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Betriebsmittel-Preise

Preise für Heizöl, Diesel und Dünger steigen kräftig - jetzt kaufen!

landwirt tankt.
am Montag, 30.11.2020 - 11:53 (1 Kommentar)

Heizöl, Diesel und Dünger werden wieder deutlich teurer. Und im neuen Jahr müssen Landwirte für Energie, Diesel und Dünger noch mehr ausgeben.

Tanklager für Öl

2021 werden Heizöl, Diesel und Dünger teurer. Das hat zwei Gründe: Zum einen sind die Preise für Rohöl seit Anfang November um fast 30 Prozent gestiegen – und das verteuert sämtliche Energieträger und damit auch die Produkte mit einem hohen Energiekostenanteil – wie etwa Mineraldünger – deutlich.

Zum anderen wird im nächsten Jahr die neue CO2-Steuer die Kosten für alle Energierohstoffe und Treibstoff zusätzlich nach oben treiben. Und nicht zuletzt wird auch die zweitweise Mehrwertsteuer-Senkung wieder zurückgenommen.

Außerdem wirkt die neue CO2-Steuer als Kostentreiber für alle anderen mit Energie erzeugten Produkte, und funktioniert damit gewissermaßen wie eine zusätzliche Mehrwertsteuererhöhung - oder einfacher: Wie ein Preistreiber!. Das heißt: Wer sich die sehr niedrigen Preise von Anfang November nicht bei seinem Händler gesichert hat, sollte dies immer noch tun, denn die Energiekosten werden im neuen Jahr wohl erneut kräftig steigen.

Der jüngste Anstieg der Rohölpreise um fast 30 Prozent bzw. 10 USD auf zuletzt rund 47 USD je Barrel für das europäische Leichtöl der Sorte Brent und auf 45 USD für das US-Leichtöl WTI, ist vor allem zwei Dingen geschuldet: Zum einen der Erwartung der globalen Wirtschafts- und Rohstoffmärke, dass es schnell einen Impfstoff gegen Covid-19 geben wird und die Wirtschaftskrise damit nicht so lange dauern wird wie bislang befürchtet.

Hinzu kommen noch die weiterhin sehr umfangreichen finanziellen Stützungsnahmen und Hilfsprogramme der großen Zentralbanken und Regierungen in Europa, Amerika und Asien – zur Überwindung der schweren Rezession und zur Stützung der Wirtschaft.

Hoffnung auf Impfstoff - aber Streit bei der OPEC

rohölpreise.

Ende November ist Rohöl so teuer wie seit Beginn der Corona-Krise im März nicht mehr. Damals hatten die Pandemie und die umfassenden Beschränkungen des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens einen dramatischen Einbruch der Weltwirtschaft  ausgelöst. Die abstürzende Nachfrage traf zudem auf einen Markt, der wegen der kräftig steigenden Fördermengen einiger großer Ölländer (Russland, USA) ohnehin schon überversorgt war. Daraufhin kam es zu einem Preiscrash bei Rohöl und die Ölpreise stürzten auf neue historische Tiefstände.

Im April gab es bei einzelnen Kontrakten zum ersten Mal überhaupt negative Ölpreise. Inzwischen hat sich die Situation aber wieder gedreht: Stärkster Preistreiber ist die Aussicht auf eine schnelle Einführung wirksamer Corona-Impfstoffe - möglicherweise noch im Dezember. „Das steigert das Vertrauen des Marktes in eine schnelle Normalisierung der Wirtschaft und damit der Ölnachfrage“, sagte der Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank.

Bei Goldman Sachs gehen die Analysten bislang davon aus, dass die OPEC+ im Rahmen der aktuellen Zusammenkunft vom 30.11. bis 01.12.20, eine Verlängerung der bestehenden Förderkürzung in Höhe von aktuell 7,7 Mio. Barrel pro Tag beschließen wird. Allerdings gibt es Streitigkeiten mit den Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) – und auch mit Kasachstan und dem Irak. Es kursierten sogar Gerüchte über einen möglichen Austritt der VAE aus dem Ölkartell.

Auch Kasachstan und der Irak wollen mehr Rohöl produzieren als bisher. Sie fordern für sich eine Quotenanhebung. Entsprechend zeigen sich die Rohölnotierungen heute leicht schwächer. Verlängert die OPEC+ ihre Kürzungen nicht, so erwarten Analysten einen Angebotsüberschuss von 1,5 bis 3,0 Mio. Barrel pro Tag in der ersten Jahreshälfte 2021. Durch diesen Überhang könnten die Ölpreise erneut einbrechen - und den Markt nach unten reißen.

