Strompreise fallen nur für Neukunden – Grundversorgung wird teurer
Die Strompreise für Neukunden fallen im Februar unter 38 Cent je KWh. Damit wird auch die Strompreisbremse unterboten. Für die Grundversorgung sind die Strompreise im neuen Jahr hingegen deutlich gestiegen, zeigen die Daten des Vergleichsportals Verivox und die Mitteilungen zahlreicher Stromversorger.
Für Neukunden kostet eine Kilowattstunde Strom nach den Daten des Vergleichsportals Verivox Anfang dieser Woche etwas mehr als 37 Cent je kWh. Das ist ein Preisrückgang von etwa 7 Cent seit Anfang Januar (44 Cent). Gegenüber der letzten Preisspitze von Mitte Dezember (54 Cent) sind die Strompreise für Neukunden sogar um 17 Cent oder gut 30 % regelrecht abgestürzt.
Kunden in der Grundversorgung zahlen im neuen Jahr im Bundesmittel oftmals deutlich mehr als Ende 2022, zeigen die Daten des Vergleichsportals Verivox und die Rechnungen verschiedener Versorger. Nach den Erhebungen von Verivox mussten die Kunden in der Grundversorgung im Februar im Bundesmittel 45,05 Cent je kWh zahlen. Das sind immerhin 7 Cent mehr als die Versorger von den Neukunden verlangen.
Zwar lagen die Preise vieler Grundversorger Ende 2022 oft noch unter 40 Cent, doch im neuen Jahr ging es in der Grundversorgung steil nach oben: Beispielsweise hat der Energieversorger Vattenfall seine Strompreise in Berlin und Hamburg deutlich erhöht. Konkret steigt der Verbrauchspreis in der Grundversorgung von 33,12 Cent pro Kilowattstunde auf 41,41 Cent. In Hamburg erhöhte Vattenfall den Verbrauchspreis in der Grundversorgung um 8,67 Cent auf 41,96 Cent pro Kilowattstunde.
Das Unternehmen begründete den Aufschlag (wie andere Versorger auch) mit den hohen Kosten und den steigenden Entgelten für die Nutzung der Stromnetze.
Anbieter-Wechsel lohnt sich wieder
Für Neukunden sind die Strompreise damit deutlich günstiger als die Preise der Grundversorgung und auch als die Neukundenpreise im vorigen Jahr – als der bundesweite Durchschnitt zu diesem Termin bei 41 Cent je kWh lag. Vor zwei Jahren mussten Neukunden allerdings nur 24,52 Cent je kWh zahlen.
Grund für den scharfen Preisrückgang der Neukundenpreise seit Mitte Dezember 2022 sind die stark gefallenen Strompreise im europäischen Großhandel. Zuletzt haben die Großhandelspreise bis auf wenige Tage deutlich unter 20 Cent je kWh gelegen. Dabei schwanken die Strompreise jedoch erheblich stärker als etwa die Gaspreise. Grund ist die sehr unterschiedliche Erzeugungsmenge von (preiswerter) Windenergie und der entsprechende Bedarf ab fossiler Energie.
Mitte Dezember lagen die Großhandelspreise für Strom noch bei rund 500 Euro je MWh bzw. 50 Cent je kWh. Danach stürzten die Kurse regelrecht ab und schwankten im Februar 2023 bisher zwischen gerade einmal 10 Cent je KWh und rund 20 Cent je kWh. Ganz offensichtlich hat der Absturz der Großhandelspreise für Strom dazu geführt, dass die Grundversorgung für viele Stromkunden nicht mehr die preiswertere Alternative ist.
Im Februar sind die Tarife für Neukunden of wieder billiger als die Grundversorgungstarife. Bei Strom liegen die Tarife für Neukunden jetzt außerdem auch unter der staatlichen Preisbremse von 40 Cent pro Kilowattstunde. Ein Wechsel des Anbieters ist angesichts dieser Entwicklung für Verbraucher wieder eine echte Alternative, sagen die Vergleichsportale. Allerdings sollte man bei einem Wechsel angesichts der weiter stark schwankenden Preise daran denken, dass man sich als Neukunde in der Regel für längere Zeit an den neuen Anbieter binden muss.
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