 % verteuert.

„Man spüre die Verunsicherungen der Kundinnen und Kunden deutlich“, sagt die Heizölhändlerin Kerstin Baumann-Franz dem Bayerischen Rundfunk (BR). Ähnlich wie während der Anfangsphase der Corona-Pandemie 2020 überwiege bei vielen die Angst. Der Vorteil von Heizöl im Vergleich zu Gas sei, dass Öl gelagert werden könne und somit auf Vorrat verfügbar sei, sagt die Heizölhändlerin.

Keine guten Aussichten – Preise bleiben hoch

Gasölpreise.

Eine gute Nachricht: Das unterirdische Leck an der in der vorigen Woche zerstörten Druschba Pipeline-Leck ist wieder repariert. Seit Samstag fließt wieder russisches Öl nach Westen.

Doch es gibt weitere Probleme: Zum einen halten die Streiks an französischen Raffinerien weiter an und drosseln das Angebot an Diesel und Heizöl in Westeuropa. Jetzt gibt es noch eine schlechte Nachricht: Ende der vorigen Woche wurde aus der größten Raffinerie Europas, der von Shell in Rotterdam betriebenen Pernis-Anlage, eine Störung gemeldet, berichte der Branchendienst heizöl24. Allerdings war noch unklar, wie stark die Produktion eingeschränkt werden muss und wie lange die Anlage nicht produzieren kann.

Dazu kommen zahlreiche für den Herbst regulär angekündigte Wartungsarbeiten der großen Raffinerien in Europa. Diese werden nach Einschätzung von Heizöl24 dieses Jahr umfangreicher ausfallen. Hintergrund sind die durch die Corona-Pandemie aufgestauten Arbeiten.

Außerdem erwarten Marktbeobachter durch die Einführung neuer Sanktionen gegen Russland weitere negative Auswirkungen auf das Angebot.

Die Experten von heizöl24 sagen deshalb: „Damit werden wir über die nächsten Monate sehr wahrscheinlich eine volatile Aufwärtstendenz bei den Heizölpreisen beobachten müssen.“ Ein deutlicher Rückgang bei den Heizölpreisen ist auch Sicht der Marktbeobachter deshalb nicht zu erwarten. Eher im Gegenteil. Dazu trägt letztlich auch die deutliche Drosselung der Erdölförderung durch die OPEC bei.

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