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Produktionskosten und Betriebsmittel

Dieselpreise und Heizöl: Darum wird 2022 das teuerste Jahr

Tanken.
am Mittwoch, 29.12.2021 - 14:34 (Jetzt kommentieren)

Die CO2-Steuer steigt ab 1. Januar 2022 weiter. Diesel, Heizöl und Benzin werden noch teurer. Auch die Kosten für alle anderen fossilen Energieträger steigen kräftig mit.

Tanken.

Landwirte, Unternehmen und Verbraucher kämpfen mit einem explosionsartigen Anstieg der Energiepreise. Die Folge: Die Kosten für die Produktion, Transport und Heizen steigen dramatisch an. Ab Januar 2022 steigt zudem die Co2-Steuer für fossile Brennstoffe weiter an. Dabei müssen Landwirte, Verbraucher und auch die Industrie in Deutschland bereits Rekordpreise für Energie zahlen.

Statt wie bisher 25 Euro je Tonne Kohlendioxid sind dann im neuen Jahr 30 Euro fällig. Das wirkt sich unmittelbar auf Preise für Diesel, Benzin und Heizöl aus - allerdings nicht so stark wie Anfang 2021. Nach Berechnungen des ADAC wird sich Benzin und Diesel durch den höheren CO2-Preis ungefähr um je eineinhalb Cent verteuern.

Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen verteuern sich Heizöl und Diesel um 1,6 Cent pro Liter und Erdgas um 0,1 Cent pro Kilowattstunde. Teureres Erdgas bedeutet zudem auch höhere Kosten bei der Produktion Stickstoffdünger. Großen Einfluss auf die weitere Preis-Entwicklung haben indessen auch globalen bzw. europäischen Rohöl- und Erdgaspreise. Letztere waren nach einem Rückgang Mitte Dezember in Europa erneut auf ein neues Allzeithoch gestiegen – mit Folgen für die Heizkosten und die Düngerproduktion.

An der EEX-Börse kosten die CO2-Zertifikate (Verschmutzungsrechte) Ende Dezember allerdings schon 78 Euro je Tonne – was den Preisanstieg bei fossiler Energie zusätzlich befeuern dürfte.  Im Jahr 2020 lag der Börsenpreis erst bei 25 Euro und hat sich also mehr als verdreifacht.

Dieselpreise steigen schon wieder – 1,55 Ende Dezember

dieselpreise.

Mit dem Jahreswechsel 2020/21 Landwirte und Verbraucher das erste Mal die unmittelbaren  Folgen der CO2-Steuter gespürt: Der Benzinpreis stieg quasi über Nacht um rund 7 Cent pro Liter. Nach Berechnungen des ADAC dürften sich Benzin und Diesel durch den höheren CO2-Preis 2022 rein rechnerisch um je eineinhalb Cent verteuern.

Einige Beobachter halten jedoch auch höhere Preisaufschläge für möglich: Am heutigen Mittwoch (29.12) meldet das Onlineportal Benzinpreis.de einen durchschnittlichen Dieselpreis von 1,55 Euro je Liter – in einer großen regionalen Spannbreite von 1,53 bis 1,63 Euro.

Damit müssen Landwirte und andere Diesel-Einkäufer etwa 41 Prozent bzw. 45 Cent mehr für den Treibstoff ausgeben als im Dezember 2020. Dabei treiben nicht nur hohen Rohöl- und Erdgaspreise die Kosten für Diesel nach oben. Auch die bisherige CO2-Steuer hat einen beträchtlichen Anteil an den sehr hohen der Diesel- und Treibstoffpreisen.

Der Verband der Mineralölwirtschaft (MWV) hat aus den für 2021 mit 25 Euro je Tonne CO2 bepreisten Zertifikaten folgende Preisaufschläge (mit Mehrwertsteuer) errechnet: Für Superbenzin beträgt der CO2-Aufschlag 6,9 Cent je Liter und für Diesel und Heizöl jeweils 7,884 Cent pro Liter. Mit steigenden CO2-Steuern steigen diese Kosten unabhängig von den jeweiligen Energie und Rohölpreisen weiter an und sollen sich bis 2025 auf 55 Euro je  Tonnen mehr als verdoppeln.

An der EEX-Börse kosten die Zertifikate Ende Dezember jedoch schon 78 Euro je Tonne – was den Preisanstieg wohl zusätzlich befeuern dürfte. Doch auch ohne die CO2-Abgabe sind die Steuern bei Diesel schon hoch: Bei einem Preis von 154 Cent je 100 Liter, beträgt die Mineralölsteuer immerhin 47 Cent und die Mehrwertsteuer 24,6 Cent – das sind bereits 71,5 Cent je Liter bzw. fast die Hälfte der Kosten!

Heizölpreise vor der nächsten Rallye – 87 Euro je 100 Liter

Heizölpreise.

Für Heizöl sind die Preise in diesem Jahr ähnlich stark gestiegen wie für Diesel. Ende Dezember meldet der Branchendienst tecson Heizölpreise von 86,70 Euro je 100 Liter. Das ist nur etwas weniger als die Rekordpreise von November von 91 Euro je 100 Liter. Im Vergleich zum vorigen Jahr als etwa 50 Euro gezahlt wurden – müssen die Einkäufer etwa 37 Euro bzw. 74 Prozent mehr ausgeben als im Dezember 2020.

Tescon beobachtete Ende Dezember außerdem weiter steigende Heizölpreise. Die Gründe: Über Weihnachten hatte kräftiges Frostwetter den Norden und Osten Deutschlands fest im Griff. Der Heizenergieverbrauch war früh im Winter stark nach oben geschnellt. Gleichzeitig zeigt sich das Preisgefüge auf dem Heizölmarkt mit Aufwärtsdynamik.

Auch wenn viele Verbraucher auf einen möglichen Preisrück­gang spekulieren, so hat die Bestellneigung 'zwischen den Tagen' etwas zugenommen, sagt Tescon. Mit den Anlieferterminen im Januar 2022 greift aber bereits die nächste Teuerungs­stufe der CO2-Bepreisung.

Zuletzt noch die Steuern, die Verbraucher und Landwirte bei Heizöl auch ohne die CO2-Abgabe zahlen müssen: Bei einem Preis von 85 Cent je Liter beträgt die Mineralsteuer 6,14 Cent und die Mehrwertsteuer 13,59 Cent. Zusammen sind das 19,3 Cent oder 23 Prozent.

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