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Kosten für Heizöl

Heizölpreise noch auf Tiefstand – Preisexplosion im Februar befürchtet

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am Dienstag, 17.01.2023 - 10:11 (Jetzt kommentieren)

Die Heizölpreise bewegen sich auf einem 11-Monatstief. Die Anzahl der Bestellungen lag nach Angaben von Händlern auf dem Niveau der Vorwoche und war weiter relativ hoch. Viele Händler befürchten indessen einen steilen Anstieg der Preise, denn das EU-Verbot für russische Rohölimporte, wird ab 5. Februar auf raffinierte Kraftstoffe (Diesel, Gasöl) ausgeweitet. Russland war auch hier der wichtigste Lieferant.

Heizlpreise aktuell.

Am Dienstagmorgen (17.01.) kostete Heizöl im Bundesmittel knapp 117,3 Euro je 100 Liter, berichtet der Branchendienst Tecson. Das sind 0,3 Euro weniger als am Vortag und 0,3 Euro weniger als vor einer Woche. Der letzte Tiefpunkt der Heizölpreise, von Mitte Dezember, wird weiter unterboten und Heizöl kostet derzeit so viel (wenig), wie zuletzt im März 2022.

In einigen Bundesländern bewegen sich die Heizölpreise um die Marke von 110 Euro je 100 Liter. In weiteren Bundesländern liegen die Preise knapp über der 110-Euro-Marke. Dort werden die letzten Tiefstände der Preise durchweg unterboten. Die Rohölpreise geben am heutigen Dienstag im laufenden Handel zunächst nach und könnten für weitere Preisabschläge bei Heizöl sorgen.

Allerdings schauen viele Händler und Ölunternehmen besorgt in die Zukunft. Der Grund: Ein EU-Verbot für russische Rohölimporte, das im Dezember in Kraft getreten ist, wird ab dem 5. Februar auf raffinierte Kraftstoffe (Diesel, Gasöl) ausgeweitet. Es wird befürchtet, dass es zu einer starken Änderung der Handelsströme kommt und die Kosten für den Import von Diesel und Heizöl steigen.

Vor diesem Hintergrund könnten auch die Heizölpreise in nächster Zeit deutlich zulegen. Europäische Händler haben sich vor dem Verbot beeilt, größere Mengen Diesel und Gasöl einzulagern, wobei die Lagerbestände in der Woche bis zum 12. Januar auf den höchsten Stand seit Oktober 2021 gestiegen sind, wie Daten des niederländischen Beratungsunternehmens Insights Global zeigten, berichte die Nachrichtenagentur Reuters.

Die europäischen Dieselimporte aus Russland belaufen sich in diesem Monat bisher auf 770.000 Barrel pro Tag (bpd), den höchsten Stand seit März letzten Jahres, berichtet Reuters unter Bezugnahme auf das Energieanalyseunternehmen Vortexa. Russland ist seit langem der wichtigste Lieferant von Öldestillaten für Europa, wo Raffinerien nicht genug produzieren, um beispielsweise die Inlandsnachfrage seiner großen Dieselautoflotte zu decken.

Kunden kaufen zügig nach – Regionale Preisunterschiede schrumpfen

Heizölpreise.

Die Kaufaktivität der Heizölkunden ist auch diese Woche relativ hoch, berichten die meisten Händler. Offenbar befürchten viele gut informierte Kunden, wegen des Embargos auf russische Öl-Destillate (Diesel, Gasöl), einen raschen Anstieg der Heizölpreise, spätestens Anfang Februar.

In einer Reihe von Bundesländern liegen die Preise derzeit noch unter den letzten Tiefständen von Mitte Dezember. Dabei haben sich die regionalen Preisunterschiede im neuen Jahr deutlich verringert, zeigen die Daten aus den Regionen (siehe Grafik). Heute (17.01) liegen zwischen den teuersten (Bremen) und dem billigsten Bundesland (Nordrhein-Westfalen) nur noch 8 Euro je 100 Liter Differenz. Bei einem Einkauf von 3000 Litern Heizöl, macht das immerhin einen Preisunterschied von 240 Euro.

Am billigsten ist Heizöl weiterhin in Nordrhein-Westfalen sowie in Schleswig-Holstein und in Rheinland-Pfalz. In Bremen, Niedersachsen und Berlin kostet Heizöl heute am meisten. Am Dienstagvormittag (17.10) lagen die Heizölpreise in Nordrhein-Westfalen nach den Erhebungen des Branchendienstes esyoil 110 Euro je 100 Liter und damit 2 Euro höher als vor einer Woche. In Rheinland-Pfalz müssen die Verbraucher heute 112 Euro zahlen und damit eben so viel wie vor Wochenfrist.

Am teuersten war Heizöl heute in Bremen mit 118 Euro – das waren trotzdem 5 Euro weniger als vor einer Woche. In Niedersachsen lagen die Preisforderungen am Dienstagmorgen bei 117 Euro je 100 Liter und damit 3 Euro niedriger als eine Woche zuvor.

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