Heizölpreise auf 6-Monatshoch gestiegen

ansteigende Verbraucherpreise für leichtes Heizöl im November 2020

Beim Heizöl sind die steigenden Ölpreise schon sichtbar auf die Preiseangebote der Händler durchgeschlagen. Seit Anfang November ist der Preis für 100 Liter vom bisherigen Tiefpunkt von knapp 37 Euro um gut 8 Euro gestiegen und liegt jetzt bei etwa 46 Euro je 100 Liter. Das sind die höchsten Heizölpreise seit etwa 6 Monaten. Allerdings sind auch das noch mehr als 20 Euro weniger als man vor einem Jahr ausgeben musste.  

Am heutigen Montag (30.11) meldeten die Heizölhändler leichte Preisrückgänge gegenüber den Preisen der Vorwoche. Den überregional gemittelten Durchschnittspreis meldeten die Analysten des Onlineportals Tecson zum Wochenstart mit 45,6 Cent/Liter Heizöl. Das ist knapp unterhalb der preislichen Höchstmarke der letzten vier Monate, die vorigen Donnerstag erreicht wurde.

Für das Heizölgeschäft war der November durch einen kräftigen Preisantieg gekennzeichnet. Lag das Preisniveau für 100 Liter Heizöl Anfang November noch bei 38,70 Cent le Liter, so sind die Preise inzwischen um rund 8 Cent auf knapp 46 Cent gestiegen. Bei einer Heizöllieferung von 3000 Liter zahlt der Abnehmer damit über 200 Euro mehr, berichtet Tecson.

Diesel so teurer wie seit März nicht mehr – Anstieg zum Jahreswechsel

dieselpreise.

Die Auswirkungen an den Zapfsäulen sind noch nicht ganz so deutlich zu erkennen wie beim Heizöl – auch wenn die Preise ebenfalls stetig zulegen. Der Grund für den etwas moderateren Preisanstieg ist der zweite Lockdown und die davon ausgehenden negativen Folgen für gewerbliche Transporte und den Individual-Verkehr. Nach den Angaben des Onlineportals Benzinpreis-aktuell kostet Diesel im bundesweiten Mittel am heutigeb Monatg 1,11 Euro und ist damit so teuer wie seit März nicht mehr.

Im Verlauf des Novembers verteuerte sich Diesel damit von 1,03 auf 1,11 Euro – und damit um 8 Cent je Liter. Das es im Vergleich zu den Rohölpreisen (+30 %) beim Diesel noch relativ moderat nach oben geht, hat aber, neben der schwächeren Nachfrage der Verbraucher, noch andere Gründe. Denn der Diesel-Preis wird nicht nur vom Rohölpreis sondern, auch von anderen Faktoren wie der Mineralölsteuer oder Kosten der Tankstellen und Mineralölkonzerne beeinflusst.

Doch die Zeit des günstigen Sprits scheint erst einmal vorrüber zu sein. Spätestens zum Jahreswechsel werden gleich zwei Effekte den Preis weiter nach oben treiben: Zum einen der CO2-Preis von 25 Euro pro Tonne, der den Diesel um rund 8 und Super E10 um rund 7 Cent pro Liter teurer machen wird. Zum anderen endet die Mehrwertsteuersenkung. Durch diese beiden Effekte rechnet beispielsweise der ADAC mit einem Preis-Anstieg von 10 bis 11 Cent pro Liter beim Sprit.

Im Marktbereich von agrarheute bieten wir Ihnen eine Übersicht über die aktuellen Marktpreise von Diesel und Rohöl.

Düngerpreise ziehen ebenfalls an

harnstoffpreise

Auch bei den vormals niedrigen Düngerpreisen zeigen die steigenden Energiekosten Wirkung. So hat sich der wichtigste am Weltmarkt gehandelte Stickstoffdünger an den deutschen Importhäfen, angetrieben von den steigenden Öl- und Gaspreisen, ebenfalls verteuert. So mussten die Einkäufer Ende voriger Woche für geprillten Harnstoff an den deutschen Importhäfen 284 Euro je Tonne hinblättern – das waren fast 20 Euro mehr als Anfang des Monats.

Am Weltmarkt haben die Harnstoffpreise zuletzt ähnlich kräftig zugelegt und wurden etwa am US-Golf mit 250 USD je Tonne notiert und damit 25 USD teurer als vor vier Wochen. Für die Auslieferung im Januar 2021 liegen die Preisforderungen derzeit bei 255 USD je Tonne und damit noch etwas höher – danach zeigen die Preiserwartungen allerdings seitwärts. Ähnlich sieht die Preisentwicklung bei den anderen großen Exporteuren aus.

Der in Deutschland am meisten eingesetzt Stickstoffdünger, Kalkammonsalpter (KAS), kostet an den deutschen Importhäfen derzeit 185 Euro je Tonne – und damit nur 3 Euro mehr als zum Monatsbeginn.

Auch der Flüssigdünger Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) ist in den letzten vier Wochen ebenfalls leicht um 3 Euro auf 165 Euro Tonne verteuert.  

Eine Übersicht über die aktuellen Erzeugerpreise für Düngemittel erhalten Sie auf agrarheute.

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