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Kosten für Heizöl

Heizölpreise: Was zahlen Kunden 2023? – Eine Prognose

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am Montag, 02.01.2023 - 10:12 (Jetzt kommentieren)

Die Preissprünge bei Heizöl waren 2022 extrem. Dennoch konnten Heizölkunden zuletzt günstiger heizen, als wenn sie eine Gasheizung gehabt hätten. Allerdings kam es darauf an, wann man gekauft hat.

Heizölpreise aktuell.

Viele Heizölkunden haben den Preissturz im Dezember für den Einkauf genutzt und teilweise zu Preisen deutlich unterhalb von 120 Euro je 100 Liter eingekauft (jedenfalls im Westen Deutschlands). Nach Ausbruch des Ukrainekriegs, waren die Heizölpreise allerdings durch die Decke gegangen. Anfang März wurde das bisherige Allzeithoch erreicht. In der Spitze mussten Verbraucher mehr als 200 Euro je 100 Liter zahlen – wenn sie denn gekauft haben.

Und auch die oben genannten „günstigen“ 120 Euro waren noch 40 Euro mehr als im Jahr zuvor und sogar 70 Euro mehr als vor zwei Jahren. Ein großer Vorteil der Ölheizung gegenüber Gaskunden ist jedoch, dass man kaufen kann, wenn man glaubt, dass die Preise günstig sind. Allerdings ist auch das Risiko höher, sich zu vertun – und staatliche Hilfe ist außerdem unter deutlich schwierigeren Voraussetzungen zu bekommen, als das bei Gaskunden der Fall ist.

Das größte Problem der Heizölkunden ist zudem: Die Preisentwicklung hängt ganz entscheidend von drei Faktoren ab, die sich individuell überhaupt nicht beeinflussen lassen: Vom Ölpreis – als wichtigstem Indikator der Weltwirtschaft. Vom Gasölpreis – als wichtigstem Vorprodukt für Heizöl und Diesel. Und vom Wechselkurs Euro/Dollar, der die Kosten am Weltmarkt (bislang vor allem in Russland) gekaufter Produkte wesentlich mitbestimmt.

Heizölpreise folgen Rohölpreisen

heizölpreise bundesländer.

Vor allem in den Ölpreisen und in den Wechselkursen schlagen sich zudem die globalen Wirtschafts- und Wachstumsaussichten nieder. Und die können sich im Prinzip jeden Tag ändern.

Schaut man auf die Terminmärkte und die Preiserwartung für die kommenden Monate, bewegen sich die Ölpreise seitwärts – die Sorte Brent kostet aktuell 80,36 USD je Barrel und damit 0,10 USD mehr Ende 2022. Für die nächsten Monate erwartet der Markt derzeit (trotz einer eher angespannten globalen Versorgungslage) keine wesentliche Änderung der Ölpreise. Ein Grund dürfte die für das ersten Quartal 2023 befürchtete Rezession sein und die massiven Problem Chinas mit Corona.

Der Euro hat sich zuletzt hingegen deutlich erholt und notiert aktuell bei 1,06 USD und damit weit über seinem letzten Tiefstand. Das verbilligt Importe von Rohöl, Diesel und Heizöl. Für die nächsten Monate erwartet der Markt hier eine weitere moderate Aufwertung und damit eine weitere Verbilligung der Ölimporte.

Doch das sind alles nur Momentaufnahmen. Es kann auch ganz anders kommen. Dennoch: Seit zwei Wochen bewegen sich die Heizölpreise in Deutschland mit leichten Schwankungen seitwärts. Und das könnte erst einmal so bleiben.

Heizölkunden kaufen derzeit fast nichts - das sind die Gründe

Am Dienstagmorgen (03.01) meldeten der Branchendienst Tecson einen Durchschnittspreis von 126,9 Euro je 100 Liter Heizöl. Das ist ein leichtes Minus gegenüber dem Vortag. „Die Kaufaktivität der Heizölkunden ist für den Wintermonat Januar außergewöhnlich niedrig“, sagt Tecson zum aktuellen Einkaufsverhalten. Ein Grund ist sicherlich die große Kaufwelle Mitte Dezember, als sehr viele Kunden nach dem Preisrutsch ihre Tanks auffüllten.

Außerdem sind die Temperaturen nach dem Kälteeinbruch Anfang Dezember wieder sehr mild und drosseln den laufenden Heizölverbrauch. Das seit dem 1. Januar 2023 geltende Importstopp für Rohöl aus Russland hat bislang keine Auswirkungen auf die Preise. Seit dem 5. Dezember war bereits ein EU-weites Embargo gegen russisches Rohöl per Öltanker in Kraft.

Die beiden ostdeutschen Raffinerien in Schwedt und Leuna mussten ihre Bezugsquellen deshalb umstellen, sagen Händler. Die betroffenen Regionen im Nordosten werden weiter hinreichend mit Heizöl, Benzin und Diesel versorgt bleiben, heißt es seitens der Raffineriebetreiber. Zumindest die Heizölpreise sind im Osten und Norden allerdings höher als im Westen und Süden.

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