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Energiekrise und Strompreise

Strompreise verdoppelt in wenigen Tagen – Gaspreise sind Ursache

Stromzähler.
am Mittwoch, 30.11.2022 - 12:42 (1 Kommentar)

Die Strompreise steigen europaweit steil an. Jedenfalls am Spotmarkt. Innerhalb weniger Tage haben sich die Preise – die Stromversorger und Händler dort zahlen müssen – auf knapp 40 Cent je kWh verdoppelt. Geht man noch etwas weiter zurück – als die Spotmarktpreise zeitweise unter 10 Cent je KWh gefallen waren – sehen wir sogar eine Vervierfachung der Preise.

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Auch am Terminmarkt für Strom steigen die Preise für die nächsten Monate an – und zwar deutlich. Steil nach oben geht es auch am Spotmarkt für Gas. Dort sind die Preise innerhalb einer Woche um 30 % gestiegen – auf aktuell 14,6 Cent je kWh.

Der steile Anstieg der Gaspreise dürfte auch der Hauptgrund für die steigenden Strompreise sein. Denn die teuren Gaskraftwerke bestimmen aufgrund des Preismechanismus letztlich auch über den Strompreis. Am Dienstag (29.11) mussten Händler und Stromversorger am Spotmarkt (EEX) für den dort gekauften Strom 394 Euro je MWh zahlen – das sind 39,4 Cent je kWh und der höchste Preis seit Ende September.

Vor gut einer Woche kostete der Strom an derselben Stelle 177 Euro pro MWh bzw. 17,7 je kWh und damit knapp 22 Cent je kWh weniger als jetzt. Anfang November waren die Strompreise am Spotmarkt teilweise bis auf 5,1 Cent je KWh gefallen. Verbraucher hatten von diesen niedrigen Strompreisen jedoch nichts. Sie werden aber bei steigenden Preisen schnell wieder zur Kasse gebeten.

Auch ohne die aktuelle Rallye am Strommarkt, hatten die meisten Versorger für 2023 schon saftige Erhöhungen angekündigt. „Das neue Jahr beginnt mit einer massiven Preiserhöhungswelle beim Strom“, sagt der Energieexperte des Vergleichsportals Verivox, Thorsten Storck. Als eine Hauptursache für die steigenden Strompreise, geben Stromunternehmen in der Regel die hohen Gaspreise an.

Und da sieht es weiter nicht gut aus, denn am Spotmarkt für Gas geht es steil nach oben. Doch schon zuvor waren die Strompreise für Verbraucher kräftig gestiegen. Mitte November lag der Strompreis für Neukunden im Bundesmittel bereits bei 48,2 Cent je kWh, hat das Vergleichsportal Verivox ermittelt. Ein Jahr zuvor lag der Strompreis bei 34,8 Cent pro Kilowattstunde.

Strompreisbremse greift bei 40 Cent

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Bund und Länder hatten Anfang November eine Strompreisbremse beschlossen. Diese soll ab 1. Januar 2023 gelten. Für Verbraucher und kleine Unternehmen soll dann ein Grundkontingent von 80 Prozent des bisherigen Verbrauchs abgesichert werden. Der Bruttopreis für diesen Strom soll bei 40 Cent je kWh liegen.

Für alle, die mehr als 40 Cent zahlen müssen, soll dann die Strompreisbremse direkt die monatliche Stromrechnung senken. Im Normalfall berechnet sich der Abschlag auf Basis des bisherigen Stromverbrauchs. Verbrauchte man aber mehr als 80 Prozent des bisherigen Stromverbrauchs, dann zahlt man für jede weitere Kilowattstunde den hohen Preis aus dem Stromvertrag. Das soll einen Anreiz sein, weniger Strom zu verbrauchen, sagt die Bundesregierung.  

Für Industriekunden wurde der Deckel auf 13 Cent für 70 Prozent des früheren Verbrauchs festegelegt. Um die Strompreisbremse und die höheren Netzentgelte zu finanzieren, sollen die so genannten Zufallsgewinne von Stromproduzenten, etwa aus Wind und Sonne oder Atomstrom, abgeschöpft werden.

Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW sagt, dass die Strom- und Gaspreisbremsen den monatlichen Abschlag unmittelbar reduzieren soll. Die Verrechnung sollen die Versorger übernehmen.

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