Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Energiekrise und Strompreise

Strompreise fallen unter 10 Cent – Stromkunden zahlen fast 50 Cent

Strompreise.
am Freitag, 18.11.2022 - 08:48 (Jetzt kommentieren)

Die Strompreise sind am Spotmarkt am Mittwoch erneut unter 10 Cent je kWh gefallen. Auch an übrigen Tagen wird Strom von Händlern und Versorgern für weniger als 20 Cent je kWh gehandelt. Am Terminmarkt liegen die Strompreise für die nächsten Monate zwischen 20 und 39 Cent je kWh. Verbraucher zahlen nach Erhebungen des Vergleichsportals Verivox im November durchschnittlich 48,2 Cent je kWh – und damit das Doppelte von dem was der Markt in nächster Zeit für Strom bereit ist zu zahlen.

strompreise.spotmarkt.

Am Spotmarkt blieben die Strompreise ungewöhnlich niedrig. Zwar werden die Tiefstände von vor zwei Wochen – als die Spotpreise für deutschen Strom bis auf 5,1 Cent je kWh gefallen waren - nicht mehr erreicht, dennoch bleibt der Stromeinkauf für Versorger und Stromhändler sehr günstig.

Vor allem dann, wenn man die Strompreise der Stromkunden mit den aktuellen Preisen am Spotmarkt und am Terminmarkt vergleicht. Am Mittwoch (16.11) mussten Händler und Stromversorger am Spotmarkt für den gekauften Strom nur 99 Euro je MWh zahlen – das sind 9,9 Cent je kWh. Einen Tag später (17.11) kostete der Strom 171 Euro je MWh bzw. 17,1 Cent je kWh. Damit bewegen sich die Strompreise zwar etwas über den jüngsten Tiefpreisen, sind jedoch weiterhin meilenweit von den Rekordpreisen der letzten Monate entfernt.

Ähnlich günstig ist Strom in unseren Nachbarländern. So zahlten die Stromversorger in Frankreich am Mittwoch 159 Euro je MWh bzw. 15,9 Cent je kWh. In Polen lagen die Strompreise bei 17,2 Cent und in den Niederlanden kostetet Strom die Versorger 14,9 Cent. Noch vor wenigen Wochen mussten Versorger an der EEX für den eingekauften Strom 500 bis 700 Euro je MWh zahlen. Das sind 50 bis 70 Cent je kWh.

Die Strompreise folgen weiterhin der Entwicklung am Gasmarkt und den veränderten politischen Rahmenbedingungen. Auffällig ist jedoch, dass sich die gefallenen Spotmarktpreise kaum auf die Strompreise für Stromkunden auswirken. Im Gegenteil.

So liegt der Strompreis für Neukunden Mitte November im Bundesmittel bei 48,2 Cent je Kilowattstunde (KWh), hat das Vergleichsportal Verivox ermittelt. Bestandskunden und Kunden in der Grundversorgung zahlen (noch) etwas weniger. Vor einem Jahr um diese Zeit lag der Preis für Neukunden bei 33 Cent pro Kilowattstunde.

Strompreise fallen am Terminmarkt – Stromkunden zahlen mehr

strompreise für haushalte.

Auch am Terminmarkt kostet Strom für die nächsten Monate deutlich weniger. Das heißt: Versorger und Stromhändler können sich weiterhin mit preiswerterem Strom eindecken. Zwar steigen die Preise dort von Dezember bis Februar 2023 an. Dennoch kostet auch dieser Strom deutlich weniger als vor einigen Wochen und vor allem deutlich weniger als Stromkunden derzeit zahlen müssen.

Am Mittwoch (16.11) kostete der sogenannte Baseload-Kontrakt für den November rund 202 Euro je MWh bzw. 20,2 Cent je kWh - also nicht einmal halb so viel wie Stromkunden für ihren Strom zahlen müssen. Für den Dezember steigen die Kontraktpreise dann auf umgerechnet 27,2 Cent je KWh und für den Januar 2023 kostet Strom am Terminmarkt 33,5 Cent je kWh.

Auch für den teuersten Monat - den Februar 2023  - müssen die Stromhändler und Versorger mit umgerechnet 39 Cent – knapp 10 Cent weniger ausgeben als die Verbraucher im November – und danach gehen die Preise am Terminmarkt auch schon wieder zurück.

Bund und Länder hatten Anfang November (02.11) eine Strompreisbremse beschlossen. Diese soll ab 1. Januar 2023 gelten. Für Verbraucher und kleine Unternehmen soll dann ein Grundkontingent von 80 Prozent des bisherigen Verbrauchs abgesichert werden. Der Bruttopreis für diesen Strom soll dann bei 40 Cent je kWh liegen. Deutlich über den Preisen, für die sich Versorger derzeit am Spotmarkt und am Terminmarkt eindecken können.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...