Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Preise für Heizöl

Heizölpreise: Was Heizöl die Verbraucher kostet

ölheizung.
am Freitag, 28.10.2022 - 10:24 (Jetzt kommentieren)

Die Heizölpreise haben am Mittwoch einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht und steigen seitdem wieder leicht an. Hintergrund ist die Entwicklung Rohölpreise und Gasölpreise sowie der Dollar/Eurokurse. Die Rohölpreise waren im Wochenverlauf gestiegen und haben auch Heizöl verteuert.

heizölpreise.

Heute (Freitag. 28.10.) geben die Ölpreise im vorbörslichen Handel jedoch wieder deutlich nach und dürften auch die Heizölpreise erneut mit nach unten ziehen. Ohnehin zeigt die Preiserwartung an den Terminmärkten für die Ölpreise für die nächsten Monate deutlich nach unten.

Grund sind die Erwartungen von Händlern und Analysten, dass es in den nächsten Monaten eine schwere Rezession gibt und der Ölbedarf der globalen Wirtschaft sinkt. Für die Heizölpreise wäre das gut, denn sie würden ebenfalls fallen.  

Am Freitagmorgen (28.10.) kostete Heizöl im Bundesmittel 156,7 Euro je 100 Liter, berichtet der Branchendienst Tecson. Damit sind die Heizölpreise seit Mittwoch, als die Preise mit 155,7 Euro je 100 Liter einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht hatten, wieder leicht angestiegen. Dennoch kostet Heizöl damit noch 12 Euro je 100 Liter weniger als vor 10 Tagen und angesichts der heute wieder fallenden Ölpreise, ist durchaus mit einem erneuten Rückgang zu rechnen.

Im Vergleich zum vorigen Jahr (89,2 Euro je 100 Liter) ist Heizöl rund 69 Euro je 100 Liter bzw. 75,7 % teuer. „Die Heizöl-Bestellaktivität der Verbraucher hat zuletzt etwas angezogen, bei Lieferzeiten von 3 bis 4 Wochen,“ sagt der Branchendienst Tecson in seiner aktuellen Markteinschätzung.

Relativ sicher ist, dass die Heizölpreise den Rohölpreisen folgen und die geben im vorbörslichen Handel am Freitag deutlich nach, nachdem es die Tage zuvor nach oben ging. Die Leichtöl-Sorte WTI wird am Freitagvormittag (MEZ) mit 87,7 USD je Barrel gehandelt und damit 1,4 USD billiger als am Donnerstag – aber 3 USD teurer als am Montag.

Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor für die Heizölpreise sind die Gasöl-Notierungen. Gasöl ist das wichtigste Vorprodukt bei der Herstellung von Heizöl und Diesel und deshalb entscheidend für die Preisentwicklung beider Produkte. Am Freitagmorgen kostete Gasöl (Gasoil Low Sulphur) am Terminmarkt rund 1.117 USD je Tonne. Das waren gut 40 USD mehr als zum Beginn der Woche.

Ein Grund für die steigenden Gasölpreise ist die Dieselknappheit in den USA. Analysten der Investmentbank Goldman Sachs sagen, dass zu geringe Investitionen in die US-Kraftstoffproduktionskapazität, die durch Raffinerieschließungen und -unterbrechungen noch verschärft wird, zu einem Mangel an raffinierten Produkten führen, insbesondere bei Diesel, wo die Lagerbestände auf „beispiellos niedrigem Niveau“ sind.

Heizölpreise fallen im Norden und steigen im Süden

heizölpreise nach bundesländern.

Es zeigen sich Ende Oktober ungewöhnlich große Preisunterschiede bei den Angeboten der örtlichen Heizölhändler, sagt der Branchendienst Tecson. Diese betragen zwischen den Bundesländern derzeit 20 Euro je 100 Liter. Bei einem Einkauf von 3000 Litern kann das dann im Extremfall bis zu 600 Euro Preisunterschied ausmachen.

Die regionalen Preise in Deutschland sind weiter sehr untypisch für die Vergangenheit, sagen die meisten Marktbeobachter. Danach ist Heizöl weiterhin in Bayern und Nordrhein-Westfalen besonders günstig, im Norden entgegen dem üblichen Trend am teuersten.

Am Freitag lagen die Heizölpreise in Bayern nach den Erhebungen des Branchendienstes esyoil.com bei 146 Euro je 100 Liter. In Nordrhein-Westfalen mussten die Einkäufer knapp 147 Euro zahlen. Am teuersten war Heizöl weiterhin in Bremen mit 166,5 Euro (obwohl es im Wochenverlauf deutlich nach unten ging) und in Hamburg mit 167 Euro.

In Mecklenburg-Vorpommern werden heute 164 Euro je 100 Liter verlangt und in Schleswig-Holstein knapp 165 Euro. Auch in Niedersachsen bewegten sich die durchschnittlichen Preisforderungen mit 164 Euro je 100 Liter über dem Durchschnitt.

Die Bestellaktivität bleibt im Moment auf einem mittleren Niveau, sagen die Analysten von esyoil. Offenbar warten potenzielle Kunden auf günstigere Einstiegspunkte, denn die Zahl der Preisoptimisten ist ungewöhnlich hoch. Knapp 80% der Käufer erwarten weiter fallende Heizölpreise, sagt jedenfalls esyoil.

Der schwache Dollar und die stark sinkenden Gaspreise in Deutschland machen sich positiv bemerkbar, heißt es weiter. Außerdem verliert Heizöl möglichweise für gewerbliche Nutzer an Attraktivität.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...