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Ökolandbau

Discounter werden für Ökoware immer wichtiger

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Josef Koch, agrarheute
am
11.02.2019

Künftig könnte rund die Hälfte der Öko-Verbandsware über Discounter vermarktet werden. Das meint Prof. Ulrich Hamm von der Universität Kassel.

Weiter an Bedeutung gewinnen wird nach Einschätzung von Prof. Ulrich Hamm der Absatz von Ökoprodukten über Discounter. Im Interview mit dem Nachrichtendienst Agra-Europe veranschlagt der Fachgebietsleiter Agrar- und Lebensmittelmarketing der Universität Kassel allein das Potential der Verbandsware, die künftig über Discounter vermarktet werden können, auf mindestens 50 Prozent.

Positiv wertet Hamm die unlängst vereinbarte Zusammenarbeit von Bioland und Lidl. Von dieser werde ein weiterer Schub für die Umstellungsbereitschaft von Landwirten und den Ökolandbau in Deutschland insgesamt ausgehen. Mehrjährige Absatzgarantien und das Einrichten einer Ombudsstelle seien die Kernelemente eines partnerschaftlichen Vertrages. Diese habe es zumindest im konventionellen Handel als mit Abstand wichtigstem Absatzweg für Ökolebensmittel noch nicht gegeben.

Mehr Beratung und Forschung nötig

Zurückhaltend äußert sich Hamm zu gegenwärtigen Politik der Bundesregierung. Zwar sei es richtig, ein ambitioniertes 20 %-Flächenziel mit einer konkreten Zeitvorgabe auszugeben. Entscheidend sei jedoch, „was die Politik konkret unternimmt, um dieses Ziel auch tatsächlich zu erreichen“.

Der Wissenschaftler kritisiert unzureichende staatliche Investitionen in die Ökoforschung und regt verstärkte Anstrengungen von Bund und Ländern an, um Beratung von Betrieben und Ausbildung des Nachwuchses für die Ökolandwirtschaft und die Ökolebensmittelverarbeitung auszubauen.

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