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Biokraftstoff

Verbrauch von Biodiesel könnte um 13 Prozent zunehmen

Landstraße mit Fahrzeug zwischen Rapsfeldern
am Montag, 03.08.2020 - 12:03 (Jetzt kommentieren)

Die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) geht für 2020 von einem Biodieselverbrauch von 2,6 Mio. Tonnen aus. Um die Vorgaben der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) einhalten zu können, fordert die UFOP Technologieoffenheit.

Wenn nachhaltig zertifiziertes Hydriertes Pflanzenöl (HVO) beziehungsweise Pflanzenöl für die Verarbeitung in Erdölraffinerien in die THG-Quote mit einfließen können, sei der Anstieg des Biodieselabsatzes von 2,3 Mio. Tonnen im letzten Jahr auf 2,6 Mio. Tonnen im Jahr 2020 zu erreichen, schätzt die UFOP. Darauf deuteten die Erhebungen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für die Monate Januar bis Mai 2020 hin.

Höherer Biodieselverbrauch durch THG-Quote?

Den voraussichtlichen Anstieg des Biodieselverbrauchs erklärt die UFOP mit der THG-Quote: Diese stieg zum 1. Januar 2020 von 4,5 Prozent auf 6,0 Prozent.

In die THG-Quote dürfen nur treibhausgasreduzierte Kraftstoffmengen einfließen, die im Kalenderjahr in Verkehr gebracht beziehungsweise verbraucht wurden. Auch werde beispielsweise komprimiertes Erdgas (CNG) als Kraftstoff mit geringerem CO2-Anteil in der Quote berücksichtigt.

Bei ihrer Prognose geht die UFOP davon aus, dass Treibhausgas-Minderungsmaßnahmen bei der Erdölförderung („Upstream-Emission-Reduction“, UER) angerechnet werden. Ob diese Maßnahmen mit fließen können, müsse jedoch zunächst vom Umweltbundesamt (UBA) geprüft werden.

Große Potenzial für Klimaschutz im Verkehrsbereich

Bei den neuen Hydrierverfahren handele es sich um eine Technologie, durch die Erdölraffinerien eine grüne Wasserstoffstrategie verfolgen könnten. Die technische Weiterentwicklung müsse nach 2020 fortgeführt werden, damit die Quoten aus der Treibhausgas-Minderungsverpflichtung Schritt für Schritt erhöht werden könnten.

Im Mai habe der Bioanteil am gesamten Dieselverbrauch 9,1 Prozent betragen und damit einen neuen Rekordwert erreicht. Auf das Potenzial, durch neue Technologien im Verkehrsbereich wesentlich zum Klimaschutz beizutragen, weist die UFOP hin.

Jetzt ist die Politik gefragt

Die UFOP fordert eine Berücksichtigung der Treibhausgas-Minderungsmaßnahmen bei der Erdölförderung in der THG-Quote. Es sei erforderlich, dass das zuständige UBA die Projekte anerkenne.

Weiterhin solle die Bundesregierung die deutsche Ratspräsidentschaft nutzen, um für eine EU-weite THG-Quotenregelung einzutreten. Ab 2021 sollten die Quoten außerdem schrittweise angehoben werden. Im nächsten Jahr setze auch die Verpflichtungsperiode ein: Können die gesetzten Ziele nicht erreicht werden, sieht das Klimaschutzgesetz Sanktionen vor, für die der Bundeshaushalt aufkommen muss.

Vor dem zeitlichen Druck beim Klimaschutz warnt die UFOP.

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