Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Kosten für Strom und Gas

Strompreise und Gaspreise im freien Fall – für Neukunden

Stromkosten-AdobeStock_526948870
am Donnerstag, 19.01.2023 - 13:38 (Jetzt kommentieren)

Die Preise am Strommarkt und am Gasmarkt fallen drastisch – für Neukunden. Grund ist der scharfe Rückgang der Großhandelspreise für Strom und Gas seit Mitte Dezember.

strompreise neukunden.

Für Neukunden kostet eine Kilowattstunde Strom nach den Daten des Vergleichsportals Verivox im Mittel 38,6 Cent je kWh (19.01.2023). Kunden in der Grundversorgung zahlen mitunter noch etwas weniger. Doch die Preise gleichen sich rasch an.

Allein seit voriger Woche sind die Strompreise für Neukunden um 4,1 Cent pro Kilowattstunde gefallen und seit der Preisspitze von Mitte Dezember (54,1 Cent) sind die Strompreise für Neukunden um 15,5 Cent oder rund 30 % regelrecht abgestürzt. Im vorigen Jahr lag der Verbraucherpreis für Strom im Januar für Neukunden bei 43,2 Cent und damit deutlich höher. Vor zwei Jahren musste man allerdings nur 24,2 Cent je kWh zahlen.

Auch die Gaspreise für Neukunden gehen wie die Strompreise mit den fallenden Großhandelspreisen drastisch nach unten. Nach den Daten von Verivox kostet eine Kilowattstunde Gas für Neukunden derzeit im Mittel 12,2 Cent (19.01.2023). Der Gaspreis für Neukunden ist damit im Vergleich zur Vorwoche um 2,3 Cent gesunken und gegenüber den Preisen von Mitte Dezember (20,2 Cent) hat sich Gas für Neukunden damit um 8 Cent oder 40 % verbilligt.

Im europäischen Großhandel sind die Strompreise sie seit Mitte Dezember drastisch gefallen, sie schwanken jedoch deutlich stärker als die Gaspreise (je nach Anfall von Windenergie). Allerdings lagen die Großhandelspreise für Strom Mitte Dezember noch bei rund 500 Euro je MWh bzw. 50 Cent je kWh. Danach stürzten die Kurse regelrecht ab und schwankten im Januar 2023 zwischen 1,74 Cent je KWh am 15.Januar und 17,2 Cent je kWh am 17. Januar.

Die Gaspreise liegen im Großhandel hingegen vergleichweise stabil zwischen 4,8 Cent je kWh und maximal 6,9 Cent je kWh. Seit Mitte Dezember – als Gas am Spotmarkt rund 15 Cent je KWh kostete, haben sich die Großhandelspreise damit mehr als halbiert.

Preisbremsen werden schon unterboten

strompreise.

Ganz offensichtlich hat der Absturz der Großhandelspreise und der Börsenpreise für Strom und Gas dazu geführt, dass die Grundversorgung vielerorts nicht mehr die günstigere Alternative ist. Mitte Januar dürften zahlreiche Tarife für Neukunden wieder billiger sein als die Grundversorgungstarife für Strom und Gas.

Bei Strom liegen die Tarife für Neukunden jetzt unter der staatlichen Preisbremse von 40 Cent pro Kilowattstunde. Bei Gas wird die Preisbremse von 12 Cent derzeit erreicht – dürfte aber ebenfalls bald unterschritten werden, wenn sich die Entwicklung fortsetzt. Ein Wechsel des Anbieters wäre daher für Verbraucher erstmals wieder eine echte Alternative.

Allerdings sollte man bei einem Wechsel angesichts der weiter stark schwankenden Preise daran denken, dass man sich in der Regel für ein bis zwei Jahre an den neuen Anbieter binden muss. Der Preis für Strom oder Gas ist in dieser Zeit festgeschrieben. Sollten die Preise weiter fallen, hat man davon erst nach Ende der Laufzeit etwas. Bleibt man hingegen in der Grundversorgung, kann man in der Regel jederzeit innerhalb von zwei Wochen in einen anderen Tarif wechseln, sollten dort deutlich bessere Konditionen angeboten werden, sagen Verbraucherschützer.

Durch die Strompreisbremse zahlen Haushalte und kleinere Unternehmen ab März maximal 40 Cent je Kilowattstunde (brutto). Dies gilt allerdings nur für eine Menge von 80 Prozent des bisherigen Verbrauchs. Die Versorger sollen die Entlastung direkt mit dem monatlichen Abschlag verrechnen. Die Entlastung für Januar und Februar sollen die Verbraucher rückwirkend erhalten.

Bei Gas zahlen Privatkunden und kleine Unternehmen ab März durch die sogenannte Preisbremse maximal zwölf Cent pro Kilowattstunde Gas beziehungsweise 9,5 Cent pro Kilowattstunde Fernwärme. Allerdings gilt dies nur für 80 Prozent des üblichen Verbrauchs. Wer mehr verbraucht, muss höhere Preise zahlen.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...